Augsburg
Klima
Die Stadt Augsburg liegt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima auf der Ebene des Lechfeldes in leichter Tallage. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Aufgrund dieser Konstellation ist das Wetter relativ wechselhaft.
Die Witterungsperioden variieren zwischen gemäßigten, nicht zu kalten Wintern und warmen, aber nicht übermäßig heißen Sommern. Große Schneemengen, welche die Vegetation über die Frostperioden hinweg schützen, fallen meist erst ab Januar und halten sich bis Mitte März. Größere Niederschlagsmengen sind im Frühsommer zu verzeichnen, wobei diese größtenteils durch Westwinde herangetragen werden. Längere Trockenperioden treten im Hochsommer und Frühherbst auf.
Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung sehr warme und trockene Luftströmungen ins untere Alpenvorland nach Augsburg. Damit verbunden ist der berühmte bayerisch-blaue Himmel und eine sehr gute Fernsicht, so dass auch die Bayerischen und Allgäuer Alpen oftmals sehr deutlich zu sehen sind.
Die Temperatur beträgt im Jahresmittel ca. 8,4 °C, die jährliche Niederschlagsmenge ca. 850 mm. Im Zuge des Jahrhundertsommers wurde eine Temperatur von ca. 38 Grad Celsius gemessen, was den absoluten Höhepunkt seit der Temperaturbeobachtung beträgt. Die niedrigste registrierte Temperatur betrug -27,1 Grad Celsius.
Augsburg ist durch seine Lage im gewitterintensivsten Bundesland Bayern des Öfteren von heftigen Unwettern betroffen, welche zu enormen Lech- und Wertachhochwassern führten. Die schlimmsten Auswirkungen hatte dies 1999, als ein Stauwehr an der Wertach brach und ganze Stadtteile unter Wasser standen.
An Herbsttagen ist es in Augsburg sehr häufig neblig, was sich durch die Lage in der Talebene des Lechs erklären lässt. Daneben nimmt die Stadt nach München Platz zwei der schneereichsten Großstädte Deutschlands ein.
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
: Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Augsburg
Nachdem in Augsburg schon zur Zeit des Römischen_Reiches über 12.000 Menschen gelebt hatten Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie: [http://www.stmwivt.bayern.de/tourismus/tourismus_ferienstrassen.html?PHPSESSID=c3487623b0557cbe70e5bcd6a3a311ec Ferienstraßen], wuchs die Einwohnerzahl in den folgenden Jahrhunderten nur unmerklich an. Um 1500 war sie mit einer Bevölkerung von etwa 30.000 Menschen nach Köln und mit Prag eine der größten Städte des Heiligen_Römischen_Reiches (siehe Liste der größten Städte Deutschlands).
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Augsburg ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1806 etwa 26.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1895 schon über 80.000. 1939 hatte sich diese Zahl bereits mehr als verdoppelt: Zu dieser Zeit lebten 185.000 Menschen in Augsburg.
Im Zweiten_Weltkrieg verlor die Stadt etwa 20 Prozent ihrer Bevölkerung (38.958 Personen), so dass 1945 146.000 Menschen in Augsburg lebten. Ihren Vorkriegsstand erreichte die Einwohnerzahl fünf Jahre später, wobei diese rasche Erholung auch auf eine große Zahl an Flüchtlingen aus ehemaligen deutschen Gebieten zurückzuführen ist.
Im Jahre 1992 markierte die Bevölkerungszahl von 264.852 den bisherigen historischen Höchststand. Am 30. Juni 2005 betrug die ?Amtliche Einwohnerzahl? für Augsburg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 262.140 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die Augsburger Bürger werden auch mit dem Spitznamen Datschiburger bezeichnet. Dieser wiederum basiert auf dem Zwetschgendatschi, einer Augsburger Hefekuchen-Spezialität.
Demographie
Augsburg hatte am 1. Januar 2006 269.449 Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz und 263.804 ohne die Zweitwohnsitze. Im November 2006 waren 14.242 von 138.300 erwerbsfähigen Bürgern der Stadt ohne Arbeitsplatz, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,3 % Stadt Augsburg ? Statistik: [http://www2.augsburg.de/index.php?id=2695 Arbeitsmarkt und Wirtschaft].
Im Ballungsraum Augsburg, der die direkt angrenzenten Vorstädte mit einschließt, wohnen
knapp 500.000 Menschen.
Der Ausländeranteil ist mit 16,7 % (44.895 Bewohner) im deutschlandweiten Vergleich der Großstädte eher hoch. Die meisten Bürger nichtdeutscher Herkunft wohnen in den Planungsräumen Oberhausen, Spickel-Herrenbach, Hochfeld und Lechhausen und kommen vor allem aus der Türkei, aus Italien, aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Kroatien. Dazu kommen noch weitere knapp 50.000 Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. Da sie einen deutschen Pass besitzen, werden sie statistisch nicht als Ausländer erfasst. Zählt man sie dazu, wohnen in Augsburg etwa 90.000 Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Altersstruktur in Augsburg liegt im bundesdeutschen Durchschnitt, wobei 16,0 % (43.213 Personen) der Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz unter 18 Jahre alt sind. 52,2 % (140.592 Personen) aller Einwohner sind weiblichen, 47,8 % (128.857 Personen) männlichen Geschlechts Stadt Augsburg ? Statistik: [https://www3.augsburg.de/jserv/augsburg-statistik/content/main.jsp Bevölkerung interaktiv].
Religionen
= Christentum
=Augsburg war wohl schon seit dem 4./5. Jahrhundert Sitz eines Bischofs. Um 738 wurde das Bistum Augsburg erneuert. Ab 1518 fand die Lehre Martin Luthers Anhänger in Augsburg. Die Lehre verbreitete sich immer mehr und führte schließlich zur offiziellen Einführung der Reformation durch den Rat der Stadt im Jahre 1534/37. Es folgte anschließend die Teilnahme der Stadt am Schmalkaldischen_Krieg, und 1548 wurde in Augsburg ein Reichstag abgehalten, der die Ausübung der Religion für eine Übergangszeit regelte (Augsburger Interim). Sieben Jahre später (1555) konnte im Augsburger Religionsfrieden die Gleichstellung beider Konfessionen endgültig erreicht werden. Im Andenken daran und an die Besuche Luthers in Augsburg ist die Stadt heute eine der deutschen LutherstädteAugsburg im Kreis der Lutherstädte [http://www2.augsburg.de/index.php?id=10291&MP=7987-1855 Verleihung des Preises ?Das unerschrockene Wort? in Speyer].
Die katholische Bevölkerung gehörte danach weiterhin zum Bistum Augsburg, das seinerzeit dem Erzbistum Mainz zugeordnet war. Nach dem Übergang der Stadt an Bayern verblieb es zunächst bei der bisherigen Zuordnung. 1821 wurde das Bistum Augsburg und mit ihm seine Pfarrgemeinden dem neu errichteten Erzbistum München und Freising zugeteilt (siehe hierzu auch Liste der Bischöfe von Augsburg).
Die protestantischen Gemeindemitglieder erhielten spätestens nach dem Westfälischen_Frieden die Kirchen St. Anna, St. Ulrich, Zu den Barfüßern und St. Jakob. Sie unterstanden dem Rat der Stadt. Nach dem Übergang Augsburgs an Bayern wurden die Gemeinden Teil der Protestantischen_Kirche_des_Königreichs_Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Glaubensgemeinschaften umfasste.
Die Stadt wurde danach Sitz eines eigenen Dekanats, das 1827 zunächst dem Konsistorialbezirk Bayreuth, ab 1876 dann dem Konsistorialbezirk Ansbach und danach ab 1923 dem Kirchenkreis München angehörte. Seit 1971 ist es Teil des Kirchenkreises_Augsburg. Das Dekanat Augsburg umfasst neben den Kirchengemeinden der Stadt auch Gemeinden außerhalb des Stadtgebiets, vor allem in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg.
Der Westfälische_Friede von 1648 bestätigte in Augsburg das durch die Stadtverfassung von 1548 eingeführte paritätische Regierungs- und Verwaltungssystem (endgültige Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten). Diese Vereinbarung sollte bis zur Mediatisierung im Jahre 1805 Bestand haben.
in der Altstadt]]
Freikirchliche Gemeinden haben sich nach dem Ende der Täuferbewegung wieder im 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert in Augsburg konstituiert. Den Anfang machten die Mennoniten, die ab 1870 gottesdienstliche Versammlungen in Augsburg abhielten. 1863 erhielt die Evangelisch-methodistische Kirche die Rechte einer ?Privatkirchengesellschaft?. Um 1925 nahmen ? ausgehend von der Muttergemeinde in München ? die Baptisten (heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde) ihre Arbeit auf. Seit 1968 gibt es in Augsburg auch eine Freie evangelische Gemeinde.
Die Verteilung der Konfessionen zu Anfang des 19. Jahrhunderts betrug etwa 60 % Katholiken und 40 % Protestanten. Dieses Verhältnis veränderte sich insbesondere durch Eingliederung von katholischen Vororten zugunsten der Katholiken, so dass der Anteil der protestantischen Bevölkerung um 1950 nur noch bei etwa 23 % lag.
Daneben gibt es eine große Zahl weiterer christlicher Religionsgemeinschaften, zum Beispiel Gemeinden der Altkatholischen_Kirche, der Christengemeinschaft, der Neuapostolischen_Kirche oder der Zeugen_Jehovas. Auch die orthodoxen Kirchen Süd- und Osteuropas besitzen Gemeinden in Augsburg.
= Judentum
=in der Halderstraße]]
Es ist anzunehmen, dass nach den Jüdischen Aufständen im ersten Jahrhundert und der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch die Römer auch die ersten Juden nach Augsburg kamen. Aus dem 9. Jahrhundert gibt es urkundliche Erwähnungen. 1439 wurden die Juden aus der Stadt vertrieben und siedelten sich vor den Toren der Stadt im heutigen Stadtteil Kriegshaber an.
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Augsburg begann wieder 1803, als die Stadt erstmals drei Juden (die Bankiers Arnold Seligmann, später Freiherr von Eichthal, Jakob Obermayer und Henle Ephraim Ullmann) gegen eine jährliche Gebühr und eine erhebliche Darlehenssumme das Bürgerrecht verlieh, obwohl die städtischen Kaufleute dagegen erheblichen Widerstand geleistet hatten.
Die Zahl der jüdischen Familien stieg anschließend nur schwach (im Jahr 1840 79 und 1852 128 Personen), da ihre Niederlassung auch weiterhin streng gehandhabt wurde. Eine entscheidende Wendung brachte die Niederlage der konservativen Katholiken bei den Gemeinderatswahlen von 1857, in deren Folge 1861 die erste Israelitische Kultusgemeinde in Augsburg gegründet werden konnte. Bis dahin wurde der Religionsunterricht vom Lehrer des damals noch eigenständigen Vorortes Pfersee erteilt, während das zuständige Rabbinat Kriegshaber war.
Schon drei Jahre vor Genehmigung der Gemeinde durch die Regierung wurde 1858 das Haus Wintergasse A 13 für 13.000 Gulden gekauft und zunächst zu einer reinen Synagoge ausgebaut und später durch Rabbiner- und Lehrerwohnungen erweitert; deren Einweihung erfolgte im April 1865.
Durch diese Entwicklung nahm die jüdische Bevölkerung in der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rapide zu, so dass 1895 1.156 Juden in Augsburg lebten. Inzwischen war schon ein jüdischer Friedhof (1867) sowie ein reges Vereinsleben (ein Männer-, ein Frauen- und ein Speiseverein jeweils mit wohltätigen Zwecken) entstanden. Die jüdischen Industriellen, Bankiers, Handels- und Kaufleute nahmen im wirtschaftlichen Leben der Stadt eine bedeutende Rolle ein und gehörten nahezu vollständig der gehobenen Mittel- beziehungsweise Oberschicht an.
Schon zu dieser Zeit forderten immer mehr Gemeindemitglieder den Bau einer neuen_Synagoge, der zudem durch das Drängen der Stadt nötig wurde: Das alte Gebäude befand sich in einem maroden Zustand. So wurde 1903 ein Gartengut an der Halderstraße erworben, für das 1912 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wurde. In den Jahren 1914 bis 1917 wurden schließlich die Pläne von Fritz Landauer und Dr. Heinrich Lömpel verwirklicht.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 litten auch die Augsburger Bürger mehr und mehr unter Repressalien: Innerhalb von fünf Jahren wurden nahezu alle jüdischen Firmen geschlossen oder ?arisiert?.
Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Unterdrückung der Juden in der Reichspogromnacht am frühen Morgen des 10. November 1938: Etwa 30 NSDAP-Mitglieder zerstörten die Inneneinrichtung der Synagoge und legten Feuer, das allerdings wegen der umliegenden Wohn- und Kommunalbauten sowie einer Tankstelle wieder gelöscht wurde, so dass das Gebäude an sich erhalten blieb und während des Zweiten Weltkrieges als Kulissenlager des Stadttheaters zweckentfremdet wurde. Auf der Kuppel der Synagoge wurde ein Beobachtungsstand der Flugabwehrartillerie eingerichtet.
Obwohl seit 1933 viele Juden ausgewandert waren, war deren Zahl in der Stadt durch Zuzug jüdischer Bürger aus ländlichen Gemeinden nicht stark gesunken, so dass in sieben Transporten nach Auschwitz, Piaski, Riga und Theresienstadt 356 bis 450 Gemeindemitglieder deportiert wurden. Nur wenige überlebten die Schrecken der Konzentrationslager.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrten nur wenige ehemalige Augsburger Juden zurück in die Stadt, unter ihnen Ludwig Dreifuß, der von der amerikanischen Militärregierung zum ersten Nachkriegsbürgermeister ernannt wurde. 1946 wurde die Jüdische Kultusgemeinde Augsburg-Schwaben gegründet, die über eine sehr lange Zeit nicht viel Zuwachs erfuhr: 1987 hatte sie 247 Mitglieder. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1990 änderte sich dies durch den Zuzug zahlreicher Kontingentflüchtlinge rapide, so dass die Gemeinde - die allerdings für ganz Schwaben zuständig ist - heute etwa 1.800 Personen umfasst Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der jüdischen Geschichte: [http://www.alemannia-judaica.de/augsburg_synagoge.htm Die Synagoge in Augsburg].
= Islam
=Die Muslime bilden in Augsburg ? wie in den meisten Teilen Deutschlands ? die zweitgrößte religiöse Gemeinschaft. In der Stadt befindet sich eine Vielzahl von Gebets- und Vereinsräumen, die von unterschiedlichen Gemeinschaften mit jeweils eigenen Zielsetzungen und Schwerpunkten geführt werden.
Den Hauptanteil der islamischen Bürger machen Migranten aus der Türkei in erster bis dritter Generation aus (siehe Demographie). Daneben bestehen aber auch Vereine und dazugehörige Gebetsstätten der arabischen, bosnischen und irakischen Muslime sowie ein alevitisches Kulturzentrum.
= Sonstige Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften
=Neben den christlichen, jüdischen und islamischen Gemeinden, die zusammen den Großteil des religiösen Lebens in Augsburg ausmachen, gibt es noch viele kleine Glaubensgemeinschaften verschiedenster Art.
Bund für Geistesfreiheit
Neben den Religionsgemeinschaften gibt es in Augsburg mit dem Bund für Geistesfreiheit Augsburg (bfg Augsburg) eine nichtreligiöse Weltanschauungsgemeinschaft, die 1911 gegründet wurde. Nach Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde sie verboten und erst fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1950 wiedergegründet.
Nach einer geringen Mitgliederzahl über viele Jahrzehnte erlebt die Organisation seit 1980 einen starken Zuwachs, so dass ihr im Jahr 2006 692 Personen angehörten Bund für Geistesfreiheit Augsburg: [http://www.bfg-augsburg.de/index.php?p=bfg Der bfg].
Geschichte
Antike
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Als Gründungsjahr Augsburgs gilt 15 v. Chr., da in diesem Jahr auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Oberhausen ein Legionslager, das später auch als Nachschubdepot diente, errichtet wurde. Kaiser Augustus hatte seinen beiden Stiefsöhnen Drusus und Tiberius den Auftrag dazu erteilt. Diesem Gründungsdatum zufolge würde das bedeuten, dass Augsburg nach Trier die zweitälteste_Stadt_Deutschlands ist. Gesichert ist dagegen, dass sie nach Augusta Treverorum eine der größten römischen Siedlungen nördlich der Alpen war.
Um das vor der Zeitenwende entstandene Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum (siehe Namensherkunft), der Kaiser Hadrian im Jahr 121 n. Chr. das römische Stadtrecht verlieh. Augsburg war ab etwa 95 n. Chr. Hauptstadt der römischen Provinz Raetien, die sich bis nach Oberitalien erstreckte. Es ist unbekannt wann genau Augsburg Provinzhauptstadt wurde, ein archäologischer Befund deutet aber darauf hin, dass Kempten im Allgäu (Cambodunum) noch bis ins späte 1. Jahrhundert n. Chr. diese Funktion hatte.
Neuen Forschungen zufolge wurde der Neckar-Odenwald-Limes erst im Jahre 98 n. Chr. unter Kaiser Trajan angelegt, zeitgleich mit dem für dieses Jahr gesicherten Bau der römischen_Fernstraße von Mainz über Bad Cannstatt nach Augsburg. Ein Zusammenhang dieser beiden strategischen Bauprojekte mit der Verlegung der Hauptstadt der Provinz Rätien von Kempten nach Augsburg liegt nahe, ist aber bisher nicht positiv belegt (vergleiche hierzu: Kinzigtalstraße).
Nach der Teilung der römischen_Provinz Raetia im Jahr 294 n. Chr. wurde Augsburg Hauptstadt der Provinz Raetia Secunda, wo nach dem Ende der römischen Herrschaft um 450_n._Chr. ab dem 5. Jahrhundert die Alemannen einfielen. Dass die Siedlung dabei aber nicht zerstört wurde, sondern weiterhin Bestand hatte, ergibt sich aus der Erwähnung von Wallfahrten zum Grab der Heiligen_Afra in der von Venantius Fortunatus (nach 600 in Poitiers gestorben) im Jahr 565 veröffentlichten metrischen Vita sancti Martini (MGH auct. ant. IV 1/2), Vers 642.
Schon in der Spätantike wurde Augsburg Sitz eines Bischofs. So sind aus der Zeit um 300 Überlieferungen über einen Bischof Narzissus erhalten geblieben. Auch das Martyrium einer der Stadtheiligen, Afra von Augsburg, fällt in etwa in diese Zeit.
Mittelalter
Augsburg errang im Mittelalter nach mehreren Jahrhunderten ohne nennenswerte Ereignisse wieder wachsende Bedeutung, als Kaiser Otto_I. mit Hilfe des Bischofs Ulrich von Augsburg die westwärts strebenden Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld südlich der Stadt besiegte.
Im Jahr 1156 erhielt Augsburg durch Kaiser Friedrich_Barbarossa das Stadtrecht verliehen, das knapp hundert Jahre später 1251 durch das Recht auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer Bürger erweitert wurde. Den Höhepunkt dieser Entwicklungen bildete die Reichsfreiheit (mit dem Titel einer Freien_Reichsstadt), die 1276 von König Rudolf_von_Habsburg verliehen wurde. Die nun ausgeweitete Selbstständigkeit Augsburgs führte zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem Hochstift als weltlichem Herrschaftsbereich des Fürstbischofs, die ihren Höhepunkt in der Verlagerung der bischöflichen Hauptresidenz nach Dillingen an der Donau fanden.
In der Folge übernahmen mehr und mehr Patrizierfamilien die Herrschaft über die Stadt, was allerdings nicht immer problemlos ablief: So gab es 1368 einen Aufstand der städtischen Handwerker, was zur Einführung einer Zunftverfassung führte. Elf Jahre später trat Augsburg dem Schwäbischen_Städtebund bei, der allerdings 1388 wieder zerfiel.
In Folge der Zunftverfassung und der damit verbundenen Regulierung aller handwerklichen Tätigkeiten wuchs die Macht der Zünfte stetig an, so dass sie bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt waren. Schon sieben Jahre zuvor - 1540 - war die Augsburger Börse gegründet worden.
Neuzeit
: Hauptartikel: Reichstag zu Augsburg
Den Höhepunkt dieser Periode stellt die Diktatur des Ulrich Schwarz dar, der das Bürgermeisteramt 1469 mit großen politischen Visionen übernommen hatte. Anfangs gelang es ihm unter anderem, den bis dato unterrepräsentierten niederen Zünften Mitsprache im Stadtregiment einzuräumen und Augsburg aus der Schuldenfalle zu befreien. Als sich ihm das Patriziat jedoch entgegenstellte, griff er zu brutalen Mitteln und ließ an den Patrizierbrüdern Vittel die Todesstrafe vollführen, was zu seinem eigenen Sturz und seiner Hinrichtung 1478 führte.
Nach dem endgültigen Niedergang der Zunftherrschaft im Jahre 1547 entwickelte sich Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance zu einem der bedeutendsten Handels- und Wirtschaftszentren der Welt, was vor allem auf den Einfluss der Kaufmannsfamilien Fugger und Welser zurückgeht.
=Reformationszeit
=Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) beim Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens, die auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 mit dem Augsburger_Bekenntnis von Philipp Melanchthon formuliert wurde. Die Confessio Augustana stellt die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der Lutherischen_Kirche dar.
In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 eine bedeutende Täufergemeinde, die vor allem durch die Augsburger Märtyrersynode 20. bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von Abgesandten unterschiedlicher Täuferkreise, Bekanntheit erlangte. Die meisten der Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen.
Am 22. Juli 1534 beschloss der Große Rat der Stadt, dass nur von ihm ?installierte? Prädikanten in der Stadt predigen durften. Der katholische Gottesdienst wurde auf die acht Kirchen der Stifte eingeschränkt. Kleinere Kirchen und Klosterkirchen wurden geschlossen. Mit diesem Religionsmandat nahm der Rat formal die Kirchenhoheit der Stadt in Anspruch.
Im Jahr 1548 veranlasste Kaiser Karl_V. eine neue patrizische Stadtverfassung und erließ das Augsburger Interim. Mit der neuen Stadtverfassung führte die Stadt ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten, - siehe Paritätische Reichsstadt). Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 beruhigte auch in der Stadt das Zusammenleben der Bürger. 29 Jahre später - 1584 - wurde in Augsburg der Gregorianische_Kalender eingeführt.
vor den Mauern Augsburgs im Jahre 1632]]
Während des Dreißigjährigen_Krieges wurde die Fuggerstadt am 20. April 1632 von der schwedischen Armee eingenommen. An diese Zeit erinnert der Schwedenturm mit dem Standbild des Stoinerner_Mo sowie die Schwedenstiege, die beide Teile der Augsburger Befestigungsanlage waren.
Im 18. Jahrhundert erlebte die Instrumentenmacherkunst in Augsburg eine neue Blüte. Sie ist eng mit dem Namen Georg Friedrich Branders (1713?1783) verbunden, dessen Erzeugnisse in ganz Europa Anklang fanden. Am 13. Dezember 1703 wurde Augsburg im Spanischen_Erbfolgekrieg durch bayerische Truppen unter Kurfürst Maximilian II. Emanuel besetzt, die es 1704 allerdings wieder räumen mussten.
1784/1785 kam es zu Weberunruhen, die schließlich am 29. Januar 1794 im Weberaufstand gipfelten. Den Hintergrund des Streites bildete die aufkommende Textilindustrie mit ihren Kattunmanufakturen, welche das Weberhandwerk bedrohten. So hatte Johann Heinrich Schüle 1771 mit der Schüleschen Kattunfabrik in Augsburg die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent errichtet.
Moderne
Durch den Friedensvertrag_von_Pressburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen_Truppen besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Bis dahin war es von sieben Patrizierfamilien beherrscht worden. Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen Polizeidirektor und unterstand direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnete man solche Städte als ?kreisfrei?.
1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis Augsburg hervorging. Dieser wurde bei der Kreisreform 1972 mit dem ehemaligen Landkreis Schwabmünchen, einem Teil des ehemaligen Landkreises Wertingen und einigen Orten der Landkreise Donauwörth und Neuburg_an_der_Donau vereinigt. Seine heutige Ausdehnung erhielt der Landkreis Augsburg mit der Ausgliederung der Gemeinde Baar (Schwaben) zum Landkreis Aichach-Friedberg im Jahr 1994. Augsburg blieb Sitz des Landkreises, die Stadt selbst war stets kreisfrei.
Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus (bedeutendstes Unternehmen hierbei ist wohl die heute nur noch mit dem Kürzel MAN bekannte Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). So hatte zum Beispiel die Messerschmitt AG seit 1927 hier ihren Hauptsitz. Mit der Allgemeinen_Zeitung von Johann Friedrich Cotta erschien in Augsburg außerdem die bedeutendste deutsche Tageszeitung dieser Zeit.
Zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts machte sich der technische Fortschritt auch in der Fuggerstadt bemerkbar: Nachdem 1881 bereits Pferdebahnen auf Schienen eingeführt worden waren, ging 1898 die elektrische Straßenbahn in Betrieb. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erhielt die Stadt 1917 auch elektrisches Licht (bis dahin war die gesamte Beleuchtung durch Gaslaternen gesichert worden).
= Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
=Bei der Reichstagswahl 1933 erhielt die NSDAP in Augsburg 32,3 % der Stimmen. Mit Beginn der ?Nationalen Revolution in Bayern? am 9. März begann der Terror gegen politische Gegner auch in Augsburg. Ende März 1933 wurde der 1929 gewählte Stadtrat aufgelöst und anhand der Ergebnisse der Reichstagswahl vom 5. März neu besetzt, jedoch ohne die Stadträte der KPD. Im Mai verließ die SPD, die schon vorher von fast allen städtischen Ausschüssen ausgeschlossen war, auf Druck der Nationalsozialisten den Stadtrat, am 5. Juli folgte die BVP. Die Abgeordneten der DNVP schlossen sich der Fraktion der NSDAP an.
In der Stadtratssitzung vom 28. April wurde der 2. Bürgermeister der SPD, Ackermann, formell pensioniert und Joseph Mayr (NSDAP), der das Amt schon vorher kommissarisch geführt hatte, zum neuen 2. Bürgermeister gewählt. Am 31. Juli schließlich wurde der Oberbürgermeister Dr. Otto Bohl (BVP) entlassen und auf der Stadtratssitzung am 3. August durch Dr. Edmund Stoeckle (NSDAP) ersetzt. Die Machtübernahme in der Stadt war damit abgeschlossen.Schon am 9. März wurden kommunistische Funktionäre in ?Schutzhaft? genommen. Richteten sich die Verhaftungen zunächst gegen Kommunisten und Sozialdemokraten, gerieten schnell auch Juden und andere missliebige Personen, wie auch Abgeordnete der BVP, in Haft. Auch der Brand der Sängerhalle (im heutigen Wittelsbacherpark) am 30. April 1934 war Anlass einer Verhaftungswelle.
Am Morgen des 10. November 1938 brannte die 1917 erbaute Synagoge an der Halderstraße, in der Folge wurden auch jüdische Geschäfte und Privatwohnungen verwüstet. Neben vielen anderen Widerstandskämpfern wie Bebo Wager wurde auch der SPD-Landtagsabgeordnete Clemens Högg in der NS-Gewaltherrschaft ermordet.
Augsburg erlitt im Zweiten_Weltkrieg schwere Schäden, da sich hier die Produktionsstätten wichtiger Rüstungsunternehmen (unter anderem Messerschmitt AG und MAN) befanden. Bei einem verheerenden Bombenangriff der Britischen_Luftwaffe in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 wurden große Teile der Augsburger Innenstadt zerstört. Bilanz des Bombardements mit 300.000 Brandbomben: 730 Tote und über 1300 Verletzte. Danach verließ fast die Hälfte der Bevölkerung die Stadt.
Am 28. April 1945 rückten Einheiten der 7. US-Armee ohne Widerstand in Augsburg ein und errichteten hier einen Stützpunkt mit mehreren Kasernen, der erst 1998 durch den Abzug der letzten Truppen vollständig aufgegeben wurde.
= Bundesrepublik Deutschland
=Die Altstadt mit ihren bedeutenden Bauten wurde nach Kriegsende größtenteils wieder aufgebaut, wobei einige Arbeiten bis in die heutige Zeit andauern. So konnte die Renovierung des 1985 anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt eröffneten Goldenen_Saals erst 1996 abgeschlossen werden. Als Hauptstadt des Regierungsbezirks Schwaben fügte sich Augsburg in das politische System der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern ein.
Durch den Bau des Rosenaustadions errang die Stadt in der Nachkriegszeit große Bedeutung für unzählige sportliche Veranstaltungen, unter anderem Leichtathletik-Ländervergleiche. Den Höhepunkt dieser Ereignisse bildeten die Kanu-_und_Kajak-Wettbewerbe sowie einige Basketball-, Fußball- und Handball-Vorrundenspiele der Olympischen_Spiele 1972, die in Augsburg ausgetragen wurden.
Schon zwei Jahre zuvor wurde die Universität als Nachfolger mehrerer anderer Hochschulen gegründet und nahm mit dem wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fachbereich ihre Arbeit auf. Durch die Einrichtung weiterer Fakultäten und den Bau eines Campus ab 1974 wuchs ihre Bedeutung stetig an, so dass dort heute etwa 14.500 Studenten eingeschrieben sind.
Nachdem das städtische Gesundheitswesen über viele Jahrhunderte sehr dezentral und uneinheitlich organisiert gewesen war, markierte die Einweihung des Zentralklinikums, das mittlerweile ?Klinikum Augsburg? heißt, im Jahr 1982 eine bedeutende Wende: Seitdem werden alle Notfälle und Operationen zentral in einem Krankenhaus behandelt; die kleineren Kliniken haben sich derweil spezialisiert (siehe Gesundheitswesen_in_Augsburg).
Eine schwere Naturkatastrophe erlebte die Stadt mit dem Pfingsthochwasser 1999, als Lech und Wertach nach tagelangen Niederschlägen und der zugleich eintretenden Schneeschmelze in den Alpen über die Ufer traten. Als schließlich ein Stauwehr einbrach, wurden ganze Stadtteile überschwemmt, wodurch ein Millionenschaden entstand.
In der jüngsten Zeit wurde Augsburg mehrmals durch Insolvenzen bedeutender Firmen von schweren Krisen geschüttelt und besitzt heute eine über dem bayerischen Durchschnitt liegende Arbeitslosigkeit. Daneben sorgten verschiedene Rückschläge wie die fehlgeschlagene Erweiterung des Flugplatzes zu einem großen Regionalflughafen für Makel in der sonst positiven Entwicklung der Stadt. Durch verschiedene kulturelle Großveranstaltungen wie das Mozart- oder das Brecht-Jahr hat sich Augsburg in den letzten Jahren weltweite Beachtung verschafft.
Städtische Legenden
=Stadtgöttin Cisa
=Angeblich war Cisa (dea Ciza) die Stadtgöttin von Augsburg. In Randnotizen des aus dem Stift_Ursberg stammenden Excerptum ex Gallica Historia (um 1135) wird ausführlich von der erfolglosen römischen Belagerung der von schwäbischen_Stämmen zwischen Lech und Wertach errichteten Stadt Cisaris, dem späteren Augsburg, berichtet. Die Stadt war demnach nach einem Heiligtum der Göttin Cisa benannt. In diesem Text werden auch die Lokalnamen Kriegshaber von einem Griechen Avar, Hafnerberg von einem Militärpräfekt Habeno (auch: Hebeino) und Pfersee von einem Militärtribunen Verres (auch: Verus) abgeleitet (siehe auch: Ableitung_des_Namens_Pfersee).
Der Text aus dem 12. Jahrhundert erweist sich als diffuse Kompilation mit deutlichem Schwerpunkt auf der, für die Sagenforschung nicht ungewöhnlichen, phantasievollen Ausdeutung nicht mehr verstandener, wohl voralemannischer Lokalnamen. In der Diskussion blieb allein die Göttin Cisa, sicherlich deswegen, weil Jacob Grimm in seiner Deutschen Mythologie den ?Werth der merkwürdigen Überlieferung? ausdrücklich betonte.
Ob man an der Stelle des heutigen Kitzenberges bei der Basilika St._Ulrich_und_Afra eine alemannische Ziuverehrung annehmen kann, ist ebenfalls wissenschaftlich nicht zu belegen. In Augsburg war zumindest seit dem späten_Mittelalter ein provinzialrömisches Medusenhaupt bekannt, das in der heutigen Ulrichskirche eingemauert war und sich heute im Römischen Museum befindet. Eine Darstellung der Cisa ist auf der Wetterfahne des Perlachturms zu sehen; ferner sollen der Legende nach einige Darstellungen auf den Bronzetüren des Domes auf die Göttin hindeuten.
=Der Stoinerne Ma
=Der ?Stoinerne Ma? (?Steinerner Mann?) ist eine überlebensgroße Steinfigur an der östlichen Stadtmauer im Bereich der so genannten ?Schwedenstiege?, die in unmittelbarer Nähe der Galluskirche liegt. Sie stellt wohl einen einarmigen Bäcker mit einem Laib Brot und einem Schild dar. Im Bereich der Füße befindet sich ein schneckenförmig gedrehtes Postament.
Der Legende nach handelt es sich um den Bäcker "Konrad Hackher?, der während einer langen Belagerung der Stadt aus Sägemehl Brote gebacken und für die Belagerer deutlich sichtbar über die Stadtmauer in den Graben geworfen haben soll. Der Eindruck, in Augsburg gäbe es noch so viel Brot, dass man es über die Mauer werfen könne, soll die Belagerer so demoralisiert haben, dass sie aus Wut nach ihm mit einer Armbrust schossen. Ein Treffer schlug ihm den Arm ab, bald darauf brachen sie die Belagerung ab. Historisch gehört das Ereignis in den Dreißigjährigen_Krieg, genauer zur Belagerung Augsburgs während der Jahre 1634/35, als katholische Truppen unter Generalfeldmarschall von Wahl die von den protestantischen Schweden besetzt gehaltene Stadt zurückerobern wollten. Verlässlich belegt ist die Tat des Bäckers freilich nicht.
Fakten jenseits dieser Legende gibt es allerdings: In seinem akribisch recherchierten Beitrag zur 1941 erschienenen Nr. 54 der ?Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben? definiert Eduard Lampart die damals noch an der Hausecke Pulvergässchen/Unterer Graben stehende Figur als Bastelei aus einigen ursprünglich nicht zusammengehörigen Teilen. Es dürfte sich um Funde bei Erdarbeiten in der Stadt handeln, die über Generationen hinweg zum erwähnten Eckhaus gekarrt wurden, weil es bis 1810 der Sitz des amtierenden ?Städtischen Bauwarts? war. Einem der Bauwarte ist die wohl zwischen Anfang und Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte Aufstellung der Figur zu verdanken. Dass sie den historisch nicht belegbaren Bäcker-Helden Hacker darstellt, wurde ihr erst später angedichtet.
Die Statue wird gerne von Spaziergängern angesteuert, die an der Stadtmauer entlang flanieren. Da es Glück bringen soll, die Nase der Steinfigur zu berühren, ist dieser Brauch vor allem bei Liebespaaren beliebt.
=Die sieben Kindeln
=In der Hauswand des Anwesens Bei den Sieben Kindeln 3 befindet sich ein eingelassenes Steinrelief aus der Römerzeit, das sechs spielende, nackte Kinder darstellt, die um einen Sarg versammelt stehen. Der Legende nach soll die Gedenkplatte von einem römischen Offizier zur Erinnerung an das Ertrinken eines seiner Kinder in Auftrag gegeben worden sein (deshalb heißt es "sieben" Kinder, obwohl die Platte nur sechs darstellt: Das siebte Kind sei ertrunken und liegt in dem Sarg). Nach heutigem Wissensstand stellt die Platte Eroten dar und bildete einmal die Längsseite eines so genannten Erotensarkophags.
Eingemeindungen
Das Stadtgebiet war schon vorher immer wieder durch Eingliederungen umliegender Gemeinden erweitert worden, größere Ausmaße nahm es jedoch erst im 20. Jahrhundert an. Die Eingemeindungen sind zwei Wellen zuzuordnen: Einer ersten vor und während des Ersten_Weltkrieges, einer zweiten 1972 im Zuge der Bayerischen Gemeindereform. Augsburgs damaliger Oberbürgermeister Hans_Breuer hätte gerne noch mehr umliegende Städte eingegliedert, scheiterte aber am Widerstand der dortigen Bevölkerung.
Namensherkunft
Der Name Augsburgs leitet sich vom römischen Namen der Stadt, Augusta Vindelicorum, ab. Den ersten Teil des Namens, Augusta, trug die Stadt, weil sie auf Befehl von Kaiser Augustus von dessen beiden Stiefsöhnen Drusus und Tiberius 15 v. Chr. (zunächst als Militärlager) gegründet wurde. Der zweite Teil, Vindelicorum, ist der Genitiv Plural der lateinischen Bezeichnung für den Volksstamm der Vindeliker, die damals in diesem Gebiet zwischen Wertach (lateinisch Vinda) und Lech (lateinisch Licus) siedelten.
Politik
Stadtverwaltung
An der Spitze der Stadt Augsburg stand als Vorsitzender des Rates nachweislich seit 1266 der Stadtpfleger, der gelegentlich auch als Bürgermeister bezeichnet wurde, was dazu führte, dass teilweise sogar beide Titel gleichzeitig in Gebrauch waren. Erst 1548 wurde der Titel endgültig auf Stadtpfleger festgesetzt. Diese amtierten über mehrere Jahre und wurden ab dann auf Lebenszeit gewählt, weshalb es auch mehrere Stadtpfleger gleichzeitig gab.
Nach dem Übergang an Bayern wurde in Augsburg ein Magistrat mit 2 Bürgermeistern eingesetzt, das ab 1818 durch ein zusätzliches Kollegium der Gemeindebevollmächtigten unterstützt wurde.
1919 wurde dieses Zweikammersystem zugunsten der Einrichtung eines ?Stadtrates? aufgegeben, dem seither der ?Erste Bürgermeister? vorsteht, der meist den Titel Oberbürgermeister führt (siehe Liste der Oberbürgermeister Augsburgs).
Seit 2002 wird Augsburg von Dr._Paul_Wengert (SPD) geführt, der einer Regierungskoalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FBU, Freie Wähler und ödp vorsteht, der sogenannten Regenbogenkoalition.
Stadtrat
Bundestagsabgeordnete
Augsburg befindet sich im Wahlkreis 253 Augsburg-Stadt, dem auch Königsbrunn im gleichnamigen Landkreis Augsburg angehört.
Bei der Wahl_zum_16._Deutschen_Bundestag wurde Dr._Christian_Ruck von der CSU mit 49,2 % der Stimmen direkt gewählt. Über die Landesliste zogen außerdem Miriam Gruß für die FDP, Heinz Paula für die SPD und Claudia Roth für Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag ein.
Wappen
Die offizielle heraldische Beschreibung des Augsburger Wappens nennt ein von Rot und Silber gespaltenes Schild, auf dem sich eine grüne Zirbelnuss auf ebenso grünem Kapitell befindet. Dementsprechend sind die Stadtfarben rot-grün-weiß.
Das älteste nachweisbare Stadtsiegel Augsburgs aus dem Jahr 1237 zeigt ein zweitürmiges Stadttor mit Zinnenmauer und darüber einen Stern. Im Torbogen steht ein Lebensbaum, ab 1260 eine Traube auf Fuß, die wohl auf den Namen der Stadt ?Augster? anspielt, was eine Traubensorte darstellt.
Im 15. Jahrhundert wird eine grüne Traube in rot-weißem Schild dargestellt, was sich durch den Fund eines Pinienzapfens (wohl die Spitze eines römischen Grabsteins) 1467 ändert: Seitdem wird statt der Traube eine Zirbelnuss abgebildet. Das Köpfchen auf dem Kapitell ist seit 1521 nachweisbar, die Mauerkrone erst seit 1811. Die Bedeutung dieser Symbole ist nicht geklärt. Die Stadtfarben sind seit 1372 bekannt. Anlässlich der 2000-Jahrfeier 1985 wurde das Wappen dem Zeitgeschmack gemäß neu gestaltet.
Die Zirbelnuss war als stilisierter Pinienzapfen das Feldzeichen der römischen Legion des Römerlagers und wurde zum Symbol der späteren römischen Hauptstadt der Provinz Raetia. Noch heute findet sich die Zirbelnuss auf zahlreichen Gebäuden und Mauern im gesamten Stadtgebiet als Zeichen Augsburger Würde.
Städtepartnerschaften
Wie bei allen anderen deutschen Städten beginnt die Geschichte der Augsburger Partnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Britische Generalkonsulat in München 1956 mit dem Wunsch zum Aufbau einer freundschaftlichen Beziehung zu einer schottischen Stadt an die Augsburger herantrat und die drittgrößte Stadt Inverness vorschlug.Nach ersten gegenseitigen Besuchen von offiziellen Vertretern im selben Jahr kam es auf Dauer zu einem Kulturaustausch, der in einer Städtepartnerschaft mündete, die interessanterweise nie vertraglich festgehalten wurde.
Der erste deutsch-japanische Schwesternstadtbund geht auf die Initiative einer einzigen Person zurück: Magokichi Yamaoka hatte vor dem Zweiten Weltkrieg in München studiert und sich im Zuge seiner Forschungen auch für Rudolf Diesel interessiert, weshalb er öfter in Augsburg zugange war. Nach Ende des Krieges, Yamaoka war inzwischen Firmenchef der Yanmar-Diesel-Werke, stiftete er deshalb den Japanischen Gedächtnishain im Wittelsbacher Park. Anschließend verwendete er seinen gesamten politischen und privaten Einfluss darauf, die Städte Amagasaki und Nagahama, in denen seine Firma Fabriken besaß, mit Augsburg zu verbinden, was schließlich zur doppelten Partnerschaft im Jahre 1959 führte.
Nur fünf Jahre später entstand die Verbindung zur amerikanischen Stadt Dayton, die ihren Ursprung im schon 1956 von US-Präsident Dwight D. Eisenhower verkündeten Projekt ?People to People? hatte. Begünstigt wurden die Entwicklungen außerdem durch die Tatsache, dass der US-Konzern NCR aus Dayton seinen deutschen Hauptsitz in Augsburg gegründet hatte. Die endgültige Partnerschaft wurde mit der Gründung eines ?Sister City Committees? vollzogen.
Im Zuge des deutsch-französischen_Freundschaftsvertrages von 1963 kam ein Jahr später aus den Reihen des Augsburger Stadtrates der Wunsch, mit einer Stadt in Frankreich eine Partnerschaft einzugehen. In Absprache mit der Internationalen Bürgermeister-Union fiel die Wahl auf das zentral gelegene Bourges. Der Partnerschaftsvertrag selbst wurde schließlich im April 1967 unterzeichnet, nachdem es vorher schon wechselseitige Besuche und Kontakte gegeben hatte.
Erst 31 Jahre später kam es zu einer weiteren Städtepartnerschaft, die ihren Ursprung allerdings schon am Ende des Zweiten Weltkrieges besitzt: 1955 hatte die Stadt Augsburg die Patenschaft für alle aus der tschechischen Stadt Liberec (ehemals Reichenberg) Vertriebenen übernommen, von denen ein Großteil in der Fuggerstadt eine neue Bleibe gefunden hatte. Nach dem Ende des Kalten_Krieges hatten zunächst die ehemaligen Flüchtlinge damit begonnen, vor allem auf kultureller Ebene wieder Kontakt zu ihrer alten Heimat aufzunehmen, was sich in regelmäßigen Austauschprogrammen äußerte. Dieser Entwicklung wurde schließlich am 1. Mai 2001 mit der Unterzeichnung eines offiziellen Städtepartnervertrages Rechnung getragen.
Die momentan letzte Augsburger Städtepartnerschaft findet ihre Wurzeln in einer offiziellen Provinzpartnerschaft, die der Freistaat Bayern und die chinesische Provinz Shandong am 9. Juli 1987 unterschrieben hatten. In deren Folge interessierte sich nämlich die Provinzhauptstadt Jinan für die Aufnahme einer Partnerschaft mit einer bayerischen Stadt. Nach ersten gegenseitigen Besuchen und Kontakten konnten die jeweiligen Bürgermeister am 3. September 2004 schließlich die offizielle Urkunde zur Begründung einer Städtepartnerschaft unterzeichnen.
Dadurch besitzt Augsburg mittlerweile sieben Partnerstädte in drei Kontinenten, mit denen intensive Kontakte vor allem zur besseren Völkerverständigung bestehen. Diese äußern sich in den unterschiedlichsten Bereichen, unter anderem in Schüler- und Studentenaustauschen, sportlichen, musikalischen, künstlerischen Vergleichen oder verschiedenen Heimatgruppen, die sich gegenseitige Besuche abstatten Stadt Augsburg: [http://www2.augsburg.de/index.php?id=21 Partnerstädte].
Patenschaften
1954 wurde auf Anregung des Deutschen_Städtetages von der Stadt Göggingen eine Patenschaft für die in Augsburg wohnenden deutschstämmigen Vertriebenen aus der Stadt und dem Landkreis Neudek im Sudetenland übernommen, die von der Stadt Augsburg seit der Eingemeindung Göggingens weiter getragen wird.
Im selben Jahr wurde Augsburg selbst Pate über das schwäbische Illertissen, das in diesem Jahr zur Stadt erhoben wurde.
Nur ein Jahr später wurde dann die Patenschaft über alle in Augsburg ansässig gewordenen Vertriebenen aus der Region Liberec (ehemals Reichenberg) in Tschechien übernommen, was schließlich nach dem Fall des Eisernen_Vorhanges zu einer offiziellen Städtepartnerschaft im Jahr 2001 führte (siehe hierzu: Städtepartnerschaften).
Ferner verkehrt in den Weltmeeren seit 1967 ein Schiff der Bundesmarine unter dem Namen der Fuggerstadt: Damals übernahm sie nämlich die Patenschaft über die Fregatte Augsburg.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
: Hauptartikel: Kultur und Sehenswürdigkeiten in Augsburg
Sehenswürdigkeiten
Augsburg war in seiner Geschichte immer wieder ein kulturelles Zentrum und besitzt noch heute in verschiedenen Bereichen eine überregionale Bedeutung für Kunst und Kultur.
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Aus der Zeit der römischen Besiedlung als Augusta Vindelicorum sind heute nur noch wenige Fundstücke erhalten, die größtenteils in Museen ausgestellt werden. Am besten lässt sich das einstmalige Leben noch am Straßenverlauf der Via Claudia Augusta erahnen, der noch heute größtenteils vorhanden ist.
Im Mittelalter entstanden vor allem Sakralbauten, deren bedeutendste der Dom_Unsere_Liebe_Frau und die Basilika St. Ulrich und Afra sind, die das Stadtbild auch heute noch entscheidend prägen. Die um 1140 entstandenen Prophetenfenster im südlichen Obergaden des Doms sind die weltweit einzigen erhaltenen Beispiele romanischer Glasmalerei. Weitere bedeutende kirchliche Kunstwerke aus dieser Zeit sind die Bronzetüren_des_Augsburger_Domes aus den Jahren 1065, die im Jahr 2000 renoviert wurden.
Daneben umgab sich das mittelalterliche Augsburg mit großen Wehranlagen und einer durchgehenden Stadtmauer, von der noch heute viele Teile erhalten sind, unter anderem der Fünfgratturm oder das Wertachbrucker Tor. Innerhalb dieser Mauern siedelten sich zur selben Zeit Gold- und Silberschmiede an, die sich über die Jahrhunderte einen hervorragenden Ruf erarbeiteten. Ihre Werke können heute in verschiedenen Museen und Ausstellungen betrachtet werden. Die Stadt selbst ist noch heute von einer auffällig hohen Zahl von Handwerkern dieser Richtung geprägt.
Ihren absoluten Höhepunkt erlebte Augsburg zur Zeit der Renaissance, als hier Künstler wie Hans Holbein der Ältere oder Hans Burgkmair der Ältere wirkten und die Stadt zu einem der bedeutendsten kulturellen Zentren in Mitteleuropa werden ließen. In dieser Zeit entstanden einige der wichtigsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die nicht zuletzt durch die reichen Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser finanziert wurden: Elias Holl erbaute das Rathaus, das als bedeutendster profaner Renaissancebau nördlich der Alpen gilt und über den Prachtbrunnen (Augustusbrunnen, Herkulesbrunnen und Merkurbrunnen) thront. Mit der Fuggerei entstand außerdem die älteste noch heute genutzte Sozialsiedlung der Welt.
Doch auch spätere Epochen haben in Augsburg ihre Spuren hinterlassen. Vor allem der Rokokostil, der auch Augsburger Geschmack genannt wurde, hat der Stadt seinen Stempel aufgedrückt: Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Bischöfliche_Residenz und das Schaezlerpalais.
Während der Industriellen_Revolution entstanden Fabrikanlagen wie zum Beispiel die Schülesche_Kattunfabrik, der Glaspalast oder das Fabrikschloss, die heute größtenteils anderen Zwecken (zumeist als Museen oder Kunstgalerien) dienen, und Industriellenvillen wie das Gignoux-Haus, die Villa Haag oder die Villa Silbermann. Der Jugendstil hinterließ in Augsburg mit der Synagoge und der Herz-Jesu-Kirche im Stadtteil Pfersee ebenfalls außerordentliche Bauwerke.
Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde 1937 der Augsburger_Zoo eröffnet, der nach Kriegsende mit exotischen Tieren bestückt wurde und mit jährlich mehr als 500.000 Besuchern heutzutage die meistbesuchte kulturelle Einrichtung Bayerisch-Schwabens darstellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg prägten zunächst vor allem Bauten für Großveranstaltungen das Stadtbild, zu erwähnen ist vor allem das Rosenaustadion als modernstes Stadion seiner Zeit und viele in Sichtbeton-Bauweise errichtete Gebäude, so unter anderem die Sporthalle, das Kongresszentrum mit dem Hotelturm oder das Curt-Frenzel-Stadion.
Museen und Galerien
Die Stadt verfügt über eine Vielzahl von Museen, die als Überblick in der Liste_der_Museen_in_Augsburg zu finden sind. Hier soll nur auf die bedeutendsten eingegangen werden.
Das Maximilianmuseum wurde 1855 errichtet und zum Jahrtausendwechsel erstmals von Grund auf renoviert, wodurch es ein historisch-modernes Flair erhalten hat. Der Ausstellungsbereich erstreckt sich über mehrere Etagen und teilt sich auf in Dauerausstellungen, die unter anderem Skulpturen, Goldschmiedekunst, Bauentwürfe und stadtgeschichtliche Sammlungen darstellen, sowie in einen Teil für Wechselausstellungen.
Im Römischen_Museum, das sich in den Räumen des ehemaligen Dominikanerklosters St. Magdalena befindet, sind archäologische Funde aus Augsburg und Umgebung von der Steinzeit über die Bronzezeit bis zur Spätantike und dem frühen Mittelalter zu betrachten. Das Schwergewicht liegt jedoch auf Objekten aus der Zeit als römische Provinzhauptstadt.
Das Schwäbische_Handwerkermuseum wird von der Schwäbischen Handwerkskammer betrieben und zeigt historische Werkstätten alter und zumeist ausgestorbener Handwerke wie z. B. Bader, Sattler, Schuhmacher, Uhrmacher, Bäcker, Buchbinder oder Posamentierer. Zu sehen sind originale Einrichtungen, Werkzeuge und Arbeitsmaterialien. Daneben widmet sich eine eigene Ausstellung den Zünften.
Das nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen 2006 wiedereröffnete Schaezlerpalais ist einerseits als ein Glanzpunkt des Rokokobaustils sehenswert, beherbergt andererseits aber auch drei bedeutende Kunstsammlungen: Die Deutsche Barockgalerie, die Graphische Sammlung und die Staatsgalerie Augsburg - Altdeutsche Meister. Hier sind unter anderem Werke von Albrecht Dürer zu betrachten.
Für Anhänger der modernen Kunst ist der Glaspalast mit dem Kunstmuseum Walter und der benachbarten Galerie Noah der richtige Ort, denn hier wird auf 5.500 m² Ausstellungsfläche die Privatsammlung des Unternehmers Prof. Ignatz Walter gezeigt. Schwerpunkt der Sammlung ist die zeitgenössische Kunst. Als Höhepunkt gilt die Glaskunst von Egidio Costantini, dessen zahlreiche Werke in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Picasso, Miró und Braque entstanden. Außerdem sind hier auch die Staatsgalerie Moderne Kunst, eine Zweigstelle der Pinakothek der Moderne in München, und das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst untergebracht.
Das Puppentheatermuseum Die_Kiste der Augsburger Puppenkiste befindet sich im ehemaligen Heilig-Geist-Spital und zeigt die bekannten ?Stars an Fäden? wie das Urmel, Jim Knopf oder Kalle Wirsch.
Daneben bietet die Fuggerstadt eine große Zahl weiterer Museen und Galerien mit verschiedenen Themen und erwartet mit dem Bahnpark Augsburg, dem Bayerischen_Textil-_und_Industriemuseum und dem Gaswerk-Museum, die derzeit eingerichtet werden, in naher Zukunft drei weitere bedeutende Museen.
Theater und Bühnen
Entsprechend der generellen kulturellen Bedeutung befindet sich in Augsburg auch eine Vielzahl von Theatern, die in ihrer Gesamtheit in der Liste_der_Augsburger_Theater zu finden sind.
Das Theater Augsburg ist das bedeutendste Theater der Stadt und besitzt ein Musiktheater-, Schauspiel- und Ballettensemble, das an mehreren Spielorten (im Großen_Haus, in der Komödie, im Hoffmann-Keller, auf der Freilichtbühne_am_Roten_Tor und in der Kongresshalle) auftritt.
Deutschlandweit bekannt ist die Augsburger Puppenkiste, ein Marionettentheater sowohl für Erwachsene als auch Kinder. Die Puppenkiste hat legendäre Produktionen wie Urmel aus dem Eis oder Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer hervorgebracht und produziert ungeachtet moderner Trends erfolgreich neue Theaterstücke.
Mit dem S'ensemble Theater besitzt Augsburg auch ein überregional beachtetes experimentelles Theater, das zunächst auf einer Freilichtbühne spielte und inzwischen eine eigene Spielstätte in der Kulturfabrik Augsburg unterhält. Die Stücke des S'ensemble Theaters reichen von Sprech-, Musik-, Improvisations- und Ausdruckstheater bis hin zu Performance und Installation.
In der Stadt sind eine große Zahl weiterer Bühnen oder Kulturhäuser zu finden, die sich den verschiedensten Sparten des Theaters gewidmet haben. Außerdem betreiben viele Schulen eigene Theatergruppen, so auch die Universität mit ihrem Romanistentheater.
Kinos
Augsburg verfügt über eine lange Tradition im Bereich der Filmtheater. Die erste belegte Filmvorführung fand am 19. Oktober 1896 im Kaffeehaus Mercur am Judenberg statt, wo verschiedene Kurzfilme ? zum Beispiel die Ankunft eines Zuges an einem Bahnhof ? von einem Kinematographen vorgeführt wurden. In den Jahren danach kamen regelmäßig Schausteller mit ihren Wanderkinematographen auf verschiedene Volksfeste.
Das erste Kinogebäude zur Veranstaltung von Varieté meldete der Augsburger Lebensmittelhändler Fridolin Widmann im November 1906 behördlich an: Das Thalia-Theater darf sich als das älteste Kino der Stadt bezeichnen, auch wenn dieser Name erst 1909 sicher nachgewiesen ist Universität Oldenburg: [http://www.uni-oldenburg.de/kunst/mediengeschichte/kino/schwaben/augenblick/augsburg.htm Zur Augsburger Filmtheatergeschichte].
Viele der damals entstandenen Kinos existieren heute nicht mehr oder unter anderem Namen. Einen entscheidenden Einschnitt markierte um die Jahrtausendwende der Bau von zwei Multiplexkinos, einem Abzweiger der Cinestar- und einem der CinemaxX-Kette, die das Ende von traditionellen Filmtheatern wie dem Capitol oder dem Filmpalast bedeuteten. So konzentrieren sich heute diese beiden Kinokomplexe auf die aktuellen Hollywood-Blockbuster.
Daneben haben sich einige kleinere Kinos gehalten, die größtenteils in die Sparte des Programmkinos fallen und neben den eigentlichen Filmen auch andere kulturelle Veranstaltungen anbieten: Das Liliom, das Mephisto, das Savoy, die Schauburg und das Thalia.
Jedes Jahr im Sommer findet das Augsburger Lechflimmern statt. Dabei werden an verschiedenen Örtlichkeiten ? unter anderem in Freibädern und auf einer Seebühne ? täglich Filme jeglichen Genres auf eine große Leinwand projiziert. Die Besucher können sich auf bereitgestellte Plastikstühle setzen oder sich mit Decken auf das Gras legen. Filmbeginn ist immer mit Untergang der Sonne.
Der im Sommer 2006 erschienene bayerische Film Wer früher stirbt ist länger tot, der deutschlandweit Beachtung fand und den Förderpreis Deutscher Film erhielt, feierte seine Premiere im Mephisto-Kino.
Musik
= Bands und Interpreten
=Augsburg ist der Heimatort einiger deutschlandweit bekannter Musikinterpreten und -bands. Die bekannteste dürfte wohl The Seer sein, die 1990 gegründet wurde und eine Mischung aus hymnenhaftem Rock und Folk-Elementen spielt.
Schon zehn Jahre früher erblickte die Band Impotenz das Licht der Welt, die anfangs vor allem durch provokative Liedtexte auffiel. So wurde das Lied Nutten an die Macht vom Bayerischen_Rundfunk sogar auf die Verbotsliste gesetzt. 1984 hätten sie eigentlich eine Single mit Roy Black aufnehmen wollen, was dieser gesundheitsbedingt aber absagen musste.
Vor allem in jüngerer Zeit bekannt geworden sind die Popbands Nova International und Anajo. Letztere vertrat das Bundesland Bayern 2007 beim Bundesvision Song Contest und erreichte den neunten Platz.
Roy Black ist kein gebürtiger Augsburger, sondern stammt aus dem Dorf Straßberg wenige Kilometer südlich. Seine gesamte Jugend verbrachte er dennoch in der Fuggerstadt, da er am dortigen Holbein-Gymnasium das Abitur absolvierte.
= Chöre
=Als bedeutendster Chor Augsburgs gelten die Domsingknaben, ein reines Jungenensemble, das unter dem Patrozinium des Doms_St._Marien steht, weswegen die Sänger früher auch ?Marianer? genannt wurden. Der Chor besitzt eine lange Tradition: Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich 1439. Neben der regelmäßigen Gestaltung der gottesdienstlichen Liturgie im Dom bestreiten seine Mitglieder ständig Konzerte und Auslandsreisen und wurden auch durch etliche Platten- beziehungsweise CD-Aufnahmen bekannt.
Das Theater Augsburg besitzt in seinem Ensemble einen hauseigenen gemischten Chor, der in der Regel vor allem bei großen Opern- oder Musical-Produktionen eingesetzt wird, daneben aber auch eigene Konzerte und Auftritte gibt.
Vor allem im Rahmen des ?Mozartjahres? 2006 fand der Mozartchor Augsburg deutschlandweite Beachtung. Er wurde 1976 gegründet und besteht aus erfahrenen Laiensängern und -sängerinnen. Sein Repertoire umfasst dabei hauptsächlich Oratorien, die zusammen mit namhaften Solisten oder Orchestern aufgeführt werden.
Daneben besteht eine Vielzahl weiterer Chöre, die größtenteils zu christlichen Gemeinden oder Organisationen, Musik- und allgemeinbildenden Schulen gehören. Hierbei zeichnen sich vor allem die gemischten Chöre der Albert Greiner Sing- und Musikschule und des Gymnasiums_bei_St._Stephan aus, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind.
= Orchester
=Die Bayerische Kammerphilharmonie stellt das bekannteste Orchester Augsburgs, obwohl sie erst 1990 gegründet wurde. Das Kammerorchester widmet sich vor allem der Interpretation klassischer und zeitgenössischer Musik und hat sich mittlerweile in der Musikwelt etabliert, was nicht zuletzt an zwei bedeutenden Auszeichnungen liegt, die ihm 1996 verliehen wurden: Der Förderpreis der europäischen Wirtschaft und der Kulturpreis der europäischen Regionen.
Das Philharmonische Orchester der Stadt Augsburg gehört zum Ensemble des städtischen Theaters und untermalt hauptsächlich dessen Produktionen. Die insgesamt 70 engagierten Konzertmeister und Musiker treten daneben aber auch eigenständig oder in Zusammenarbeit mit anderen Chören auf Theater Augsburg: [http://theater1.augsburg.de/page.php?pageid=70 Philharmonisches Orchester Augsburg].
Das Bukowina-Institut für Osteuropa-Studien, im Augsburger Süden gelegen, besitzt seit 1991 ein eigenes Salon- und Liebhaberorchester, das aus etwa 30 Hobbymusikern und Studenten der Hochschule_für_Musik besteht. Mittlerweile hat das junge Orchester bereits einige Auslandsreisen - vornehmlich nach Osteuropa - mit großem Erfolg absolviert Salonorchester Augsburg: [http://www.salonorchester-augsburg.de/ueberuns.php Über uns].
Weitere Orchester werden von vielen Schulen, Organisationen und Musikliebhabern gestellt, die in der Stadt für einen großen musikalischen Veranstaltungskalender sorgen.
Kulturelle Veranstaltungen
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Augsburg kann über die Jahrhunderte auf etliche bedeutende Bürger zurückblicken, deren Jubiläen der Stadt Anlass zu großen Veranstaltungen gaben. So finden in regelmäßigen Abständen große Ereignisse mit der Thematik Bertolt Brecht statt, unter anderem Literaturprojekte oder Theateraufführungen.
Mit Beginn des Jahres 2006, dem sogenannten Mozart-Jahr, präsentierte sich Augsburg als deutsche Mozartstadt, da Mozarts Vater und Familie aus der Region stammten und selbst seine Jugendliebe eine Bürgerin der Stadt war. In diesem Rahmen fanden unzählige Konzerte und Vorträge statt.
Seit 1985 finden jedes Jahr im März die Internationalen Filmtage Augsburg statt, die sich in vier Unterveranstaltungen aufgliedern lassen: Das Augsburger Kinderfilmfest, die Tage des unabhängigen Films, das Augsburger Kurzfilmwochenende und das internationale Symposium Cinema of Tomorrow für junge Filmemacher und -studenten. 2006 fiel das Festival wegen Finanzierungsproblemen aus, die jedoch im Herbst des selben Jahres beseitigt werden konnten, so dass die Filmtage auch in Zukunft stattfinden werden Filmtage Augsburg: [http://www.filmtage-augsburg.de/ Pressemitteilungen].
Daneben finden etliche weitere Veranstaltungen jeder Art und Kunstrichtung statt, angefangen von Konzerten über Kunst- und Kabaretttage. So ist die Stadt zum Beispiel auch Schauplatz des Honky_Tonk-Festivals.
Sonstige Veranstaltungen
Der Augsburger_Plärrer ist das größte Volksfest in Bayerisch-Schwaben und findet zweimal im Jahr statt: Im Frühjahr (beginnend am Ostersonntag) und im Spätsommer (Ende August/Anfang September). Der Plärrer wird auf dem sogenannten Kleinen Exerzierplatz bei den städtischen Freibädern aufgebaut und dauert etwa zwei Wochen. Die Schausteller kommen dazu hauptsächlich aus Süddeutschland. Dieses Volksfest kann auf eine mehr als tausendjährige Tradition zurückblicken und lockt jedes Mal Tausende Besucher pro Tag an Augsburger Plärrer: [http://www.plaerrer-volksfest.de/index.php Offizielle Internetpräsenz]. Bertolt Brecht hat es im Jahr 1917 in seinem Gedicht Das Plärrerlied gewürdigt.
Ein zweites großes Volksfest bildet die Augsburger_Dult, ein ehemaliges Kirchenfest. Hierbei entsteht eine fast einen Kilometer lange Budenstraße zwischen Jakobertor und Vogeltor (entlang der alten Stadtmauer), welche die typischen Waren eines Jahrmarktes anbietet. Die Dulten werden zweimal pro Jahr von Tausenden besucht: Einmal um Ostern (die sogenannte Frühjahrs- oder Osterdult) und um den 29. September, den St._Michaels-Tag (die sogenannte Herbst- oder Michaelidult).
An diesem Tag besteht auch die einzige Möglichkeit im Jahr, das Turamichele, eine mechanisch bewegte Figur des _Erzengels_Michael, zu betrachten: Sie erscheint zu jeder vollen Stunde in einem Fenster des Perlachturms und verpasst dem Teufel in Drachengestalt jeweils soviele Stiche wie Glockenschläge. Auf dem Rathausplatz findet an diesem Tag zusätzlich ein großes Kinderfest statt.
Jährlich zur Adventszeit wird auf dem Rathausplatz der Augsburger Christkindlesmarkt aufgebaut, der schon 1498 in einem Protokoll erwähnt wird und somit zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands gehört. Seit 1977 findet an den Adventswochenenden sowie zur Eröffnung und zum Abschluss des Marktes das ?Engelesspiel? statt, bei dem 24 Personen in Engelskostümen auf dem Balkon des Rathauses erscheinen.
Als Schauplatz des Augsburger Reichs- und Religionsfriedens von 1555, des ersten Vertrages für ein friedliches Zusammenleben von Katholiken und Protestanten, präsentiert sich Augsburg außerdem als ?Friedensstadt? und vergibt alle drei Jahre den Augsburger Friedenspreis, den unter anderem schon Michail Gorbatschow und Richard von Weizsäcker erhielten.
Kulinarische Spezialitäten
Die bekannteste Augsburger Spezialität verleiht den Einwohnern gleichzeitig auch einen Spitznamen: Der als Zwetschgendatschi bekannte Blechkuchen, aus Hefe- oder Mürbteig gebacken und mit halbierten Zwetschgen belegt, wurde in der Stadt erfunden, weshalb deren Bürger auch ?Datschiburger? genannt werden.
Eine weitere verbreitete Speise ist die Weißwurst, die hier nach München eine zweite Heimat besitzt, was der Bayerische Fleischerverband sogar zu würdigen weiß: Er hat beim Marken-_und_Patentamt einen Antrag gestellt, wonach auch Augsburger Metzger das Recht bekommen sollen, ihren Würsten den Titel ?Original Münchner Weißwurst? zu geben.
Die typische Beilage zu Augsburger Gerichten bilden Spätzle, aus Mehl, Eiern und Salz zubereitete Teigwaren. Diese werden in abgewandelter Form auch als eigenes Gericht serviert: Hierbei nehmen die Kässpatzen die Spitzenposition ein, die ihren Weg in die Fuggerstadt wohl ursprünglich aus dem Allgäu gefunden haben, hier aber heutzutage mindestens genauso gerne und oft verzehrt werden. Sie werden zumeist mit Röstzwiebeln und Salat gereicht.
Weitere beliebte Kulinaritäten sind Schupfnudeln und der Schweinebraten, der allerdings nahezu überall in Bayern geschätzt wird.
Der Augsburger Dialekt
Ein Besucher wird nahezu keinen gebürtigen Augsburger den Namen seiner Stadt so sprechen hören, wie er eigentlich geschrieben wird. Vielmehr wird ?Augsburg? im fast schon eigenen städtischen Dialekt Augschburg ausgesprochen.
Eine genaue Zuordnung des Augsburgerischen zu einer Sprachgruppe gestaltet sich schwierig, da die Stadt die Grenze verschiedener Verbreitungsgebiete von Dialekten bildet und somit die dortige Sprache von vielfältigen Einflüssen geprägt ist. Prinzipiell ist der Dialekt der ostschwäbisch-alemannischen Sprache zuzuordnen, ist aber auch durch mittel- beziehungsweise südbairische Dialektformen mit mittelhochdeutschen Relikten durchsetzt. Vor allem die jüngeren Generationen sprechen heutzutage einen stärker vom Hochdeutschen und Bairischen geprägten schwäbischen Dialekt.
Deutlich ausgeprägt sind im Augsburgerischen das sch (Beispiele: ist ? isch, weißt ? woisch, könntest du mir nicht einmal zeigen, wie ich das am besten zu tun habe ? kénndsch mr ned amol zoigar, wiar i dés âm beschdar zom dua hâb/hâo) und das gerollte r (Beispiele: sprechen ? schprechr, oder ? odr). ?Der steinerne Mann? wird dr schtoinarne Mâ (oder dr schtoinerne Mo) ausgesprochen, während die Straßenbahn als Schtrossabô bekannt ist.
Sport und Freizeit
Sportvereine
Seit 2006 besitzt die Fuggerstadt mit dem FC Augsburg wieder einen Verein im Profifußball: Nach 23 Jahren gelang dem 1907 gegründeten Club der Meistertitel in der Regionalliga_Süd und damit die Rückkehr in die Zweite_Fußball-Bundesliga. Der FCA, dessen Talentschmiede unter anderem Helmut Haller und Bernd Schuster durchliefen, ist Rekordmeister der Bayernliga und hatte vor allem Mitte der 1970er-Jahre seinen Höhepunkt, als zu den Heimspielen durchschnittlich 23.000 Fußballbegeisterte kamen.
Daneben besteht mit dem TSV Schwaben Augsburg ein zweiter Fußball-Traditionsverein, der zeitweise bis in die Bayernliga aufsteigen konnte. Bekannt geworden sind die Schwaben aber vor allem durch ihre anderen Sportabteilungen, allen voran das Kanu- und Kajakteam, dessen Sportler unter anderem zwei Olympische Goldmedaillen (1992 und 1996) erringen konnten.
Als zweite Profimannschaft der Stadt spielen die Eishockey-Erstligisten Augsburger Panther in der DEL. Hervorgegangen ist das Team aus dem 1878 als erster Eislaufverein Deutschlands gegründeten Augsburger EV, der nach wie vor für den Nachwuchsbetrieb zuständig ist, daneben aber selbst eine Amateurmannschaft besitzt. Mit den Woodstocks gibt es noch eine dritte Eishockey-Mannschaft in Augsburg.
Der Turnverein_Augsburg_1847 ist der zweitgrößte Sportverein der Stadt und ist in den verschiedensten Sportarten mit sehr großem Erfolg tätig: So wurden zuletzt die Deutschen Meisterschaften im Faustball, der Rhythmischen_Sportgymnastik und der Turnerjugend-Gruppenmeisterschaft errungen.
Der Post SV Augsburg war Gründungsmitglied der Tischtennis-Bundesliga 1966 und konnte diese Klasse sechs Jahre lang halten. Erst dann musste das Team absteigen und konnte seitdem nie mehr an die alten Erfolge anknüpfen. Bekannte Spieler in der Mannschaft waren Peter Stähle, Toni_Breumair und Martin Ness.
Sportveranstaltungen
Das größte sportliche Ereignis in Augsburg ist der alljährlich im Mai ausgetragene Augsburger Stadtlauf, der 2006 weit über 3.000 Profi- wie Freizeitsportler anlocken konnte. In vier Disziplinen können sich sämtliche Teilnehmer miteinander messen, wobei die vorderen Plätze mit Geldpreisen dotiert sind. Der Stadtlauf ist die größte Breitensportveranstaltung in Bayerisch-Schwaben SportScheck - Events: [http://events.sportscheck-usa.com/docs/events_infos_stadtlauf_augsburg.html Augsburger Stadtlauf].
Eine zweite Großveranstaltung ist die RT.1 Skate_Night Augsburg, die ebenfalls jährlich zu mehreren Terminen im Sommer stattfindet. Benannt ist sie nach dem Hauptsponsor, einem lokalen Radiosender. Dabei fahren durchschnittlich 4.000 Inline-Skating-Begeisterte verschiedene Strecken über eigens abgesperrte Straßen und Plätze der Großstadt, die für einige Stunden nur ihnen gehören RT.1 Skate Night Augsburg: [http://www.skate-night-augsburg.de/ Homepage].
Nicht jährlich, aber dennoch regelmäßig macht der Weltcup im Kanusport Halt in Augsburg, wo mit dem Eiskanal eine der besten künstlichen Wildwasser-Anlagen der Welt existiert und ferner das Bundesleistungszentrum für Kanusport seinen Sitz hat. Der mehrere Tage dauernde Weltcup zieht täglich Tausende Sportbegeisterte an.
Daneben finden an verschiedenen Orten in der Stadt unzählige andere Sportveranstaltungen statt, die sich vor allem an junge Menschen wenden: So wird der Willy-Brandt-Platz vor dem Einkaufszentrum City Galerie jährlich kurz vor Weihnachten zum Schauplatz eines großen Snowboard-Railbattles, das von mehr als 15.000 Zuschauern besucht wird und mittlerweile so bekannt ist, dass manche Profis sogar aus den USA anreisen, um teilnehmen zu können.
Freizeit- und Sportanlagen
Als die derzeit größte und bekannteste Sportstätte in Augsburg darf das von 1949 bis 1951 erbaute Rosenaustadion bezeichnet werden, das nach seiner Eröffnung als eines der modernsten Stadien in Europa galt. Vor allem bis zur Einweihung des Münchener Olympiastadions hatte es eine immense Bedeutung für Sportveranstaltungen in Deutschland und war unter anderem Schauplatz mehrerer Vorrundenfußballspiele der Olympischen_Sommerspiele_1972 sowie einiger Leichtathletik-Ländervergleiche. Heutzutage dient es vor allem dem FC Augsburg für seine Heimspiele.Das am 2. November 1963 eröffnete Curt-Frenzel-Stadion ist heute das einzige nicht vollständig geschlossene Eishockeystadion in der DEL und der 2. Eishockey-Bundesliga und wird von den Augsburger Panthern für ihre Heimspiele benutzt. Das mittlerweile recht marode Bauwerk galt bei seiner Eröffnung als ein Meisterwerk der Sichtbeton-Bauweise.
Die Sporthalle Augsburg wurde 1965 als erstes großes Hallenbauwerk in Augsburg nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet und gilt wegen ihrer Hängedachkonstruktion aus Spannbeton als architektonische Meisterleistung, was 2003 durch eine Eintragung in die Denkmalliste gewürdigt wurde. Während sie bei den Olympischen Sommerspielen 1972 Schauplatz einiger Handball- und Basketball-Spiele war, wird sie heutzutage vor allem für Konzerte und Auftritte von Künstlern genutzt.
Als dritter Austragungsort von Wettbewerben der Olympischen Spiele von 1972 diente der eigens für diesen Zweck errichtete Augsburger Eiskanal, in dem sämtliche Kanusportdisziplinen stattfanden. Die erste künstliche Wildwasserstrecke der Welt besitzt eine Tribüne für 24.000 Zuschauer und ist nach wie vor für Weltcups im Kanuslalom in Betrieb.
Nach dem Rosenaustadion ist das Ernst-Lehner-Stadion das zweite große Fußballstadion der Fuggerstadt, in dem der TSV Schwaben Augsburg seine Heimspiele austrägt. Es befindet sich auf dem Gelände der Sportanlage Süd, einem großen Sportfeld am westlichen Rand des Siebentischwaldes mit vielen Sportplätzen und Laufwegen (unter anderem dem Max-Gutmann-Laufpfad).
Daneben bestehen weitere Sportanlagen wie die Bezirkssportanlage Haunstetten (ein Stadion mit 400-Meter-Kampfbahn für Leichtathletik und 500-Meter-Sandbahn für Sandbahnrennen, in dem seit den 1970er-Jahren internationale Rennen stattfinden), die Bezirkssportanlage Paul Renz (Trainingsgelände des FC Augsburg), die Karl-Mögele-Sportanlage in Göggingen und die Anton-Bezler-Sporthalle im selben Stadtteil. Im Stadtteil Lechhausen existiert seit 1988 die 200-Meter-Hallen-Radrennbahn der Radsportgemeinschaft Augsburg e.V.
Die Vormachtstellung des Rosenaustadions als größte Augsburger Sportstätte wird mit dem bereits abgesegneten Bau der Augsburg Arena nach über fünfzig Jahren zuende gehen. Der Neubau wird als reines Fußballstadion für den FC Augsburg dienen, daneben werden hier Großveranstaltungen wie Konzerte stattfinden. Nach dem Abschluss einer möglichen zweiten Ausbaustufe könnten in dem Stadion bis zu 48.860 Zuschauer Platz finden Augsburg Arena: [http://augsburg-arena.de/cms/website.php Ein gutes Geschäft].
Grünanlagen und Parks
Schon vor der 1997 erlangten europaweiten Auszeichnung als Grünste und lebenswerteste Stadt stand Augsburg in dem Ruf, eine außerordentlich hohe Zahl an Grünflächen, Parks und Gärten zu besitzen. Diese lockern die eng bebauten urbanen Räume vielerorts auf und bieten den Bewohnern eine Möglichkeit zur Ruhe und Entspannung.
Als bekanntester Park gilt die Anlage am Königsplatz im Herzen der Stadt. Die baumbestandene Grünfläche mit einem Brunnen in ihrer Mitte liegt direkt neben dem gleichnamigen Haltestellendreieck, das dem Öffentlichen Nahverkehr als Hauptknotenpunkt von Straßenbahnen und Bussen dient. Der Park wurde ab 1911 im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsviertels angelegt und besitzt heute den zweifelhaften Ruf, nachts vor allem Alkoholikern und Drogensüchtigen als Treffpunkt und Umschlagsplatz zu dienen.
Gegen einen geringen Eintrittspreis bietet der Botanische_Garten am nördlichen Ende des Siebentischwaldes dem Besucher auf einer Fläche von etwa zehn Hektar vielfältige Gartenanlagen wie den Japanischen oder den Bauern- und Apothekergarten. Insgesamt sind auf dem Gelände mehr als eine Million Zwiebelpflanzen, über 1.200 Sorten Farne, Gräser, Stauden und Wildkräuter, 280 Rosen- und 450 Gehölzerarten sowie in Glashäusern weitere 1.200 Pflanzenarten zu betrachten.
Der Wittelsbacher Park ist mit einer Fläche von 20,8 Hektar die größte Grünanlage im bebauten Stadtgebiet und seit 1980 ein Landschaftsschutzgebiet, das neben dem eigentlichen Park auch den nordöstlich gelegenen Stadtgarten und den Abhang zum Wertachtal umfasst. Den Namen des Adelsgeschlechtes Wittelsbacher erhielt die Anlage erst 1906, die Vorläufer existierten aber schon erheblich früher. Bis zum Bau des Messegeländes fand auf diesen Freiflächen die jährliche Augsburger Frühjahrsausstellung statt.
Obwohl der Hofgarten schon von 1739 bis 1744 angelegt wurde, ist er erst seit 1965 für die Öffentlichkeit zugänglich, da er sich auf dem Grundstück der Bischofsresidenz befindet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges diente der Park lange Zeit als Obstgarten. Erst während seiner Renovierung in den 1960er-Jahren wurden hier verschiedene Bäume, Sträucher, Blumenbeete, Buchshecken und -pyramiden gepflanzt, die dort heute ebenso zu bewundern sind wie ein Seerosenteich und ein großer Springbrunnen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
= Straßenverkehr
=Die wichtigste Fernverkehrsstraße im Stadtgebiet stellt die Bundesautobahn A_8 in Richtung München und Stuttgart dar, an der Augsburg in Form zweier direkten Anschlussstellen in Kleeblattform angebunden ist (Augsburg-Ost und Augsburg-West). Zwei weitere Anschlussstellen befinden sich in den Vorstädten (Dasing und Neusäß).
im Stadtgebiet (Schleifenstraße)]]
Daneben ist Augsburg Knotenpunkt von vier Bundesstraßen: Die B_2, B_10, B_17 und B_300 führen in Nord-Süd- beziehungsweise Ost-West-Richtung durch die Stadt.
Die Gelbe Autobahn B 2 erreicht Augsburg vom Norden und geht im Bereich der nördlichen Stadtgrenze in die ebenfalls autobahnähnliche B 17 (Westtangente) über, die im Stadtgebiet mehrspurig ausgebaut, teilweise tiefergelegt und bis auf zwei Kreuzungen im Bereich Göggingen und Stadtbergen/Pfersee ausschließlich mit Ausfahrten versehen ist. Diese zwei Engstellen werden bis 2009 beseitigt sein. Die B 17 verlässt Augsburg dann in Richtung Süden und ist bis auf wenige Kilometer an die A_96 autobahnähnlich angebunden. Der Ausbau des Teilstückes zwischen Klosterlechfeld und der A 96 soll ebenfalls im Jahre 2009 fertiggestellt werden. Die B 17 bekam im Abschnitt von Stadtbergen bis Oberhausen den Namen der Augsburger_Partnerstadt Dayton zugeteilt und heißt dementsprechend Dayton-Ring. Die Bundesstraßen 10 und 300 sind nur im direkten Stadtgebiet und den Vororten mehrspurig ausgebaut, anschließend verengen sie sich auf eine Spur pro Fahrtrichtung.
Mit der Schleifenstraße wurde in über 10 Jahren Bauzeit von 1993 bis 2004 (Planungen gehen bis in die 1930er-Jahre zurück) eine Süd-Ost-Verbindung von der Blücherstraße in Lechhausen bis zur B 300 (Haunstetter Straße im Hochfeld) geschaffen. Die Trasse ist durchgehend vierspurig ausgebaut und führt von Lechhausen über eine vierte, neu gebaute Lechbrücke weiter durch das Textilviertel, taucht in Höhe der Provinostraße in einem 480 Meter langen Tunnel unter die Erde, erscheint nach Unterfahrung der B 300 (Friedberger Straße) wieder an der Oberfläche, umfährt das Rote_Tor weitläufig und mündet im Hochfeld in die B 300. Der Name Schleifenstraße kommt daher, dass durch die Straße eine schleifenförmige Umfahrung der Innenstadt mit ost- und westseitigem Anschluss an die Autobahn entstanden ist, wobei die südöstliche Innenstadt rund um das Rote Tor vom Durchgangsverkehr entlastet wurde. Wie auf der B 17 wurden die einzelnen Straßen nach den Augsburger Partnerstädten benannt und tragen Namen wie Inverness-, Nagahama- oder Amagasaki-Allee.
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Weblinks
• Nachrichten im RSS-Format
* Augsburg für Touristen [http://www.deutschland-tourismus.de/DEU/reiseland_deutschland/master_tlstadt-id1003.htm - Webseite der Deutschen Zentrale für Tourismus e.V.]
• Gemeindedaten von Augsburg im Standort-Informations-System Bayern
• Geographische und klimatische Daten zu Augsburg
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Einzelnachweise
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