Acute Respiratory Distress Syndrome
Seit 1967 wird mit dem Begriff ARDS (für engl. Acute Respiratory Distress Syndrome, Synonyme: Adult Respiratory Distress Syndrome, akutes progressives Lungenversagen, Atemnotsyndrom des Erwachsenen, Schocklunge) die massive Reaktion der Lunge auf verschiedene schädigende Faktoren bezeichnet; unabhängig davon, ob die daraus resultierenden pulmonalen Entzündungsmechanismen primär pulmonal oder systemisch ausgelöst werden. Ashbaugh D, Bigelow D, Petty T, Levine B. Acute respiratory distress in adults. Lancet 2 (1967) 7511:319-23. PMID 4143721Ware, L. B. and Matthay, M. A. The Acute Respiratory Distress Syndrome. NEJM. 4-5-2000;342(18):1334-49. PMID 10793167 Diese akute respiratorische Insuffizienz wird durch eine schwere diffuse Schädigung des Lungenparenchyms verursacht. Weitere Komponenten sind Perfusionsstörungen, Gerinnungsstörungen, Permeabilitätsstörungen der Alveolarwände, Lungenödem, Abbau von Surfactant und bindegewebigem Umbau von Lungengewebe.Funktionell ist das ARDS gekennzeichnet durch:
* eine arterielle Hypoxämie unterschiedlichen Schweregrades
* diffuse röntgenologische Infiltration
* verminderte Dehnbarkeit (Compliance) der Lunge und
* eine erniedrigte funktionelle Residualkapazität
Das ARDS verläuft für gewöhnlich in drei Phasen, der exsudativen_Phase und der frühen und späten proliferativen_Phase
right|thumb|230px|Schocklunge_(pulmonal_hyaline_Membranen)
Definition
Auf der amerikanisch-europäischen Konsensuskonferenz wurde 1992 die Definition des ARDS präzisiert.Bernard G, Artigas A, Brigham K, Carlet J, Falke K, Hudson L, Lamy M, Legall J, Morris A, Spragg R. The American-European Consensus Conference on ARDS. Definitions, mechanisms, relevant outcomes, and clinical trial coordination. Am J Respir Crit Care Med 149 (1994) 3 Pt 1:818-24. PMID 7509706 Maßgeblich sind dabei folgende Kriterien:
*Akuter Beginn
*beidseitige Infiltrate in der posterior-anterioren Röntgen-Thoraxaufnahme
*Lungenkapillarverschlussdruck (PCWP, Wedge-Druck) <18 mmHg oder fehlender klinischer Anhalt auf eine erhöhten Druck im linken Vorhofs
• PaO2]]' target='blank'>(Sauerstoffpartialdruck im arteriellen Blut)/FIO2(Sauerstoffanteil der Atemluft) ? 200 mmHg (Horowitz-Oxygenierungsindex)
Bei einem Index von 200 - 300 spricht man hingegen von einer ALI (Acute Lung Injury)
Ursachen und Risikofaktoren
Direkte Lungenschädigung
Inhalation Serum-pH erhöhen die Gefahr einer ARDS-Entwicklung.
Die angegebene Inzidenz des ARDS variiert je nach Studie zwischen 2 bis 28 Fällen pro 100.000 Einwohner und Jahr.
Die Letalität ist zwar auf Grund von Fortschritten der unterstützenden Therapie in den letzten Jahrzehnten gesunken, sie beträgt jedoch immer noch etwa 40%.
Behandlung
Patienten mit ARDS müssen oft im Rahmen der intensivmedizinischen_Behandlung intubiert und kontrolliert beatmet werden, wobei differenzierte Beatmungsmuster mit PEEP eingesetzt werden. Die Beatmungsparameter werden situativ an den Zustand des Patienten angepasst. Dazu ist eine Sedierung notwendig. Daneben wird kurz- und mittelfristig eine Negativbilanzierung (Flüssigkeitsrestriktion) des Flüssigkeitshaushaltes angestrebt, was durch Diuretika und Hämofiltration erreicht wird. Dabei ist das Monitoring des Säure- Basen- und Elektrolyhaushalt besonders wichtig.
Die Gabe von Kortikoiden kann nützlich sein. Hämodynamische Störungen und Veränderungen werden nach den Grundsätzen der Intensivbehandlung kontrolliert therapiert. Der wichtigste Teil des Bahndlungskonzeptes ist jedoch, sofern möglich, die Ausschaltung der auslösenden Ursache (kausale Therapie, z. B. der Infektion).
In schweren Fällen des ARDS wird die Behandlung mit der kinetischen Therapie unterschtützt (Rotorest(R)- Therapie oder eine Bauchlage des Patienten). Diese Lagerungstherapie sorgt für das Erreichen von Atemgas (meist unter einer protektiven, kontrollierten Beatmung und der oben erwähnten "hohen" Analgosedierung)
Siehe auch
Atemnotsyndrom des Neugeborenen
Einzelnachweise
Weblinks
• ARDS aus pflegerischer Sicht
• ARDS bei www.intensivcareunit.de

