Auf den Hund kommen
Auf den Hund kommen ist eine Redensart mit der Bedeutung "in schlimme (äußere oder gesundheitliche) Umstände geraten". Sie bezieht sich möglicherweise auf die Kriegskasse, die zur Bezahlung der Söldner während der Kriegshandlungen mitgeführt wurden. Im unteren Teil befand sich ein Holzkästchen (der Hund), in dem die "Notreserve" aufbewahrt wurde. Wenn man also auf den "Hund kam", war die Kriegskasse fast leer.
Eine andere Version behauptet, dass auf dem Boden der Kassentruhe ein Hund - Symbol für einen Wächter - aufgemalt war. War so wenig Geld in der Truhe, dass man den Hund sehen konnte, war man "auf den Hund gekommen". Musste man die Reserve im Fach darunter angreifen, war man "unterm Hund".
Auf Burg Lauenstein bei Coburg ist in der dortigen Ausstellung "Schlösser und Truhen" eine solche Truhe mit eingeschnitzem Hund zu sehen.
Die Redensart wird scherzhaft auch in positivem Sinn für Hundefreunde benutzt.
Eine andere Version aus dem Oberdeutschen besagt, dass Brautleute als Aussteuer eine Truhe voller Textilien bekamen. Wurden diese im Laufe der Ehe immer weniger, also nicht wieder aufgefüllt, kam man immer mehr auf den Grund der Truhe, den Hund (hunden im schwäbischen Dialekt identisch mit unten).
In der Bergmannsprache wird die Lore, also der Förderwagen, mit dem das Erz oder die Kohle abtransportiert wird, auch Hund genannt. Wer nicht mehr kräftig genug war, als Hauer zu arbeiten, wurde zum Lorenschieben degradiert, was deutlich geringeren Lohn bedeutete.
Literatur
*Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Freiburg 2003
*Duden - Das Herkunftswörterbuch; Mannheim 1989; S.295

