Die unendliche Geschichte
|}Die unendliche Geschichte ist der Titel eines Michael Ende (* 1929; ? 1995) im Jahr 1979.
Der Roman wurde 1979 mit dem Buxtehuder Bullen und 1980 mit dem Silbernen_Griffel und dem Wilhelm-Hauff-Preis ausgezeichnet.
Struktur des Buches
Der Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur ist nicht schwarz gedruckt, sondern zweifarbig (in den meisten Drucken zumindest), um die echte Welt (rote Schrift) und Phantásien (blaugrüne Schrift) zu unterscheiden (Farben variieren). Das Buch hat 26 Kapitel, jedes davon beginnt in alphabetischer Reihenfolge von A bis Z mit einer großen, reichlich verzierten Initiale. Die Gesamtgestaltung wurde zusammen mit der Illustratorin Roswitha Quadflieg entwickelt. In der Neuauflage des Buches von 2004 fehlen diese Initialen sowie die grüne Schrift.
Endes Roman beinhaltet ein ?Buch im Buch?. Die Geschichte des Hauptcharakters, Bastian, und die von Phantásien überschneiden sich so lange, bis es am Schluss zusehends schwieriger wird, sie auseinander zu halten.
Durch diese Struktur gelingt es Ende, zumindest innerhalb seines Werkes, die Grenze zwischen Leser und Romanfigur verschwimmen zu lassen, da Bastian sich im Verlauf der Geschichte zwischen dem einen und dem anderen hin und her bewegt.
Der Verlauf der Handlung entspricht dem narrativen Prinzip der Heldenreise.
Kapitel
Inhalt
(Einleitung) TAIRAUQITNA rednaeroK darnoK lraK :rebahnI
In einem Nichts stürzen. Er widersteht der unheimlichen Versuchung, es ihnen gleich zu tun und läuft davon. Er stößt auf eine Stadt und geht hinein.
IX. Spukstadt
Irgendwo über den brausenden Wogen des Meeres hallt Fuchurs Stimme, mächtig wie der Klang einer Bronzeglocke. Er sucht Atréju, doch er ist erfolglos. In der Stadt, die fast gänzlich verlassen ist, trifft Atréju auf einen angeketteten, sterbenden Werwolf namens Gmork, der ihm erzählt, dass er denjenigen, der sich auf die große Suche begeben hat, töten sollte. Da es ihm nicht gelang, wurde er von seiner Herrin zum Tode verurteilt. Außerdem sagt er, dass man sich, um in die Menschenwelt zu gelangen, ins Nichts stürzen muss. In der anderen Welt erscheint ein phantásisches Wesen als Lüge; wer dagegen stirbt, für den ist die Geschicht' zuende. Als Gmork stirbt, berührt ihn Atréju aus sentimentalem Grund; daraufhin verbeißt sich Gmork, obwohl er bereits tot ist, aus tiefer Bosheit in sein Bein, um ihn an der Flucht zu hindern. Dies gereicht jedoch indirekt zum Vorteil für Atréju. Das Nichts nähert sich nämlich und hätte ihn schon lange verschlungen, wäre da nicht der festgebissene Werwolf.
X. Der Flug zum Elfenbeinturm
Jener Augenblick, in dem Atréju durch das düstere Stadttor von Spukstadt getreten war und seine Wanderung durch die krummen Gassen begonnen hat, die dann so verhängnisvoll in jenem schmutzigen Hinterhof enden soll, hat dem weißen Glücksdrachen Fuchur eine erstaunliche Entdeckung beschert.
Im Meer vor Spukstadt entdeckt er AURYN, und als er es sich um den Hals legt, zieht es ihn zu Atréju hin. Er landet im Hinterhof, wo Gmork Atréju gefangen hält, und befreit ihn aus seiner unglücklichen Lage. Zusammen fliehen sie aus der Stadt, die wenige Augenblicke später nicht mehr vorhanden ist. Sie begeben sich auf den Weg zum Elfenbeinturm, da Fuchur Atréju davon überzeugt, dass sein Auftrag erfüllt sei: Er weiß nun, dass ein Menschenkind das Heilmittel für die Kindliche Kaiserin ist.
Je länger Bastian liest, desto größer wird sein Wunsch, selbst Phantásien zu helfen. Hier zeigt sich der magische Charakter des Buches: Bastian begreift erst allmählich, dass die Geschichte von der Rettung Phantásiens mehr ist als nur eine Geschichte und dass nur Bastian das Land retten kann.
XI. Die Kindliche Kaiserin
Keines Wortes mächtig steht Atréju da und blickt auf die Kindliche Kaiserin, die ihn wider Erwarten für seine Leistung lobt. Er wehrt sich und behauptet, es gäbe keine Rettung, doch die Kaiserin beruhigt ihn, indem sie ihn ganz beifällig darüber informiert, er habe den Retter doch mitgebracht. Die Abenteuer, die der Held Atréju erlebt und die als unendliche Geschichte niedergeschrieben sind, sind das Medium, um Bastian zu kontaktieren.
Das Kapitel ist zum Großteil in grüne und rote kurze Absätze aufgeteilt, die die Taten Atréjus und der Kaiserin und Bastians Reaktionen darauf, als er endlich versteht, dass er der erwartete Retter ist, verdeutlichen. Die Kindliche Kaiserin will den Alten vom Wandernden Berge suchen gehen, der alles aufschreibt, was in Phantásien geschieht, um Bastian zu zwingen, nach Phantásien zu kommen. Solange lässt sie Atréju und Fuchur schlafen.
Die Kindliche Kaiserin erhält von Bastian einen Namen. Dieser rutscht ihm sozusagen heraus, als er endlich so weit ist, ihr den Namen zu geben, der aus seinem Herzen kommt. Er nennt sie Mondenkind. Trotzdem er ihren Namen schon gefunden hat, kann er noch immer nicht nach Phantásien hinüber schreiten, und so wählt die Kindliche Kaiserin den letzten Weg, ihn hinüber zu bringen, indem sie den Alten vom Wandernden Berge aufsucht, der "in Allem ihr Gegenteil" ist.
XII. Der Alte vom Wandernden Berge
Lawinen und Schneestürme erschweren der Kaiserin den Weg zum Alten, doch letztendlich kommt sie an, auf einem großen Plateau, in dessen Mitte ein kleinerer Berg von eigentümlichem Aussehen ist. Er ist ziemlich schmal und hoch, ähnlich wie der Elfenbeinturm, aber von leuchtendem Blau. Er besteht aus vielen bizarr geformten Zacken, die wie lauter riesenhafte umgekehrte Eiszapfen in den Himmel ragen. Auf halber Höhe des Berges ist ein großes Ei.
Die Kindliche Kaiserin steht vor dem Berg und aus der kreisrunden, dunklen Öffnung des Eis schiebt sich eine lange Leiter hervor, die aus Buchstaben besteht, die wiederum Wörter bilden. Während die Kaiserin Sprosse um Sprosse erklimmt, mahnt die Leiter sie, umzukehren, da sie, wenn sie dem Alten begegnet, nichts als Verwirrung erreichen wird. Die Kaiserin entgegnet, dass, wenn er nicht wollte, dass sie kommt, er die Leiter nicht hätte schreiben zu brauchen. Die Leiter fährt fort und erklärt, dass der Alte als Chronist das bewahrt, was sie, als das Herz Phantásiens und Ursprung allen dortigen Lebens, erschafft und ist. Bei ihm endet das, was durch sie beginnt. Sie klettert weiter. Noch einmal spricht die Leiter eine Warnung aus, doch schließlich heißt sie die Kaiserin willkommen.
Im Ei trifft sie auf den Alten, der in ein Buch schreibt. Es steht schräg, so dass sie den Einband sehen kann. Es ist in kupferfarbene Seide gebunden, und wie auf AURYN sind auch auf diesem Buch zwei Schlangen zu sehen, die einander in den Schwanz beißen und ein Oval bilden. Und in diesem Oval steht der Titel ?Die unendliche Geschichte?.
In einer Konversation mit psychologischen Ansätzen zwingt sie den Alten, ihr die unendliche Geschichte, die er aufgeschrieben hat, zu erzählen, was dazu führen würde, dass er sie noch einmal aufschreibt, und dann wieder, in alle Ewigkeit. Aus diesem Kreis der ewigen Wiederkehr kann sie dann nur noch Bastian retten. Der Alte beginnt zu lesen, und er liest nicht den Anfang des Buches, das Bastian in Händen hält, sondern den Anfang von Bastians Geschichte: ?tairauqitnA rednaeroK darnoK lraK rebahnI. Diese Inschrift stand auf der Glastür eines kleinen Ladens, aber so sah sie natürlich nur aus wenn man vom Inneren des dämmerigen Raumes durch die Scheibe auf die Straße hinausblickte.?
Als Bastian bemerkt, dass er auf diese Weise selbst in dem Buch vorkommt, für dessen Leser er sich bisher gehalten hat, bekommt er es mit der Angst zu tun. Der Alte erzählt weiter, und Bastian hört seine Stimme, wie sie von Atréjus Großer Suche, dem Flug zum Elfenbeinturm, und schlussendlich davon erzählt, wie er selber noch einmal zu lesen beginnt, und dann geht die Geschichte von vorne los. Als Bastian sich endlich entschließt, die Kindliche Kaiserin zu retten, wird die Schale des Eises von einer ungeheuren Gewalt in Stücke gesprengt. Dann braust ein Sturmwind von fern heran und fährt aus den Seiten des Buches heraus, das Bastian auf den Knien hält.
Der zweite Teil: Bastians Abenteuer in Phantásien
Vorbemerkung:
Bastian erhält AURYN, das Zeichen der Kindlichen Kaiserin in Form eines Amuletts, von derselben. Es hat die Macht, jeden seiner Wünsche in Phantásien Wirklichkeit werden zu lassen. Seine Aufgabe lautet, unter dem Leitspruch Tu was du willst wünschend Phantásien neu zu erschaffen und schöner als je zuvor werden zu lassen.
In Wahrheit geht es im zweiten Teil von Die unendliche Geschichte um Bastians Persönlichkeitsentwicklung, weshalb Wilfried Kuckartz von einem Bildungsmärchen spricht (Wilfried Kuckartz: Michael Ende, Die unendliche Geschichte. Ein Bildungsmärchen. Verlag Die Blaue Eule, Essen: 1984). Es geht um die Überwindung der Scham aufgrund der angenommenen körperlichen Unzulänglichkeiten, um das Erlangen eines starken Selbstwertgefühls. Darüber hinaus geht es um das Finden und Entwickeln der eigenen Liebesfähigkeit. Es ist die zentrale Botschaft des zweiten Romanteiles, nachdem es im ersten Teil um die Bedeutung der menschlichen Fantasiebegabung ging, in der das Potential für beide Welten angelegt ist, ?sich gegenseitig gesund zu machen?.
Kapitel XIII. Perelin, der Nachtwald bis Kapitel XXIII. Die Alte Kaiser Stadt
Von dem Überwesen in Gestalt eines Löwen Graógramán (der Herr der Farbenwüste, den man auch den Bunten Tod nennt) erfährt Bastian seine Bestimmung: er muss seinen wahren Willen finden, indem er den Weg der Wünsche beschreitet. Doch Bastian weiß zunächst nicht, dass er mit jedem Wunsch eine Erinnerung an sein Leben in der realen Menschenwelt verliert. Mit seinem letzten Wunsch verlöre er also seine letzte Erinnerung an sich selbst ? seinen eigenen Namen. Damit wäre er entmachtet: ohne Identität, Wissen, weitere Wünsche und ohne ein Ziel. Sollte er zuvor nicht die Menschenwelt erreicht haben, wäre dies das Ende.
Es folgt die Erzählung vom Aufstieg und Fall Bastians in Phantásien. Ausgestattet mit grenzenloser Macht, jedoch charakterlich ungefestigt, wird er alsbald von Misstrauen und Neid erfasst. Er entwickelt sich ? stets im Glauben an seine Integrität und unter dem Einfluss der Hexe Xayide ? zum Tyrannen. Anstatt nach dem Weg zurück in seine Welt zu suchen, gibt er sich dem Genuss der eigenen Macht und Herrlichkeit hin. Er beansprucht schließlich den Kaisertitel über ganz Phantásien für sich und stellt sich damit gegen seine Freunde Atréju und Fuchur und die Kindliche Kaiserin selbst. In einer blutigen Schlacht um den Elfenbeinturm, in der die Untertanen Bastians gegen die rebellierenden Geschöpfe Phantásiens unter der Führung von Atreju kämpfen, kann die Kaiserkrönung jedoch vereitelt werden. Atreju wird von Bastian mit dem Schwert Sikánda verwundet.
Bastian gelangt bei der Verfolgung der vermeintlichen Feinde in die Alte Kaiser Stadt (Kapitel 23), wo die Handlung eine abrupte Wendung erfährt. Er wird dort vom Aufseher Argax, einem sprechenden Affen, über seine fatalen Fehler aufgeklärt. Argax sieht kaum noch Hoffnung für Bastian, dem er den Zusammenhang von Wunsch-Macht in Phantásien mit dem Schwinden des Erinnerungsvermögens (und damit der eigenen Identität) erklärt. Argax entlässt Bastian mit der Aussicht auf ein ewig währendes Ende innerhalb der Mauern der Alte Kaiser Stadt, welche bevölkert ist von gescheiterten Besuchern Phantásiens aus der Menschenwelt. Menschen, die vor Bastian dessen Fehlentwicklung durchgemacht und schließlich versagt haben.
Von diesem Moment an ist Bastian ernsthaft auf der Suche nach seinem wahren Willen und auf der Suche nach einem Weg zurück in seine Welt. Er lernt das Leben in vollkommener menschlicher Gemeinschaft und Geselligkeit kennen (Yskálnari, Nebelschiffer), kehrt diesem jedoch alsbald den Rücken zu, da es ihm reizlos erscheint.
XXIV: Dame Aíuóla
Seine nächste Station ist das organische Änderhaus, Heim der Dame Aíuóla. Bei dieser Märchenfigur, einer Art Ur-Mutter und Pflanze in menschlicher Gestalt, findet er Ruhe und Heilung. Sie verwöhnt ihn mit Liebe und einem Überfluss köstlicher Nahrung. Von ihr erfährt er, dass er jenen Ort finden muss, an dem die Wasser des Lebens entspringen. Nur ein einziger Wunsch könne ihn dorthin führen: Der letzte, der ihm noch geblieben ist.
Nach einer langen Zeit des Loslassens, der Ruhe und des Verwöhntwerdens im (mütterlichen) Änderhaus reift in Bastian dieser Wunsch. Damit hat er seinen Wahren Willen gefunden: »Dein Wahrer Wille ist es, zu lieben.« (Dame Aíuóla).
Doch er kann es nicht, da er nicht weiß, wen er lieben soll.
XXV: Das Bergwerk der Bilder
Um Eintritt zu den Wassern des Lebens zu erhalten, muss er den Wächtern antworten können, wen er liebt. Da er aber alle Erinnerung bis auf seinen Namen verloren hat, kann er diese Frage nicht beantworten. Nur ein vergessener Traum könnte ihm ein Bild von diesem Menschen zeigen, den er einst kannte, nun aber vergessen hat. Dies erklärt ihm der Blinde Bergmann des Bergwerks der Bilder, zu dem ihn sein Weg geführt hat. Ohne Licht, denn seinen Licht spendenden Talisman hat er für eine andere Sache bereits gebraucht, muss er unter Tage im Bergwerk der vergessenen Träume danach graben. Mit bloßen Händen gilt es, hauchdünne, zerbrechliche Bildtafeln zu bergen und sie an die Oberfläche schaffen, wo er sie betrachten und ihre Wirkung auf sich feststellen kann.
Nach einer unbestimmbar langen Zeit mühevoller Arbeit wird er fündig: Es ist das Bild eines Mannes, der von Eis eingeschlossen zu sein scheint. Es ist Bastians Vater.
XXVI: Die Wasser des Lebens
Mit dem Fund des Bildes verlor Bastian seinen Namen, seine letzte Erinnerung. Als der Junge ohne Namen irrt er durch eine endlose Schneelandschaft, geleitet nur von der Liebe zu dem Mann auf dem Bild. Es kommt zum Wiedersehen mit Atréju und Fuchur. Der Junge ohne Namen legt AURYN vor Atreju ab. Die Szenerie verwandelt sich und die drei Freunde stehen bei den Wassern des Lebens: »Dieser Ort ist AURYN«.
Als die Wasser des Lebens zu fragen beginnen ? eine tiefgründige Prüfung des Menschen Bastian ? setzt sich Atreju, der Freund, für diesen ein. Bastian wird schließlich der Eintritt gewährt.
In dem Moment in dem er im Wasser steht, verliert er alle Gaben die er in Phantasien erhalten hat, und er ist wieder der kleine dicke Junge aus der wirklichen Welt. Als er das Wasser trinkt wird er von Freude erfüllt und er möchte nun genau der sein der er wirklich ist. Ihm wird klar dass es sich bei den vielen verschiedenen Arten der Freude im Grunde immer nur um eines handelt: die Freude lieben zu können.
Zurück in der wirklichen Welt erzählt Bastian seinem Vater ausführlich was er erlebt hat, aber leider hat er das Wasser des Lebens, das er mitbringen wollte, verschüttet. Dadurch wird auch die Beziehung zwischen Bastian und seinem Vater geheilt und der Vater weint Freudentränen. Bastian wird klar dass er das Wasser des Lebens seinem Vater doch mitgebracht hat.
Nach dem Wiedersehen mit seinem Vater in der realen Welt, endet die Geschichte mit einem Besuch Bastians bei dem Buchhändler Herrn Koreander, dem er seine Geschichte erzählt. »Bastian Balthasar Bux«, brummte er, »wenn ich mich nicht irre, dann wirst du noch manch einem den Weg nach Phantásien zeigen, damit er uns das Wasser des Lebens bringt.«
Charaktere
Bastian Balthasar Bux
Bastian ist ein kleiner, dicker Junge von vielleicht zehn oder elf Jahren. Er ist ein schüchterner und schwächlicher Bücherwurm, der an der Schule gehänselt wird. Seine Mutter ist verstorben, was auch seinen Vater sehr belastet, welcher nur selten mit ihm spricht. In der unendlichen Geschichte wird er groß, stark und mächtig, vergisst wer er früher war und gerät so in große Schwierigkeiten.
Die Kindliche Kaiserin
Die Kindliche Kaiserin ist die Herrscherin Phantásiens, doch unter diesem Titel darf man sich keinesfalls das vorstellen was man gewöhnlich darunter versteht. Die Kindliche Kaiserin, oder ?Die goldäugige Gebieterin der Wünsche? wie sie auch noch genannt wird, herrscht nicht und macht niemals von ihrer Macht Gebrauch: Sie urteilt niemals, vor ihr gelten alle Wesen gleich. Egal ob schön oder hässlich, böse oder gut. Obwohl sie aussieht wie ein Mädchen von etwa 10 Jahren, hat sie strahlend weißes Haar und ist alterslos. Sie ist kein Wesen Phantásiens, doch kann ohne sie nichts in Phantásien existieren. Ihre Lebenskraft bemisst sich nach Namen. Ist ihr Name in Vergessenheit geraten, braucht sie unbedingt einen neuen, sonst stirbt sie und ganz Phantásien mit ihr.
Atréju
Atréju gehört zum Volk der ?Grünhäute?, die in einer Gegend leben, die ?Das Gräserne Meer? genannt wird. Obwohl er erst 10 Jahre alt ist, wird er von der Kindlichen Kaiserin zu ihrem Stellvertreter ernannt und auf ?Die Große Suche? geschickt. Die Grünhäute sind ein stolzes Volk von Kriegern, schon die kleinsten lernen auf sattellosen Pferden zu reiten. Ihre Haut ist olivgrün und ihre Haare sind schwarz wie Ebenholz. Alles was sie benötigen, fertigen sie aus Gras oder den Häuten der Purpurbüffel, die in großen Herden durch ihr Land ziehen. Atréju ist Bastians Freund und hilft ihm oft aus fast aussichtslosen Augenblicken.
Fuchur
thumb|Fuchur_im_Wolfgang Petersen als gleichnamiger_Fantasyfilm umgesetzt. Darsteller waren Barret Oliver (Bastian), Gerald McRaney (Bastians Vater), Noah Hathaway (Atréju), Tami Stronach (Kindliche Kaiserin), Moses Gunn (Cairon), Silvia Seidel (Fee) und andere. Die Stimme des Glücksdrachen Fuchur war Heinz Reincke. Klaus Doldinger komponierte die Musik für den deutschen Soundtrack. Der Titelsong Never Ending Story, komponiert von Giorgio Moroder und Keith Forsey, war ein Charterfolg für Limahl, den früheren Sänger von Kajagoogoo. Er war nur Teil des Soundtracks der US-Fassung. Die beiden Fassungen hatten von Haus aus unterschiedliche Soundtracks (die US-Fassung enthielt neben der Musik Doldingers auch noch einige elektronische Stücke von Giorgio Moroder), allerdings wurde nach Limahls Erfolg der Film auch in Deutschland mit dem US-Soundtrack erneut veröffentlicht.
Gegen Endes Willen folgten ?Die unendliche Geschichte II? und ?III?, die mit dem ursprünglichen Buch nur den Titel und einige Charaktere gemein haben:
*In ?Die unendliche Geschichte 2 ? Auf der Suche nach Phantasien? (1990) wird Phantasien von der ?Leere? bedroht. Die Urheberin dieser Bedrohung ist die Hexe Xayide. Bastian wird hier von Jonathan Brandis dargestellt.
*In ?Die unendliche Geschichte 3 ? Rettung aus Phantasien? (1994) klaut eine Schülergang, die ?Nasties?, in Bastians neuer Schule das Buch und bedrohen Phantasien und die reale Welt. Im dritten Teil spielen unter anderem Jason James Richter als Bastian, Melody Kay als Bastians Stiefschwester Nicole und Jack Black als Slipp, Anführer der Nasties, mit. Der Film spielt größtenteils in der realen Welt, u.a. ist eine amerikanische High School hauptsächlicher Handlungsort. Während der zweite Film noch einige Handlungsstränge des Buches übernimmt, ist die Geschichte des dritten Filmes komplett neu erfunden und hat - außer den Charakteren - nichts mehr mit dem Buch gemeinsam.
1996 wurde eine 26-teilige deutsch-französisch-kanadische Zeichentrickfassung hergestellt. Die inhaltliche Gestaltung setzte aber andere Schwerpunkte als das Buch.
2001 wurde eine vierteilige kanadische Fernsehverfilmung hergestellt, die im Original ?Tales from the Neverending Story? hieß und 2004 bei RTL2 ausgestrahlt wurde. Trotz starker Ausnutzung der künstlerischen Freiheiten (von der ursprünglichen Geschichte sind nur einige einzelne Grundelemente enthalten, viele Charactere wurden zum Teil sehr stark verändert) wurde Atréju-Darsteller Tyler Hynes für den ?Young Artist Award? in der Kategorie ?Best Performance in a TV Drama Series - Leading Young Actor? nominiert. Die Kostüme der Serie gewannen den ?Gemini Award?.
Hörspiel
1980 produzierte Phonogram eine knapp dreistündige Hörspiel-Fassung (später von Karussell vermarktet). Für Produktion und Regie zeichnete Anke Beckert verantwortlich. Die eindringliche Musik komponierte Frank Duval. Als Erzähler fungiert Harald Leipnitz. Michael Ende selbst arbeitete sein Buch zum Hörspiel-Manuskript um. Daher ist die Hörspiel-Fassung dem Original viel näher als die Verfilmungen. Allerdings handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Dem damaligen Medium Compact Cassette geschuldet mussten einige Passagen angepasst werden, um den zeitlichen Rahmen nicht zu sprengen.
Das Hörspiel erschien in drei Teilen auf je einer Compact Cassette mit jeweils ca. 55 Minuten Laufzeit mit folgenden Untertiteln:
#Die große Suche
#Das Zeichen der Kindlichen Kaiserin
#Die Reise zum Elfenbeinturm
Es existieren zwei CD-Versionen, eine bestehend aus 3 CDs und eine mit nur 2 CDs. Die 3-CD-Version entspricht genau den jeweiligen Compact-Cassetten. Die Version mit 2 CDs enthält jeweils den Inhalt von etwa eineinhalb Cassetten, bei dieser Version wurde leider ein Teil der Musik und Teile des einleitenden Erzählertextes von ?Die Reise zum Elfenbeinturm? herausgeschnitten.
= Kürzungen
=Hier eine kurze Übersicht über die Kürzungen. Wenn möglich ist das jeweilige Kapitel des Buches angegeben. Es werden nur größere Kürzungen genannt, die eine wirkliche Änderung der Geschichte bedeuten.
Die erste Kürzung erfolgt nach dem Ende von Kapitel IV. Die Charaktere der Zweisiedler Engywuck und Urgl wurden zu einem namenlosen ?Heiler? zusammengefasst. Der Heiler versorgt Atréju und Fuchur mit dem Gegengift gegen Ygramuls Gift. Kapitel VI wurde komplett gestrichen. Anstatt durch die drei magischen Tore geht Atréju durch ein gewöhnliches Felsentor und gelangt direkt zur Uyulala. Kapitel XVI bis einschließlich XVIII wurden ebenso komplett gestrichen. Am Ende von Kapitel XV gelangt Bastian auf eine Waldlichtung, wo er Atréju und Fuchur trifft (direkt aus Graogramans Höhle heraus, der ?Tausend-Türen-Tempel? wird ausgelassen). Die Geschichte geht weiter mit einem Bruchteil von Kapitel XIX (dem Eintreffen von Bastians ?Verehrern? aus allen Teilen Phantásiens), Kapitel XXI wird ausgelassen und direkt in Kapitel XIII übergeleitet. Kapitel XXV wird übersprungen und die Geschichte endet mit Kapitel XXVI.
Ballett
1999 wurde das Ballett ?Die unendliche Geschichte? mit Musik von Siegfried Matthus in Magdeburg uraufgeführt.
Oper
Der Komponist Siegfried Matthus hatte sich noch bei Michael Ende persönlich die Rechte an einer Opernfassung der Unendlichen Geschichte gesichert. Die Matthus-Oper wurde am 10. April 2004 zeitgleich in Trier und Weimar uraufgeführt und in der Saison 2004/2005 auch am Linzer Landestheater gespielt.
Theater
Für die Rübeländer Baumannshöhle im Harz, dem einzigen unterirdischen Theater Deutschlands entstand eine Bühnenfassung des Werkes als Schauspiel und wurde am 26. November 2005 uraufgeführt. Die Inszenierung wurde von Mario Jantosch, dem Direktor des Harzer Bergtheaters Thale übernommen, die Rolle des Bastian spielte Kerstin Dathe.
Übersetzungen
Es existieren Übersetzungen des Buches in den Sprachen Arabisch, Brasilianisch, Bulgarisch, Chinesisch, Dänisch, Englisch (gekürzt und ungekürzt), Esperanto, Estnisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Holländisch, Isländisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Lettisch, Litauisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Schwedisch, Serbisch, Spanisch, Thailändisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch und Vietnamesisch.
Weitere Literatur
Ende 2003 erschienen die ersten Bücher aus der Droemer-Reihe ?Die Legenden von Phantásien?, in der sich deutsche Autoren mit Michael Endes Unendlicher Geschichte beschäftigt haben. Beim ersten Band handelt es sich um ein Prequel. Erzählt wird wie Herr Koreander zu dem Antiquitätenladen und dem Buch ?Die Unendliche Geschichte? kommt, und welche Abenteuer er selbst in Phantasien erlebt. Die weiteren Bände sind unabhängige Geschichten, die in Phantásien spielen und in denen viele Dinge, die wir aus Michael Endes Buch kennen, erwähnt oder sogar genauer erklärt werden.
* Siehe auch: Elfenbeinturm, Tintenherz
Sonstiges
Die Vorderseite des AURYN zeigt zwei Schlangen, die einander in den Schwanz beißen. Dieses mythologische Symbol ist seit dem Altertum in vielen Kulturen verbreitet. Mehr dazu unter ?Ouroboros?.
Der erste und zweite Film wurden zum Teil in der Bavaria Film in München gedreht, Teile des dritten Films in Potsdam-Babelsberg. Im Filmpark sowie in der Bavaria Filmstadt befinden sich einige öffentlich zugänglich Requisiten des Films. In Babelsberg ist unter anderem der Glücksdrache Fuchur zu sehen, wobei es sich bei Fuchur um ein komplett neues Design des Drachen handelt.
In der Bavaria Filmstadt können unter anderem der Felsenbeißer, Morla und die in den ersten beiden Filmen verwendete Version Fuchurs besichtigt werden. Im Falle von Fuchur kann dieser sogar geritten werden. Mit Hilfe des Bluebox-Verfahrens kann man sich auf einem Bildschirm über die selbe Landschaft fliegen sehen, über die auch Atréju und Bastian im Film hinwegfliegen.
Ursprünglich sollte Atréju im Film olivgrüne Haut haben, so wie im Buch beschrieben. Nach einigen Testaufnahmen mit grünem Make-Up wurde dieses Vorhaben allerdings aufgegeben, da es nicht gelang, einen glaubwürdigen Farbton zu erzielen.
Michael Ende schrieb extra für den Film eine zusätzliche Szene, in der Atréju einem Riesen begegnet, der durch das Nichts immer kleiner wird. Die Sequenz wurde zwar gedreht, aber schließlich aus dem Film geschnitten.
Ursprünglich sollte Ygramul im Film vorkommen, es wurde ein Design entworfen, doch schließlich entschied man sich gegen Ygramul, denn mit dem damaligen technischen Mitteln wäre das Insektenwesen nicht glaubhaft zu realisieren gewesen.
Im damaligen Filmpark Warner Bros. Movie World (heute: Movie Park Germany) gab es ein auf der Unendlichen Geschichte basierendes Wasserfahrgeschäft von Typ einer Rafting Tour.
Man betrat den Eingang zu einem Haus mit Bibliothek, deren Bücher immer größer wurden. In einer Halle mit schließlich riesigen Büchern wurde man in einem Einspielfilm von der Kindlichen Kaiserin (Darsteller unbekannt) angefleht, Phantásien zu retten.
Durch eine verborgene Tür in einer auf die Wand gemalten Buchseite kam man in eine Höhle mit runden Booten und reiste mit weiteren acht Personen über einen zwischenzeitlich auch reißenden Fluss (das leere Phantásien) an den bekannten Charakteren des Filmes vorbei.
Zum Ende sah man in einer großen Halle den Elfenbeinturm bei Nacht wieder erstrahlen - das Land war gerettet (und man selbst nass).
Das Fahrgeschäft wurde, nachdem 2003 alle Warner-Bros.-Nutzungsrechte ausgelaufen waren, in Mystery River umdekoriert.
Weblinks
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