August Musger
August Musger (10. Februar 1868 in Eisenerz (Steiermark); ? 30. Oktober 1929 in Graz) war ein österreichischer Priester und Physiker. Er gilt als Pionier der Filmkunst und Erfinder der Zeitlupe.Sein bekanntester Schüler war Hanns Koren.
Leben und Wirken
August Musger wurde 1868 als Sohn eines Lehrers in Eisenerz geboren. 1879 trat der begabte Schüler ins Lichtenfelsgymnasium ein, wechselte jedoch 1881 ins f.b. Knabenseminar. Da das Knabenseminar nur die untersten Klassen führte, wechselte August Musger danach ins Akademische Gymnasium. Die Reifeprüfung schloss Musger 1887 mit ausgezeichnetem Erfolg ab.
1890 wurde der Absolvent der theologischen Fakultät zum Priester geweiht und war danach als Kaplan in Preding tätig. Nach zwei Jahren seelsorgerischer Tätigkeit begann Musger ein Studium in Mathematik, Physik sowie Zeichnen in Graz. Er war jedoch auch weiterhin im Fürstbischöflichen Seminar als Präfekt tätig. Nach dem Studium wurde er am Knabenseminar Lehrer für Mathematik, Physik und Freihandzeichen.
1893 trat Musger als Konkneipant der katholischen Studentenverbindung Carolina Graz im ÖCV bei. Als kurz vor der Jahrhundertwende die Kinematografie seinen weltweiten Siegeszug auch abseits der Hauptstädte antritt und auch Musger erreicht, zeigt sich der Lehrer von dieser neuen Erfindung begeistert. Allerdings fand er die dahinter stehende Technik noch unausgereift und begann ab 1904 selbst auf dem Gebiet des Filmband-Weitertransportes zu forschen.
Bis 1907 gelang ihm die Entwicklung eines Konstruktionsplanes für einen ?Serienapparates mit Spiegelgrad?, dessen Besonderheit und weltweite Neuheit die Fähigkeit war, in Zeitlupe aufzunehmen. Diese Pläne reichte er am 3. September 1914 zum Patent ein. Beim Bau eines Prototypen kam es jedoch zu Verzögerungen, die letztlich 1912 dazu führten, dass Musger sein Patent aufgrund seiner finanziellen Lage aufgeben musste. 1914 erloschen daher seine Patentrechte, was die Firma Ernemann, deren Techniker Hans Lehmann seit längerem mit Musger in Briefkontakt, auch über aktuelle Entwicklungsergebnisse, stand, auf den Plan rief. Diese stellte 1914 einen Zeitlupenapparat der Öffentlichkeit vor. Dass dieses Gerät auf einer Erfindung August Musgers basiert, wurde jedoch an keiner Stelle erwähnt. In einem Brief an Musger bezeichnet Lehmann diesen zwar offen als den Erfinder, dem seine Weiterentwicklungen zu Grunde liegen, doch ändert dies nichts an den Patentrechten der Firma Ernemann.
1916 reichte Musger trotz allem ein weiteres Patent, von siner zweiten Erfindung, ein: Der ?Kinematograph mit optischem Ausgleich der Bildwanderung?. Die schlechte wirtschaftliche Lage der Nachkriegszeit verhinderte jedoch den Bau und eine mögliche Verbesserung des Modells.
Am 30. Oktober 1929 starb August Musger im Alter von 61 Jahren völlig verarmt an einer schweren Krankheit im fürstbischöflichen Knabenseminar in Graz.
Diverses
*2006/2007: Aufgrund des 150-jährigen Bestehens des fürstbischöflichen Knabenseminars in Graz, Steiermark, gibt es dort eine Ausstellung zu Ehren Musgers.
Von Musgers ?Serienapparat mit Spiegelgrad? ist kein Exemplar mehr vorhanden. Ein Modell des ?Kinomatographen mit optischen Ausgleich der Bildwanderung? ist jedoch im Technischen_Museum_Wien ausgestellt.
Weblinks
*
• Eintrag im Österreich-Lexikon AEIOU

