August von Wille
August Levin von Wille (18. April 1828 in Kassel; ? 31. März 1887 in Düsseldorf) war ein deutscher spätromantischer Landschafts- und Genremaler.Familie
Wille entstammte einem hessischen Adelsgeschlecht und war das jüngste von 8 Kindern des kurfürstlich_hessischen Geheimen Regierungsrats und Konsistorialdirektors Friedrich von Wille (1776-1837) und der Philippine von Hachenberg (1783-1876).
Er heiratete am 31. Mai 1859 in Rüdesheim am Rhein die Tiermalerin Klara von Böttcher (* 31. Januar 1837 in Düsseldorf; ? 14. März 1883 in Düsseldorf), die Tochter des königlich_preußischen Majors Friedrich von Böttcher und der Julie von Buggenhagen.
Sein Sohn war der Landschaftsmaler Prof. Fritz von Wille (1860-1941).
Leben und Werk
August von Wille war der erste Künstler in seiner Familie, die 1780 geadelt wurde und in der bis dahin höhere Beamte dominierten.
Wille studierte von 1843 bis 1847 an der Akademie in Kassel, bevor er 1847 in die Landschaftsklasse von Johann Wilhelm Schirmer an der Düsseldorfer_Kunstakademie eintrat. Nach dem Militärdienst von 1851 bis 1852 setzte er seine Ausbildung bis 1854 bei Schirmer fort. 1849 wurde er Mitglied im Düsseldorfer Künstlerverein "Malkasten".
Wille lebte von 1859 bis 1863 in Weimar, nachdem ihn Großherzog Karl-Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach als Lehrer an die dortige Kunstschule berufen hatte. 1863 kehrte er mit seiner Familie endgültig nach Düsseldorf zurück.
August von Wille betätigte sich als Porträtist, Landschafts-, Architektur- und Genremaler. Er reiste u.a. nach Thüringen, Hessen, an den Mittelrhein und an die Mosel. Seine kleinformatigen Landschaftsbilder malte er vorwiegend im Freien.
Wille schloss stilistisch an seinen Lehrer Schirmer an, löste sich jedoch von dessen Deailrealismus. Er stand bis zum Ende seines Schaffens ganz in der Düsseldorfer Schultradition. Dazu gehören seine weiträumigen stimmungsvollen Landschaften. Häufig malte er auch romantisch aufgefasste Stadt- und Architekturmotive, wie malerisch verwinkelte Gassen, Burg- und Klosterruinen, gern mit kleinfiguriger Staffage. Typisch für sein Oeuvre sind Szenen bei Mondschein mit bühnenhafter Beleuchtung. Stilistisch und thematisch wurde er auch von Caspar Johann Nepumuk Scheuren beeinflusst. Fantastische Waldszenen zeugen von seinem Rückgriff auf die Romantik.
Indem Wille die historische Landschaftsmalerei von Carl Friedrich Lessing ins kleine Format und die Idylle übertrug, näherte er sich der Genremalerei an.
Neben den Landschafts- und Genrebildern sind mehrere gut gemalte Bildnisse bekannt.
Bild:PICT0663.JPG/'>August von Wille: Interieur in der Wartburg, 1849, Bitburg, Haus Beda
Bild:PICT0657.JPG|August von Wille: Schönborner Hof, undat., Bitburg, Haus Beda
Image:August von Wille Brand der Düsseldorfer Akademie.jpg|August von Wille: Brand des Handbuch des Adels], Adelige Häuser B Band VI, Seite 445, Band 32 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1964, .
Alfons W. Biermann und Hubert Meyer, die rheinische Landschaft im Bild. Die Malerfamilie von Wille, Ausst. Kat., Kreismuseum Blankenheim 1976.
Margot Klütsch (Bearb.), Die Sammlung von Wille im Haus Beda Bitburg, Museumskatalog, Bitburg 1992, S. 12, 36, 37, Nr. 1-8 mit Abb.
Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819 - 1918, Band 3, München 1998, S. 422 - 426 m. 4 Abb.
Weblinks
• Allgemeine Deutsche Biographie, Band 43, Seite 254
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