Austroslawismus
Austroslawismus bezeichnete eine politische Richtung der Slawen (besonders der Tschechen) in Österreich-Ungarn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Anschluss an die slawophile Rückbesinnung. Sie strebte die Umformung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie in einen trialistischen (d.h. aus drei Teilen bestehenden) Staat an. Hauptvertreter waren die Alttschechen Franti?ek Palacký und Franti?ek Ladislav Rieger, aber auch österreichische sozialdemokratische Theoretiker wie Otto Bauer oder Viktor Adler. Um 1890 lösten die politischen Ideen der radikalen Jungtschechen den Austroslawismus ab.Nicht nur der Trialismus, sondern eine weitergehende Föderalisierung und Demokratisierung Österreich-Ungarns stand zur Debatte. Es ging dabei um die Beibehaltung der Monarchie, in der jedoch den Nationalitäten eine Autonomie eingeräumt würde. Mit dem österreichisch-ungarischen_Ausgleich 1867 und dem ungarisch-kroatischen_Pendant 1868/1873 - in dem jedoch keine so weitgehenden Konzessionen gemacht wurden - ist die Demokratisierung im Sinne einer föderalen Gliederung Österreich-Ungarns stecken geblieben. Zudem betrieb die Ungarische Reichshälfte nach 1867 eine restriktive Nationalitätenpolitik (Magyarisierung), deren Ziel die Bildung eines einheitlich magyarischen Nationalstaates nach westeuropäischem Vorbild war.

