Analatresie
Die Analatresie ist eine angeborene Fehlbildung, bei der der Anus nicht durchgängig ist. In der Regel ist die Analatresie mit einer Fistel (Verbindungsgang) zwischen dem Enddarm und der Haut oder dem Urogenitaltrakt vergesellschaftet. Bei Mädchen kann die Extremform einer so genannten Kloakenfehlbildung auftreten, bei der sowohl Blase/Harnröhre, Gebärmutter/Scheide als auch Enddarm betroffen sind und für alle drei Systeme nur eine einzige Öffnung nach außen existiert.
Diagnostik
Die Analatresie fällt in der Regel dadurch auf, dass bei einem neugeborenen Kind der Anus optisch fehlt, kein Fiebermessen möglich ist oder der Stuhl an einer atypischen Stelle (z. B. aus der Scheide) austritt. Bei Mädchen ist die Untersuchung der Anzahl der Öffnungen im Genitalbereich (normal drei: Harnröhre, Scheide, Anus) von großer Bedeutung für das weitere Vorgehen.
Mittels Ultraschall, Röntgen und/oder Kernspintomographie wird zunächst versucht, die Form der Fehlbildung zu klassifizieren. Des Weiteren sollte auch nach Begleitfehlbildungen gesucht werden.
Begleitfehlbildungen
Alle Zahlen sind abhängig von der Form der Atresie:
* Fehlbildungen des Urogenitaltraktes: 20-60%
* Fehlbildungen des Magendarmtraktes 7-15%
* Wirbelfehlbildungen 20-40%
Herzfehler 9%
* andere Fehlbildungen 20%
Eine Ösophagusatresie liegt bei ca. 10% der Kinder vor.
Therapie
Je nach Komplexität der Fehlbildung wird zunächst ein Anus praeter (künstlicher Darmausgang) angelegt, oder, nach Stabilisierung des Kindes, eine operative Korrektur der Fehlbildung durchgeführt. Bei Anlage eines Anus praeters wird die Fehlbildung im Alter zwischen drei und neun Monaten korrigiert. Wichtig ist hierbei, dass stets die komplette Fehlbildung und nicht nur Teile davon korrigiert werden müssen.
Nachsorge
Inkontinenz (unwillkürlicher Stuhlabgang) oder einer Obstipation (Verstopfung) kommt später bei vielen Kindern vor. Von sehr großer Bedeutung für die Lebenserwartung ist das Erkennen und die Therapie häufig gleichzeitig vorliegender Probleme des Harntraktes. Eine kontinuierliche Nachsorge in einem entsprechenden Zentrum ist daher für die Lebensqualität und Lebenserwartung der Kinder von großer Bedeutung.
Quellen
• uni-duesseldorf.de ? Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie zur Analatresie
Weitere Weblinks
• Soma e.V. ? Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Anorektalfehlbildungen e.V.

