Augusto Pinochet
Augusto José Ramón Pinochet Ugarte [] (25. November 1915 in Valparaíso; ? 10. Dezember 2006 in Santiago de Chile) war ein chilenischer General und Diktator.
Vom 11. September 1973 bis zum 11. März 1990 regierte er Chile erst als Vorsitzender einer Militärjunta und später als Präsident (ohne jemals gewählt worden zu sein), nachdem er am Putsch gegen den damaligen sozialistischen Präsidenten Salvador Allende beteiligt war. Während Pinochet von der breiten Weltöffentlichkeit und den meisten Historikern und Politikwissenschaftlern wegen der unzähligen Menschenrechtsverletzungen verurteilt wurde, verteidigten ihn andere. Dies galt sowohl für Chile, wo Pinochet breite Unterstützung in Rechtsparteien wie der UDI, in Unternehmerkreisen und in Mittel- und Oberschicht hatte, als auch für den Rest der Welt, wo vor allem konservative Ökonomen die neoliberalen Strukturreformen ab 1975 verteidigten. Aus gesundheitlichen Gründen wurde Pinochet 2001 für nicht verhandlungsfähig erklärt, so dass er sich für die unter seinem Regime verübten Menschenrechtsverletzungen nicht vor Gericht verantworten musste.
Jugend und Militärkarriere
Pinochet wurde am 25. November 1915 in Valparaíso als Sohn von Augusto Pinochet Vera und Avelina Ugarte Martínez geboren. Anders als viele chilenische Militärs stammt er aus keiner Offiziersfamilie. Er ging in Quillota und Valparaíso zur Schule und besuchte schließlich ab 1933 die Escuela Militar del Libertador Bernardo O'Higgins in der Comuna Las Condes in Santiago de Chile, nachdem er dort zweimal abgelehnt worden war. 1949 verbot die Regierung Videla mit dem Ley Maldita die Kommunistische_Partei und eröffnete Konzentrationslager in Pisagua (I. Region). Pinochet wurde Kommandant des Lagers und traf dort schon auf Salvador Allende, der als Vertreter des Kongresses das Lager besuchte. Später lehrte er kurzzeitig selber an der Militärakademie und erwarb 1953 an der Universidad de Chile einen Abschluss im Fach Jura. Ab 1956 diente er als Militärattaché an der chilenischen Botschaft in Washington,_D.C. Ab 1965 besuchte Pinochet mehrfach Schulungen der US_Army, vermutlich stammen viele seiner engen Verbindungen zu hochrangigen US-Militärs und dem Geheimdienst CIA aus dieser Zeit. 1970 wurde er von Eduardo_Frei kurz vor dessen Amtsübergabe an Allende zum Brigadegeneral ernannt. Salvador Allende übertrug ihm im Januar 1971 das Kommando über die Heeresgarnison in Santiago de Chile und beförderte ihn zum Divisionsgeneral.
Pinochet war seit 1943 mit Lucía Hiriart Rodríguez verheiratet. Das Paar hatte fünf Kinder: drei Töchter (Inés Lucía, María Verónica, Jacqueline Marie) und zwei Söhne (Augusto Osvaldo and Marco Antonio).
Putsch von 1973
Hauptartikel: Putsch in Chile
Pinochet wird Oberkommandierender
Seit Ende 1970 wurde Chile von einer sozialistischen Koalitionsregierung der Unidad Popular unter Salvador Allende regiert. Über den Winter 1973 wurden die politischen und wirtschaftlichen_Spannungen derart gravierend, dass der Kongress am 22. August dem Präsidenten in einer symbolischen Abstimmung mit großer Mehrheit Verfassungsbruch vorwarf. Drei der vier als ?neutrale Vermittler? gerade einmal zweieinhalb Wochen zuvor zu Ministern ernannten Oberbefehlshaber der vier chilenischen Teilstreitkräfte traten darauf hin als Minister und Oberbefehlshaber zurück, unter ihnen auch der Heereschef Carlos Prats. Allende folgte dem Ratschlag des demokratischen und loyalen Prats und ernannte Augusto Pinochet daraufhin zum Oberbefehlshaber des Heeres. Kaum drei Wochen später führte dieser einen Putsch an, bei dem Allende sich das Leben nahm.
Der Putsch am 11. September
Im Morgengrauen des 11. September 1973 bombardierten Kampfjets den Präsidentenpalast Moneda. Das Militär stürzte mit Unterstützung der USA die demokratische Regierung Chiles und Allende beging in der Moneda Selbstmord, nachdem er sich stundenlang mit seinen engsten Vertrauten militärisch verteidigt hatte. Eine Militärjunta übernahm die Macht und ernannte Pinochet zu ihrem Vorsitzenden.
Menschenrechtsverletzungen während des Putsches
heute]]
Unmittelbar nach dem Putsch gab es die meisten Opfer, sowohl von Folterungen wie von politischen Morden. Allein am 11. September wurden 2131 Menschen aus politischen Gründen verhaftet, bis Ende des Jahres waren es 13.364 Personen. 43 % der Opfer wurden von Carabineros (Polizisten) verhaftet und weitere 30 % von Soldaten des Heeres (der Rest meist von Angehörigen von Luftwaffe und Marine oder Geheimdiensten). Opfer waren vor allem Mitglieder und Sympathisanten von Regierung, Linksparteien und Gewerkschaften. Die Festnahmen erfolgten meist in Fabriken, Universitäten und Gebäuden von Regierung, Linksparteien und Gewerkschaften. Oft wurden fast alle Anwesenden massenweise verhaftet. Öffentliche Gebäude wie Stadien, Konferenzhallen und Schulen wurden zu Konzentrationslagern umgerüstet. Der berüchtigste Fall ist das Estadio_Nacional, in dem alleine mehr als 40.000 Gefangene zusammengetrieben worden sein sollen. Angaben nach der Englischen Wikipedia , von [http://www.emol.com/sitioFotos10/Fe/_portada/index.asp?IdClas=2&IdGal=3662#] für das erwähnte Foto..
Siehe auch
*
Geschichte Chiles
Salvador Allende und Unidad Popular
Politisches System Chiles und Transition in Chile
Wirtschaft Chiles
El pueblo unido
Weblinks
*
• Carlos Widmann: Zwei zweifelhafte Märtyrer
• Aufruf des Chilenischen Parlamentes an Militär und Polizei vom 22. August 1973 gegen Präsident Allende (deutsch/englisch/spanisch) defekt
• TRIAL: Les procès de Pinochet
• 11 septembre ? 1973 ? Le 11 septembre de Salvador Allende.
• Bericht der Comisión Nacional sobre Prisión Politíca y Tortura'' über die Folterungen des Pinochet-Regimes (PDF, spanisch, 16,7 MB)
• Liste der Verbrechen unter Pinochets Herrschaft (spanisch)
• Ein Putschist mit demokratischem Abgang General und Politiker
/'>GEBURTSDATUM=10. Dezember 2006
|STERBEORT=Santiago de Chile
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