Atlantic Container Lines
Die Reederei Atlantic Container Lines (ACL) wurde Ende der 1960er Jahre mit Hauptsitz im englischen Southampton gegründet, um einen Container-Dienst zwischen Europa und der nordamerikanischen Ostküste zu unterhalten. In diesen Dienst ist das Unternehmen heute noch engagiert.Geschichte
1965 war abzusehen, dass sich in der Frachtschiffahrt einiges zu verändern begann, insbesondere der gerade aufkommende Container sollte alles verändern. Die großen Reedereien im Transatlantik-Geschäft waren zu der Zeit in einer schwierigen Situation, ihre Passagierdienste warfen keine Gewinne mehr, da das Flugzeug dem Schiff die Passagiere abnahm und nun war auch noch der Frachtsektor im Umbruch. Um die gewaltigen Neuinvestitionen für die neuen Containerschiffe nicht allein tragen zu müssen verbanden sich damals mehrere Unternehmen und gründeten einige Joint Venture - Die ACL ist eines der Ergebnisse der damaligen Entwicklung.
1965 wurden die Atlantic Container Lines (ACL) durch die etablierten Reedereien Cunard Line aus Großbritannien, der Holland-Amerika_Lijn aus den Niederlanden, der französischen Compagnie Générale Transatlantique sowie den beiden schwedischen Reedereien Svenska-Amerika Linjen (Broström) und Rederi AB Transatlantic (RABT) mit Sitz im englischen Southampton gegründet, um einem Containerdienst zwischen Europa und der nordamerikanischen Ostküste (USA/Kanada) zu unterhalten. Alle fünf Partner hielten einen Anteil von 20% am neuen Unternehmen. Die Cunard Line war z.B. noch an einem weiteren Joint Venture beteiligt, der Associated Container Transportation (ACT).
1967 wurden die ersten vier Schiffe für die Reederei in Dienst gestellt, diese Einheiten bildeten die sogenannten G1-Serie (S-Type) und waren mit 12231 GT vermessen und konnten 800 Container aufnehmen. Wie alle folgenden ACL-Neubauten gehörten diese Schiffe zum Typ der RoRo-Containerschiffe (Roll on/Roll off) - hatten also neben Stellplätzen für Container auch Platz für Fahrzeuge, meist Pkw. Mit diesen Schiffen führte man auch die Tradition ein, das alle Namen mit "Atlantic ....." beginnen.
Zwischen 1969 und 1970 stellten die fünf Partner die nächste Schiffsgeneration für die ACL in Dienst - die sechs Schiffe der G2-Serie (C-Type). Mit 16489 GT vermessen, boten sie 1200 Containern Platz und wieder einer großen Anzahl von Kraftfahrzeugen. 1976 wurden die vier Schiffe der G1-Serie verlängert und auf 22020 GT vergrößert und die Containerstellplätze auf 1200 erhöht.
Im ACL-Konsortium hatte sich inzwischen einiges verändert, die CGT war 1974 mit den Messageries Maritimes zur Compagnie Générale Maritime (CGM) fusioniert und die CGM übernahm diesen 20%-Anteil an ACL. Die schwedische SAL war 1978 aufgelöst wurden und die SAL-Mutterfirma Rederi AB Broström übernahm deren ACL-Anteile.
1982 ereilte die Reederei ein trauriger Verlust. Die Atlantic Conveyor (I) war während des Falklandkrieges von der Royal Navy eingechartert. Dies war möglich, da das Schiff 1970 durch die Cunard Line in das ACL-Konsortium eingebracht worden war und unter britischer Flagge fuhr. Als das Schiff vor den Falkland-Inseln in Position war, wurde es von einer Exocet-Rakete eines argentinischen Jagdflugzeuges getroffen und versank.
Zwischen 1985 und 1986 stellte ACL die dritte Generation ihrer RoRo-Containerschiffe in Dienst, die fünf Einheiten der G3-Serie (C2-Type). Diese Schiffe können 2140 Container und 1000 Pkw aufnehmen. 1987 wurden die fünf Schiffe vergrößert, womit ihre Containerkapazität auf 3100 TEU gesteigert werden konnte (G3L-Serie).
1989 übernahm die Reederi AB Transatlantic (RABT) die Broström-Gruppe und somit auch deren Anteil an ACL, bis 1990 hatte RABT auch die restlichen 60% der ACL-Anteile angekauft, nachdem Cunard, Compagnie Générale Maritime und Holland-America Line darauf verzichteten. Letztere war seit 1970 eigentlich nur noch im Kreuzfahrtgeschäft engagiert. Die von diesen Firmen eingebrachten Schiffe blieben noch ihr Eigentum, wurden aber im Laufe der 1990er Jahre an ACL verkauft, so z.B. 1995 die Atlantic Conveyor (II) durch Cunard. ACL verlegte den Firmensitz von Southampton nach South Plainfield (USA) und der Name wurde in Atlantic Container Line AB geändert, womit die Reederei-Aktien an der schwedischen Börse gehandelt wurden.
2000 war die italienische Grimaldi-Gruppe (Grimaldi Lines) mit 44% Hauptaktionär und steigerte diesen Anteil später auf 81% und aktuell auf 91%. Grimaldi Lines ist weltweit der größte Betreiber von RoRo-Containerschiffen und hat durch die Übernahme von ACL seine Marktposition im Transatlantik-Geschäft deutlich weiter verbessert. Die ACL-Dienste sind seitdem mit denen der Grimaldi Lines abgestimmt. Eine Übernahme der restlichen 9% ist derzeit nicht geplant, kann aber nicht ausgeschlossen werden.
RoRo-Containerschiffe
Alle Schiffe haben auch Platz für Kfz aller Art (Pkw/Lkw).

