Austin-Putilow Radpanzer
Der Austin-Putilow Radpanzer war ein russischer Radpanzer des Ersten_Weltkrieges.Geschichte
Eigentlich war der Austin-Putilow ein britischer Entwurf. Das Fahrzeug wurde jedoch hauptsächlich von den russischen Truppen eingesetzt. Der Austin-Putilow übernahm Aufgaben zur Sicherung im Hinterland, sowie Spähaufträge. Wie bei vielen Fahrzeugen dieser Zeit fehlte die entsprechende Geländegängigkeit um offensiv als Kampfwagen in das Gefecht eingreifen zu können. So waren die Fahrzeuge auf das Vorhandensein von Straßen oder befestigten Wegen angewiesen, was auch ihre Handlungsfähigkeit für ihre Hauptaufgabe einschränkte. Während des Krieges war der Austin-Putilow der von der russischen Armee am meisten eingesetzte Radpanzerwagen.
Nach Ende des Krieges 1918 wurden Austin-Putilow sowohl von der neuen Roten_Armee als auch den weißgardistischen Truppen im russischen Bürgerkrieg eingesetzt. Einige Fahrzeuge nutzte Polen bis in die 1930er Jahre des letzten Jahrhunderts. Nachdem auch in Russland neue Typen produziert wurden, wurden sogar einige Fahrzeuge nach Japan verkauft. Ab 1935 wurde der Austin-Putilow aber bei allen Armeen aus dem Verkehr gezogen.
Das Fahrzeug
Grundsätzlich übernahmen die russischen Konstrukteure das Grundchassis des britischen Fahrzeugs. Sie veränderten die Aufbauten aber grundlegend. Das Fahrzeug wurde rundherum gepanzert. Auf dem Dach wurde ein gepanzerter, nicht drehbarer Turm installiert. Dieser verfügte über zwei Schießscharten für die mitgeführten Maschinengewehre.
Ursprünglich wurde das Fahrzeug als Vierradfahrzeug geplant. Später trugen die russischen Konstrukteure jedoch den klimatischen Verhältnissen Russlands Rechnung. Statt der hinteren Achse wurde eine verkürzte Variante des Holt-Kettenfahrwerks eingebaut. Damit war das Fahrzeug geländegängiger und vor allem noch im tiefen Schnee und Schlamm beweglicher. Um die Steuerung des Fahrzeugs zu erleichtern erhielt auch das Kettenfahrwerk eine Lenkung.
Die Panzerung des Fahrzeugs konnte bei seiner Stärke lediglich vor dem Beschuss aus Handwaffen und gegen Splitter-/Schrappnellwirkung Schutz bieten. Die beiden Maxim-MG waren in dem Turm fest lafettiert. Am auffälligsten waren die an den Scharten angebrachten Panzerplatten. In ihrer Form erinnerten sie an Scheuklappen für Pferde. Sie sollten verhindern, das aus dem toten Winkel der MG Beschuss durch die Scharte erfolgen konnte. Im Fahrzeuginnenraum hätte dadurch auftretende Querschläger schwerste Verwundungen hervorgerufen.
Technische Daten
* Besatzung: 5 Mann
* Gewicht: 5.200 kg
* Länge: 4,88 m
* Breite: 1,95
* Höhe: 2,40 m
* Panzerung: 8 mm
* Reichweite: 200 km
* Antrieb/Leistung: Austin Benzinmotor mit 50 PS / 37 kW
* Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h (Straße)
* Bewaffnung: zwei Maxim-MG
Literatur
*Philip Terwhitt; "Panzer", Neuer Kaiserverlag, Klagenfurt, 2005, ISBN 3-7043-3197-x

