Augustusbrücke
Die Augustusbrücke, bzw. ihr Nachfolgebau Friedrich-August-Brücke ist eine Straßenbrücke über die Elbe in Dresden, sie verbindet die historischen Kerne der Altstadt und der Neustadt. Fälschlicherweise wird sie auch oft als Schlossbrücke bezeichnet, zwischen 1945 und 1990 trug sie offiziell den Namen Georgij-Dimitroff-Brücke (nach dem bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitrow).Geschichte
Erste Brücken
Ein erstes Brückenbauwerk an gleicher Stelle ist für das 13. Jahrhundert belegt. Dieses verbesserte die Transportwege auf den Handelsrouten nach Norden. Bis dahin konnte die Elbe an einer Furt östlich der Altstadt gequert werden.
In gleicher Zeit wurden auch die Erzgebirgspässe südöstlich von Dresden passierbarer, so dass sich das Handelsaufkommen zwischen Böhmen und Norddeutschland mehr und mehr erhöhte. Die Augustusbrücke war also auch wichtiger Bestandteil der Handelswege zwischen Prag und der Messestadt_Leipzig.
Augustusbrücke 1727-1907
Unter August_dem_Starken baute der berühmte Barock-Baumeister Matthäus_Daniel_Pöppelmann gemeinsam mit dem Ratsbaumeister Johann Gottfried Fehre die Brücke 1727-1731 aufwendig um. Sie war für damalige Verhältnisse wegen ihrer Größe, insbesondere ihrer Fahrbahnbreite, besonders eindrucksvoll und wurde nach ihrem Bauherrn "Augustusbrücke" genannt. Sie gehörte auch später zu den historischen Monumenten des barocken_Dresden. Zu Beginn des 20._Jahrhunderts jedoch genügte weder die Fahrbahnbreite dem Straßenverkehr noch die Weite ihrer Bögen dem Schiffsverkehr. Trotz ihres Charakters als Baudenkmal wurde sie bis 1907 abgebrochen.Etwa zur selben Zeit baute Sachsen das System_der_Postwege aus. Die Augustusbrücke war dabei über die Grenzen von Dresden hinaus eine wichtige Querungsstelle für die Elbe.
Zur selben Zeit wurden sowohl ?Dresden? als auch die ?Neue_Königliche_Stadt? zur Stadtfestung ausgebaut. Die heutige Altstadt wurde dabei von einem Wassergraben umgeben, die Neustadt von einer massiver Mauerfestung. Die Augustusbrücke verband die getrennten Festungen.
Auf der Ostseite des nördlichen (neustädtischen) Brückenkopfs stand von 1755 bis zu seiner Zerstörung im Jahre 1945 das Wohnhaus von Joseph Fröhlich, des Hofnarren Augusts des Starken. Es wurde im Volksmund "Narrenhäusel" genannt. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Bronzeplastik.
Gegenwärtiges Bauwerk
Neubau 1907-1910
Die Planungen für einen Brückenneubau begannen 1902 und lagen zunächst in den Händen des Ingenieurs und Stadtbaurates Hermann Klette. Da an dieser wichtigen Stelle im Stadtbild auf die architektonische Gestaltung der Brücke besondere Sorgfalt verwandt werden sollte, zog man 1906 den bekannten Architekten Wilhelm Kreis hinzu. Die Bauausführung begann 1907 und zog sich bis 1910 hin.
Der Neubau trug nach dem damaligen König Friedrich_August_III. den Namen Friedrich-August-Brücke.
Die Brücke ist als massive Gewölbebrücke gebaut und besteht im Kern aus Eisenbeton, die Ansichtsflächen sind mit Sandstein verblendet, wofür man teilweise die Steine der abgebrochenen Augustusbrücke verwenden konnte. Die Bauplastik (Wappen und Schlussteine) schuf der in Hamburg ansässige Bildhauer Karl Weinberger.
Nach 1945
Am 7. Mai 1945, ein Tag vor dem Ende des Zweiten_Weltkrieges, wurden zwei Bögen der Brücke gesprengt, 1949 baute man sie in fast unveränderter Form wieder auf. Seit dem führt das Terassenufer, unter dem ersten Bogen, weiter die Elbe entlang bis zum Landtag.Von 1945 bis 1990] trug die Brücke den Namen Georgij-Dimitroff-Brücke (nach dem bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitrow). Nach der Wende erielt sie wieder ihren historischen Namen Augustusbrücke, obwohl sie mit dem alten Bau nur die Position und ein ähnliches Aussehen gemein hat.
Bei der Jahrhundertflut_2002 wurde sie für den motorisierten Verkehr ganz und für Fußgänger auf der stromaufwärts gelegenen Seite gesperrt; die Brücke nahm aber keinen Schaden.
Gegenwärtiger Aufbau
Die Augustusbrücke besteht aus neun Bögen (statisch als Dreigelenkbögen ausgelegt), von denen vier über Strompfeiler (bei Normalwasserstand) getragen werden. Die Gesamtlänge der Bauwerks beträgt etwa 390 Meter, die Bögen haben lichte Weiten von 17,6 bis 39,3 Meter. Auf den Pfeilern ist die Brücke etwa 25 Meter breit, sonst 18 Meter. An der Augustusbrücke wird sehr deutlich wie stark sich die Ufer am innerstädtischen Elbbogen unterscheiden. Auf Altstädter Elbseite setzt die Brücke direkt am Prallhang an und führt bereits unter dem dritten Bogen den Schiffsverkehr in der Fahrrinne. Im Norden fällt das Ufer sehr flach ab weshalb dort vier Bögen die Elbwiesen überbrücken.
Rolle im Straßennetz
Die Augustusbrücke ist eine von nur vier Brücken im Innenstadtbereich Dresdens. Sie spielt allerdings für den individuellen Straßenverkehr nur eine untergeordnete Rolle. Grund dafür ist eher die Zuführung des Verkehrs auf die Brücke, als die Kapazität. Die Marienbrücke im Westen und vor allem die Carolabrücke im Osten der Augustusbrücke führen den meisten Fahrzeugverkehr über die Elbe.
Für Straßenbahnen ist die Augustusbrücke umso wichtiger. Südlich der Elbe befindet sich der touristisch bedeutsame Theaterplatz und kurz dahinter der Postplatz als wichtigster Straßenbahnkreuzungspunkt. Über die Augustusbrücke fahren daher etwa im Dreiminutentakt je Richtung Straßenbahnen. Im Standardnetz fahren diese Straßenbahnen auf den drei Linien 4, 8 und 9. Auf keiner anderen Brücke verkehren so viele Linien in Dresden.
Weitere Bilder
Bild:Dresden Augustusbrücke 1865.jpg|um 1865
Bild:Dresden Augustusbrücke 1900.jpg|um 1900
Bild:Dresden Terrassenufer 1900.jpg|Terassenufer um 1900
Bild:Elbe-niedrig.jpg|bei Niedrigwasser 2005
Siehe auch
Liste der Brücken in Sachsen
Literatur
* Lupfer/Sterra/Wörner (Hrsg.): Architekturführer Dresden. Berlin: Reimer, 1997.
* Deutsche Bauzeitung 44.1910, Nr. 46 / Nr. 47 / Nr. 50 (dreiteiliger Bericht)

