August Kubizek
August Kubizek (3. August 1888 in Linz; ? 23. Oktober 1956) war ein Freund Adolf Hitlers während seiner Linzer und Wiener Zeit (1904 - 1908).Leben
Kubizek begann nach dem Besuch der Bürgerschule eine Lehre als Tapezierer im väterlichen Betrieb in Linz. Er war in den Jahren 1904 bis 1908 mit Hitler befreundet, wobei vor allem die gemeinsame Liebe zu der Musik Richard Wagners als Bande zwischen den beiden diente.
Laut Kubizeks Memoiren gelang es dem jungen Hitler im Frühjahr 1908, Kubizeks Vater davon zu überzeugen, diesen am Konservatorium in Wien Musik studieren zu lassen. Zuvor hatte dieser starke Bedenken gegen die Überlegungen seines Sohnes gehabt, seine musikalischen Neigungen zum Beruf zu machen und es vorgezogen, diesen etwas "Praktischeres" lernen zu lassen.
In Wien lebten Hitler und Kubizek einige Wochen lang zusammen in einem Zimmer bei der Tschechin Zakreys zur Untermiete. Während Kubizek im Herbst 1908 acht Wochen lang Militärdienst im österreichischen Heer leistete, zog Hitler aus dem gemeinsamen Zimmer aus ohne eine Nachricht über seinen Verbleib zu hinterlassen.
Von Oktober 1912 bis 1914 arbeitete Kubizek als zweiter Kapellmeister am Stadttheater in Marburg an der Drau. Danach nahm er bis 1918 am 1. Weltkrieg teil. Nach dem Krieg arbeitete Kubizek als Kapellmeister in Wien und ab 1920 als Stadtamtsleiter und Kapellmeister der Stadtkapelle des Musikverein Eferding in Eferding (Oberösterreich).
Zu dieser Zeit heiratete Kubizek. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor.
1933 gratulierte Kubizek Hitler anlässlich seiner Ernennung zum Reichskanzler. Im April 1938 kam es zu einem erneuten Zusammentreffen zwischen Hitler und Kubizek in Linz, 1939 und 1940 war Kubizek als persönlicher Gast Hitlers zu den Wagner-Festspielen in Bayreuth eingeladen, wobei er den Vorführungen gemeinsam mit Hitler beiwohnte.
Bedeutung für die historische Forschung
Im Jahr 1953 veröffentlichte er als Zeitzeuge ein Buch über seine Jugendfreundschaft mit Adolf Hitler. Einige Historiker ziehen manches davon aufgrund angeblich fehlender Zeugen und Belege in Zweifel. Nach dem Erscheinen von Franz Jetzingers Buchs "Hitlers Jugend. Phantasien, Lügen - und die Wahrheit" 1956, in dem Jetziger heftigst gegen Kubizek polemisiert und unter anderem ausführt, dass "90% von Kubizeks Aussagen [in dessen Buch] (...) erstunken und erlogen" seien, und dies mit aufwändigen Beweisführungen "untermauerte", galt Kubizek in der historischen Forschung lange Zeit als ein wenig verlässlicher Zeuge. So finden sich zahlreiche Irrtümer Jetzigers bei der Beurteilung Kubizeks u.a. auch bei Maser und Fest wieder. Die neuere Forschung - so z.B. Brigitte Hamann - schätzt Kubizek als einen im großen und ganzen glaubwürdigen Zeugen ein und hält den Großteil seiner Aussagen für wahr.
Angezweifelt wird in der Forschung lediglich die von Kubizek schon für die Wiener Zeit behauptete antisemitische Einstellung Hitlers, die sich in keiner anderen Quelle über diesen Zeitraum bestätigt findet und durch Hitlers Freundschaft zu jüdischen Mitbewohnern während seiner Zeit im Wiener Männerwohnheim in der Meldemannstraße, wie etwa Josef Neumann oder Siegfried Löffner, fragwürdig erscheint.
Nachweislich falsch ist Kubizeks Behauptung, Hitler sei 1908 dem Österreichischen Antisemitenbund beigetreten und habe ihn, Kubizek, "gleich mit angemeldet". Hamann vermutet, dass Kubizek hier versucht habe, seinen eigenen, selbständigen Eintritt in den Bund in späteren Jahren, nachträglich Hitler zuzuschreiben und um der Glaubwürdigkeit Willen versucht habe, bereits den frühen Hitler als Antisemiten erscheinen zu lassen.
Werke
* August Kubizek: Adolf Hitler mein Jugendfreund, Leopold Stocker Verlag 2002, ISBN 3-70200-971-X
* Lothar Machtan Hitlers Geheimnis. Das Doppelleben eines Diktators. Fischer Verlag, Mai 2003
Weblinks
*

