Augsburger Quadrant
Der Augsburger Quadrant war das erste Präzisionsgroßinstrument der neueren Astronomiegeschichte.
Paul Hainzel, ein Augsburger Patrizier, Bürgermeister und begeisterter Astronom hatte ihn im Jahre 1571John Louis Emil Dreyer: Tycho Brahe. A picture of scientific life and work in the sixteenth century. Edinburgh 1890. ([http://posner.library.cmu.edu/Posner/books/book.cgi?call=920_B813D_1890 Digitalisat]); deutsche Ausgabe: Karlsruhe 1894; Nachdruck: Vaduz 1999 mit Hilfe des berühmten Astronomen Tycho Brahe (1546; ? 1601) errichten lassen.
Er wurde aus massivem Eichenholz hergestellt und nach den BauplänenTycho Brahe: Astronomiae Instauratae Progymnasmata Seite 51 von Tycho Brahe zusammengefügt. Der Quadrant stand im Garten von Hainzels Anwesens in Göggingen auf einer Anhöhe und hatte mit seinem Radius von von etwa 5,5 Meter eine Höhe von 20 Metern. Mit diesem Instrument konnte die Zenitdistanz und Position von Gestirnen genau vermessen werden. Die Genauigkeit des aus Messing gefertigten Viertelkreises betrug bis dahin nicht erreichte 10 Bogensekunden.
Brahe hat mit dem Quadranten jedoch niemals selber Messungen durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung hatte er Augsburg bereits seit längerem verlassen. Der Quadrant wurde in einem starken Sturm im Dezember 1574 zerstört.
Der Quadrant wurde nach den Orginalplänen von Tycho Brahe 2006 wieder nachgebaut (in kleinerem Maßstab) und in Göggingen im Römerturm, an dem vermutlich ursprünglichen Ort, als Teil einer dauernden Ausstellung der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

