Atrani
Atrani ist ein Ort an der Amalfiküste (Costiera Amalfitana) in der Region Kampanien, Provinz Salerno in Italien.
Lage und Daten
Der Ort liegt etwa 1 km östlich von Amalfi, in einer kleinen Bucht an der Mündung des Dragone-Baches ins Meer. Stadt und Strand bilden eine Art natürliches Theater, das sich zum Meer hin öffnet. Mit einer Fläche von nur 0,2 km² und 955 Einwohnern (Stand am 31. Januar 2006)) gilt Atrani als flächenmäßig kleinste selbständige Gemeinde Italiens. Die Staatsstraße 163 verläuft entlang der Küste.
Geschichte
Im Mittelalter war Atrani Teil der Seerepublik von Amalfi. Im Dom San Salvatore de? Bireto (gegründet 940, 1087 durch ein in Konstantinopel gegossenes Bronzeportal repräsentativ ausgeschmückt, seit dem Erdbeben von 1980 schwer beschädigt und erst neuerdings in Restauration) wurden der Überlieferung nach die Dogen der Seerepublik gekrönt. Die Hauptkirche (gegründet im 13. Jh., 1771 barockisiert) ist der heiligen Maria Magdalena geweiht, ihr Fest wird alljährlich am 22. Juli gefeiert.
Tourismus
Durch das Fehlen von größeren Hotels, anderer touristischer Attraktionen und vor allem Parkplätzen konnte sich der Ort seinen ursprünglichen Charakter erhalten. Wanderwege führen von Atrani auf den für die Region typischen steilen Treppenwegen nach Ravello und die Küste entlang nach Castiglione und Minori.
Eine frühe Ansicht des Ortes aus dem Jahr 1817 stammt von dem österreichischen Maler Joseph Rebell (Kunsthalle Hamburg); der niederländische Grafiker M. C. Escher hat Atrani, insbesondere die auf einem vorspringenden Felsen gelegene Kirche, mehrfach in seinen Bildern verarbeitet. Der deutsche Schriftsteller und Philosoph Walter Benjamin, der die Amalfiküste 1924 besuchte, hat dem Ort ein kleines literarisches ?Reisebild? gewidmet
Literatur
* Walter Benjamin: Atrani. In: ders., Einbahnstraße, in: Gesammelte Schriften Bd. IV,1, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972, S. 122.
* Guida d?Italia del TCI: Napoli e dintorni. 5. Auflage 1976, S. 564 f.

