Scherschneiden
Scherschneiden ist das Zerteilen eines Werkstoffes durch zwei sich aneinander vorbeibewegende Schneiden (DIN 8588). Der Werkstoff wird dabei abgeschert. In der Blechbearbeitung gehört dieses zerteilende Trennverfahren zu den am häufigsten angewendeten Verfahren überhaupt. Das bekannteste Werkzeug für dieses Trennverfahren ist die auch im Haushalt gebräuchliche Schere.
Schneidvorgang
Die Werkstofftrennung durch Scherschneiden lässt sich in vier Phasen einteilen:
# Aufsetzen von Ober- und Untermesser mit elastischer Verformung des Werkstoffs mit Verdrängung in Schnittrichtung sowie rechtwinklig zur Bewegungsachse.
# plastische Verformung und Fließen des Werkstoffes
# Rissbildung ausgehend von den Schneidkanten
# Durchreißen
Maßgeblich für die Qualität der Schnittflächen sind die Materialdicke selbst, der Schneidspalt (3-5% bei offenen-;5-10% bei geschlossenen Schnitt,Feinschneiden 0,5-1%) im Verhältnis zur Materialdicke, der Verschleißzustand der Schneidwerkzeuge, die Materialart, die Werkzeugführung und die Teilegeometrie. Die Qualität einer Innenform wird maßgeblich durch den Stempel beeinflusst, da nur eine Ralativbewegung zwischen dem Stempel und der Innenform stattfindet. Für eine Außenform gilt entsprechendes für die Schneidplatte.
Verfahren
Man unterscheidet folgende Verfahren:
* Ausschneiden ? Beim Ausschneiden wird das Werkstück meist aus einem Blechstreifen (teilweise auch aus Blechzuschnitten, hierbei jedoch nicht zu verwechseln mit dem Beschneiden) herausgetrennt. Der Streifen ist nach dem Schneidvorgang Abfall, die Schnittlinie beim Ausschneiden ist immer geschlossen. Die Schnittkante führt außen um das Werkstück.
* Lochen ? Beim Lochen werden ein oder mehrere Löcher in das Werkstück geschnitten. Die Form der Löcher bzw. Durchbrüche ist unbestimmt, die Schnittlinie jedoch ist beim Lochen immer geschlossen. Das Schnittteil ist beim Lochen Abfall.
* Abschneiden ? Beim Abschneiden wird das Werkstück meist ohne Abfall von einem Blechstreifen abgeschnitten. Die Schnittlinie ist offen und verläuft einmal quer über den Blechstreifen. Der Verlauf der Schnittlinie wird durch die zu fertigende Form des Werkstückes bestimmt.
* Ausklinken ? Beim Ausklinken werden ein oder mehrere Stücke aus dem Blechzuschnitt (Werkstück) herausgeschnitten. Die Schnittlinie ist bei diesem Verfahren offen und endet nicht auf der gegenüberliegenden Seite des Werkstückes.
* Beschneiden ? Beim Beschneiden wird der Blechzuschnitt nach der Umformung durch Tiefziehen auf seine genauen Abmessungen zugeschnitten.
* Einschneiden ? Beim Einschneiden wird der Blechzuschnitt entlang einer Linie durchgeschnitten. Diese Schnittlinie endet im Werkstück und ist somit nicht geschlossen. Das Einschneiden tritt meist zusammen mit dem Biegeumformen auf.

