August Wilhelm (Braunschweig-Bevern)
August Wilhelm, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, Fürst von Braunschweig-Bevern (10. Oktober 1715 in Braunschweig; ? 2. August 1781 in Stettin), war Fürst von Braunschweig-Bevern, Gouverneur von Stettin und preußischer Infanteriegeneral.Leben
August Wilhelm war der Sohn des Herzogs Ernst_Ferdinand_zu_Braunschweig-Lüneburg (1682-1746). Bereits 1725 bis 1730 wurde für ihn das Jagdschloss Walkenried errichtet. Er ist der Begründer der sog. jüngeren Linie Bevern und trat 1731 als Kapitän in preußische Kriegsdienste.
Unter Friedrich_Wilhelm_I. nahm er 1734 am Rheinfeldzug teil.
Unter Friedrich_II. nahm er im Ersten_Schlesischen_Kriege an der Belagerungen von Brieg und Neisse als Oberst und Kommandeur eines Infanterieregiments teil. In der Schlacht bei Mollwitz wurde er verwundet. Während des Zweiten_Schlesischen_Krieges focht er in der Schlacht bei Hohenfriedeberg. Er führte er als Generalmajor eine Brigade. 1746 wurde er Kommandant von Stettin, 1750 Generalleutnant.
Zu Anfang des Siebenjährigen_Kriegs führte August Wilhelm eine aus pommerschen Regimentern bestehende Kolonne nach Sachsen und Böhmen und befehligte am 1. Oktober 1756 in der Schlacht bei Lobositz - wo er beim Ausgehen der Munition durch einen Bajonettangriff den Sieg entschied - den linken Flügel.
Am 21. April 1757 schlug er die Österreicher unter General Königsegg in einem Gefecht bei Reichenberg, worauf er sich mit Feldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin vereinigte und in der siegreichen Schlacht von Prag am 6. Mai 1757 einen Teil des rechten Flügels befehligte. Danach wurde er mit 20.000 Mann Leopold Joseph Graf Daun entgegengeschickt, wagte aber denselben nicht anzugreifen, worauf es Friedrich II. tat und am 18. Juni 1757 die Schlacht von Kolin verlor.
Ende August erhielt August Wilhelm in Schlesien den Oberbefehl. Doch wurde er zuerst am 7. September 1757 in der Schlacht von Moys und am 22. November 1757 in der Schlacht von Breslau von dem überlegenen österreichischen Heer unter Herzog Karl_von_Lothringen geschlagen. Am darauf folgenden Morgen geriet er in Gefangenschaft.
Im Mai 1758 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, erhielt er das Gouvernement von Stettin und hielt die Festung gegen die Russen und Schweden bis zum Waffenstillstand des Jahres 1762. Zum General der Infanterie befördert, schloss August Wilhelm 1762 den Waffenstillstand mit den Russen, zog dann von neuem ins Feld und siegte am 16. August 1762 bei Reichenbach über die Österreicher unter Daun. Er starb am 2. August 1781 als Gouverneur von Stettin.
Meyers Lexikon bezeichnet ihn als trefflichen Taktiker und tapferer Soldat, spricht ihm als Feldherr aber die Selbständigkeit des Geistes und die Kraft des Willens ab.
Literatur
* v. Alten, G.: Handbuch für Heer und Flotte, Band II, Berlin 1909.
* Engelmann, Joachim / Dorn, Günter: Friedrich der Große und seine Generale, Friedberg 1988.
* Horst-Rüdiger Jarck (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 8. bis 18. Jahrhundert, S. 59, Braunschweig 2006
Weblinks
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