Apostroph
Der Apostroph (griechisch ??????????, apóstrophos, ?der abgewandte?; über lateinisch apostrophus ins Deutsche im 17. Jahrhundert, seit dem 18. Jahrhundert ohne EndungKluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage) bzw. das Auslassungszeichen (umgangssprachlich auch das Hochkomma oder der OberstrichZu früheren und heutigen Bezeichnungen des Apostrophs vgl. auch Joachim Grzega: [http://www1.ku-eichstaett.de/SLF/EngluVglSW/grzega1071.pdf ?Von Klammeraffen und Gänsefüßchen: Kultur und Kognition im Spiegel der Satz- und Sonderzeichen?], [http://www.onomasiology.de Onomasiology Online] 8 (2007): 1-16) ist ein Satzzeichen, das in der deutschen_Sprache Auslassungen in einem Wort kennzeichnet oder zwingend den Genitiv von Eigennamen verdeutlicht, die im Nominativ bereits auf einen s-Laut (geschrieben: -s, -ss, -ß, -tz, -z, -x, -ce) enden, wenn sie nicht einen Artikel, ein Possessivpronomen oder dergleichen bei sich haben.
Typografische Umsetzung
Typografisch korrekt
# Der typografisch korrekte Apostroph ? (Unicode:
U+2019) ist ein kleiner, leicht von links unten nach rechts oben geneigter Bogen, der einem hochgestellten Komma ähnelt und sich auf der Höhe der Überlängen der Schrift befindet. Das Aussehen ist abhängig vom verwendeten Schriftschnitt. Per Tastatureingabe kann der typografisch korrekte Apostroph unter Windows durch +0146, unter Mac OS X bei deutschsprachiger Tastaturbelegung mittels ++, bei deutschschweizer Tastaturbelegung mittels ++ oder ++ erzeugt werden.# Das Ersatzzeichen
U+0027, welcher (bei deutschem Tastaturlayout) über die Tastenkombination + eingegeben werden kann.Typografisch falsch
Der MacOS und Linux/X erzeugt die Tastenfolge (Zwischen dem ß und der Rücktaste), gefolgt von der Leertaste ein Akut-Zeichen.
Auch andere Zeichen ähneln dem Apostroph im Druckbild und werden daher oft fälschlich anstelle des Apostrophs benutzt: Der Gravis-Akzent (` Unicode:
U+0060) und das linke einfache typografische Anführungszeichen ? (U+2018).Aufstellung ähnlicher Zeichen
Anwendungsbeispiele
* Kennzeichnung weggefallener Buchstaben (Auslassungshäkchen) vorwiegend in der Verschriftlichung gesprochener Sprache:
*: ?Heute ist?s kalt.? ? Heute ist es kalt.
*: ?Ich hab? genug!? ? Ich habe genug! (seit der Rechtschreibreform ist dieser Apostroph nach freiem Ermessen zu setzen)
* Bei Eigennamen:
*: ?Janas Freund Andreas? ? üblich in der gesprochenen Sprache: Andreas, der Freund von Jana (kein Apostroph)
*:: Spezialfall:
*:: ?Andrea?s Freundin Jana? ? Jana, die Freundin von Andrea (zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)
*: ?Andreas? Freundin Jana? ? Jana, die Freundin von Andreas
*: Hans? Schwester; Hess? Bruder; Voß? Frau; Schmitz? Opa; Heinz? Oma; Felix? Onkel; Alice? Tante
* Bei Auslassungen im Wortinnern:
*: D?dorf für Düsseldorf; Lu?hafen für Ludwigshafen; M?gladbach für Mönchengladbach; Ku?damm für Kurfürstendamm; E?ler für Eschweiler; Bautz?ner Senf für Senf aus Bautzen
* Nicht als Auslassungszeichen, sondern zur Verdeutlichung der Grundform eines Eigennamens wird der Apostroph gelegentlich vor der Adjektivendung -sch gebraucht:
*: die Grimm?schen Märchen statt die grimmschen Märchen; der Ohm?sche Widerstand statt der ohmsche Widerstand; die Strauß?schen Walzer statt die straußschen Walzer
* Auch der so genannte Deppenapostroph bei Namen ist inzwischen Duden-konform (wenn auch im offenbaren Gegensatz zu § 97 der amtlichen Regelung):
*: Willi?s Würstchenbude; Karin?s Frisörsalon; Hugo?s Bodyfarm
* Sonderschreibung von Eigennamen:
*: D?horn (Ortsteil von Langerwehe)
* Im Tschechischen wird bei Kleinbuchstaben mit Überlängen der Apostroph als Ersatz für den Há?ek gebraucht, also z. B. wie bei ?.
Einfache Merkregel
Der Apostroph ersetzt den Buchstaben ?e? und in seltenen Fällen den Buchstaben ?i?.
;Beispiele mit ?e?:
* ?Ist?s recht so?? ? ?Ist es recht so??
* ?Geht?s gut?? ? ?Geht es gut??
;Beispiele mit ?i?:
* ?Die Kön?gin? (Heinrich Heine, Der Hirtenknabe)
* ?Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine ew?ge Krankheit fort, ?? (Goethe, Faust)
* ?Zür?cher Bürger? (schweizerisch: ?Zürcher Bürger?)
Alternative Genitivbildung
Sollen stilistisch unglückliche Genitive auf Eigennamen mit einem abschließenden s-Laut wie ?Klaus? Freund Thomas? vermieden werden, kann man auf die veraltete Genitivbildung mit -ens zurückgreifen: ?Klausens Freund Thomas?. Ferner ist umgangssprachlich in diesem Fall auch die Umschreibung mit ?von? möglich (analytische Formbildung).
Andere Bedeutungen
Der ?übliche? Apostroph (U+0027) wird außerdem bei anderen Gelegenheiten verwendet.
In Programmiersprachen dient er als Symbol mit unterschiedlichen Bedeutungen, zum Beispiel als Kommentarzeichen in BASIC oder in C zur Kennzeichnung eines Literals des Datentyps char.
Fehlerhafte Verwendung
Der Apostroph ist ein Satzzeichen, das sehr oft falsch verwendet wird. Die falsche Verwendung wird mitunter scherzhaft oder polemisch als ApostrophitisVgl. [http://www.beepworld.de/members25/apostrophitis http://www.beepworld.de/members25/apostrophitis] sowie [http://www.grzega.de Joachim Grzega], "Eigentümlich zeitgenössische Schreibgebräuche: Zur Verwendung von Apostrophen und inneren Großbuchstaben", in: Joachim Grzega, Sprachwissenschaft ohne Fachchinesisch: 7 aktuelle Studien für alle Sprachinteressierten, Aachen: Shaker 2001, S. 71-80. Grzega zeigt auf, dass viele fehlerhafte Verwendungen des Apostrophs zum einen auf Generalisierung des Apostrophs vor jedem End-S zurückgehen, zum anderen als neue Form zur Markierung des Endes eines Wortstamms dienen. bezeichnet. In diesem Zusammenhang wird auch vom ?Deppenapostroph? gesprochen.
Auf Tastaturen wird häufig der Apostroph mit einem der Accents verwechselt.
Quellen
Weblinks
• Der Apostroph in der deutschen Gegenwartssprache ? Eine sprachwissenschaftliche Bestandsaufnahme (PDF, 144 KB)
• Der Gebrauch des Apostrophs im Überblick bei Spiegel Online
• Gruselgalerie des falschen Gebrauchs
• Rette?t de?n Apo?stro?ph
• Idiotenapostroph
• Eine private Website, die den falschen Gebrauch des Satzzeichens dokumentiert

