Auslöschung (Kristallographie)
Unter Auslöschung versteht man in der Kristallographie das systematische Fehlen von Reflexen bei der Röntgen- oder Neutronenbeugung an Kristallen, welches auf die symmetriebedingte destruktive_Interferenz von gebeugten Strahlen zurückzuführen ist.Bedeutung
Die systematische Auslöschung hat große Bedeutung für die Strukturaufklärung von Kristallen, da aus ihr Rückschlüsse auf die Symmetrieeigenschaften des Kristalls gezogen werden können.
Man unterscheidet zwischen integraler Auslöschung, welche Reflexe im ganzen
reziproken_Raum betrifft, zonaler Auslöschung, bei der nur Reflexe einer Ebene im reziproken Raum betroffen sind und serieller Auslöschung, bei der nur Reflexe auf einer Geraden im reziproken Raum fehlen.
Beschreibung
Die Beschreibung einer systematischen Auslöschung erfolgt mittels Bragg-Indizes.
Es wird einerseits der betroffene Bereich des reziproken Raums angegeben (z.B. hkl für eine integrale Auslöschung,
hk0 für eine zonale Auslöschung in der l=0 Ebene, oder 00l für eine serielle Auslöschung in der h=k=0
Geraden). Andererseits wird entweder eine Auslöschungsbedingung (Bedingung für das Fehlen von Reflexen) oder eine
Reflexbedingung (Bedingung für das Vorhandensein von Reflexen) gegeben (z.B. h+k=2n, die Summe von h und k muss
gerade sein).
Integrale Auslöschung
Integrale Auslöschungen entstehen durch die Zentrierung des Bravais-Gitters.
Serielle Auslöschung
Serielle Auslöschungen entstehen durch Schraubenachsen im Kristall

