Wilhelm von Dörnberg
Wilhelm Caspar Ferdinand Freiherr von Dörnberg (14. April 1768 in Hausen bei Bad Hersfeld; ? 19. März 1850 in Münster) war ein deutscher General und Freiheitskämpfer.Wilhelm von Dörnberg wird auch Aufstandsdörnberg genannt.
Seine Familie, die Freiherren von Dörnberg gehört zum evangelischen hessischen Uradel und ist Mitglied der Althessischen_Ritterschaft.
Literarisch wurde der Dörnbergsche Aufstand von Ludwig Mohr in der Erzählung Rot-Weiß verarbeitet. Ernst Moritz Arndt schrieb über ihn das Dörnberglied.
Ausbildung
Im Januar 1783 trat er dem Ersten Garde-Bataillon in Kassel bei und wurde am 22. Januar 1785 zum Premier-Lieutenant ernannt. Er sammelte 1792 erste Kriegserfahrung beim Feldzug gegen Frankreich in der Champagne. Am 6. Dezember 1792 erhielt er sein Patent als Stabscapitän.
Militärischer Werdegang
Seit 1794 war er in Niederländischen Diensten und tat sich besonders bei der Belagerung von Zypern hervor. Nach der personellen Verringerung der hessischen Armee aufgrund des Basler Friedens zwischen Frankreich und Spanien am 22. Juli 1795, bei dem Spanien seine Kolonie auf Haiti abgab, erbat Dörnberg seinen Abschied und wurde am 22. Januar 1796 entlassen.
Er trat noch im gleichen Jahr als Hauptmann in das preußische Füsilierbataillon v. Bibra ein. Als Teil der Avantgarde Blüchers war es an der Schlacht bei Jena und Auerstedt beteiligt. Die Schlacht endete mit der vollständigen Niederlage Preußens gegen die Franzosen.
Nach der Kapitulation Lübecks geriet Dörnberg mit Blüchers Corps in Kriegsgefangenschaft. Kurz nach seiner Freilassung zog er mit dem Fürsten Wittgenstein nach England, mit dem Ziel, in Hessen einen Aufstand gegen die französische Fremdregierung zu organisieren. Der Friede von Tilsit, am 7. Juli 1807 zwischen Frankreich und Russland und am 9. Juli 1807 zwischen Frankreich und Preußen, beendete den Koalitionskrieg von 1806/07. Alexander_I._von_Russland trat der Kontinentalsperre bei. Preußen verlor alle Gebiete westlich der Elbe an das unter Napoléons Bruder Jérôme zusammengeschlossene Königreich Westphalen. Das napoleonische Kunstgebilde Westphalen umfasste im Kern das besetzte Fürstentum der Landgrafschaft Hessen-Kassel mit der nun westphälischen Hauptstadt Kassel. Dörnbergs Bemühungen wurden somit vorerst sinnlos.
Dörnbergscher Aufstand
Dörnberg kehrte nach Hessen zurück, trat in den westphälischen Militärdienst ein und erhielt von Jérôme am 18. Mai 1808 das Regiment der Chasseur Carabiniers als Oberst der Gardejäger. Die Regierung in Kassel zweifelte nicht an seiner Loyalität, und so konnte er in geheimen Kontakt und Austausch mit Scharnhorst, Gneisenau, Schill und Katt treten. Er konnte ungestört Vorbereitungen zu einem Aufstand (Insurrektion) des nördlichen Deutschland erarbeiten und zudem die Planung eines gleichzeitig ausbrechenden Krieges zwischen Frankreich und Österreich beginnen. Die raschen politischen und militärischen Veränderungen zwangen ihn jedoch inmitten dieser Vorbereitungen am 22. April 1809 in Hessen den Aufstand gegen die französische Fremdherrschaft, obwohl schlecht vorbereitet, trotzdem beginnen zu lassen. Unterstützt wurde er durch die Schwester des preußischen Ministers Freiherr_vom_Stein, die Äbtissin Anna Marie vom Stein.
Er versammelte in Homberg mehrere tausend schlecht bewaffnete und leicht ausgerüstete Bauern, die nur die Unterstützung von wenigen kriegserfahrenen Soldaten hatten, um den befreienden Aufstand losbrechen zu lassen. Auf dem Marktplatz erfolgte eine feierliche Fahnenübergabe durch die Homberger Äbtissinnen Marianne vom und zum Stein und Charlotte von Gilsa, die nach der Überlieferung die Fahne im sog. Dörnberg Tempel gestickt haben sollen. Das freiwillige Corps zog in Richtung Kassel. Bei Rengershausen (heute Teil Baunatals) bei der Knallhütte südlich von Kassel kam es zu einer mehrtägigen Schlacht, die die westphälischen Regierungstruppen mit wenig Mühe gewannen. Die Toten des Freicorps wurden auf dem Rengershäuser Friedhof beigesetzt.
In Kassel wurde Dörnberg in Abwesenheit als Hochverräter zum Tod verurteilt.
Spätere Karriere
Er floh daraufhin zu Herzog Friedrich_Wilhelm_von_Braunschweig, der ihm kurzzeitig Schutz gewährte, zog dann ziellos durch Deutschland und Böhmen und ging anschließend nach England. Er wurde in England General. 1812 diente er in der russischen_Armee. Während der Freiheitskriege tat er sich durch die Vernichtung der Morand`schen Division bei Lüneburg hervor. Für seine Verdienste erhielt er das Pour le Merite. 1814 belagerte er Thionville. Er zeichnete sich zudem bei der Schlacht von Quatre-Bras und am 18. Juni 1815 in der Schlacht der Belle- Alliance bei Waterloo aus. Der entscheidende Sieg Wellingtons und Blüchers über Napoléon beflügelte die Karriere Dörnbergs.
Nach dem Frieden trat er in hannoversche Dienste und wurde Generallieutenant und außerordentlicher Gesandter in Sankt Petersburg.
Literatur
Allgemeine Deutsche Biographie, Neunter Band, Duncker & Humblot Berlin, 1887, S. 353-354
Weblinks
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