Atlantiker
Als Atlantiker wird eine Person bezeichnet, die sich in ihrer Identitätsfindung nicht an einem einzelnen europäischen oder amerikanischen Nationalstaat orientiert, sondern stattdessen eine Definition über bestimmte Werte in den Vordergrund stellt. Dazu zählen die Wertschätzung für Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft sowie eine Identifikation mit den diese Eigenschaften repräsentierenden Staaten, beispielsweise Großbritannien, Deutschland und Italien in Europa sowie den Vereinigten_Staaten_von_Amerika.Der Begriff leitet sich von den sogenannten "transatlantischen Beziehungen" zwischen Westeuropa und insbesondere Deutschland ab und deren Bedeutung für die historische Entwicklung Europas während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als diesen Beziehungen zu Zeiten des Kalten Krieges existenzielle Bedeutung für die Demokratisierung Europas und Westdeutschlands beigemessen werden konnte.
Heute treten Atlantiker für eine engere Kooperation zwischen den USA und den Staaten der EU ein, insbesondere in Fragen der Außenpolitik, da hier besonderes Gewicht auf übereinstimmenden Wertevorstellungen liegt.
Ein Mensch, der sich selbst als Atlantiker bezeichnet, befürwortet daher in der Regel auch transnationale wirtschaftliche Verflechtungen und tritt für eine freie Marktwirtschaft ein, da diese - aus seiner Sicht - zur verbesserten internationalen Zusammenarbeit und Partnerschaft beiträgt. Nationale Abgrenzung und eine auf kurzfristigen nationalen Interessen beruhende Außenpolitik wird er daher i.d.R. ebenso ablehnen wie protektionistische Wirtschaftspolitik.
Bedingt durch die Betonung auf die Grundwerte Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft sind viele Atlantiker häufig im konservativen bis liberalen Spektrum zu suchen und distanzieren sich von nationalsozialistischen, kommunistischen und isolationistischen Bewegungen.
siehe auch: Ameropa

