Atauro
Atauro (port. , indon. ) ist eine Molukken. Atauro bedeutet in der lokalen Sprache ?Ziege?, ist das Bandasee etwa 30 km nördlich der Insel Timor und gehört zu Osttimor. Die Insel Wetar liegt im Nordosten, Alor westlich. Auf Atauro wohnen etwa 7.857 Menschen (2004).Als Gefängnisinsel und Ort der Verbannung war Ataúro berüchtigt während der Zeit der indonesischen Besatzung.
Geographie
Atauro ist ein Subdistrikt des Distriktes_Dili. Der Subdistrikt teilt sich in fünf Sucos auf:
Beloi an der Ostküste
Biqueli (Bikeli, Biquele, ehemals Pala) an der nördlichen Ostküste
Macadade (ehemals Anartutu) im Landesinneren des Südens
Maquili (Makili) an der südlichen Ostküste
Vila (ehemals Maumeta) an der südlichen Ostküste
Der größte Ort ist Vila, der zweitgrößte Macadade. Ein möglicher Alternativname für Vila ist Toro. Weitere Orte sind:
* An der Südküste: Berau, Nameta
* An der nördlichen Ostküste: Akrema (Acrema), Uaroana
* An der Nordwestküste: Adara, Maker, Vatuu
* Im Landesinneren des Nordens: Arlo, Doro
Atauro ist etwa 25 km lang, bis zu 9 km breit und hat eine Fläche von 105 km². Auf der Insel gibt es nur wenige Straßen. Die Insel ist zerklüftet und rau und von Erdrutschen und Überflutungen bedroht. Allerdings ist die Insel vulkanisch nicht mehr aktiv. Ihr höchster Punkt ist der Mano Côco (Foho Manococo) mit . Weitere Erhebungen sind der Foho Tutonairana und der Foho Berau. Hohe Klippen, die ins Meer ragen und geschützte Buchten mit Sandstränden prägen die Küste. Die Meeresstraße zwischen Atauro und Timor ist bis zu 3.500 Meter tief.
Melbourne arbeiten zusammen mit dem (EMRD) und dem Polytechnischen Institut von portugiesischen Besiedlung im 16. Jahrhundert wurde der Wald stark abgeholzt.
Verkehr und Transport
Eine asphaltierte Straße verbindet Vila und Biqueli. Es gibt eine Startbahn für Flugzeuge. Der IATA-Code ist AUT (WPAT). Insgesamt ist die Versorgung der Bevölkerung nicht besonders gut. Von Atauro verkehrt eine Fähre zur Hauptstadt Dili, die etwa zwei Stunden benötigt. Es gibt auch die Möglichkeit mit Fischerbooten auf die Insel zu gelangen. Atauro wird sich vermehrt dem Öko-Tourismus widmen. Seine Korallenriffe begeistern Sporttaucher.
Geschichte und Kultur
Die ausgedörrte Insel wurde schon ab 1937 von den Portugiesen genutzt, um politische Gefangene aus Portugal und anderen Kolonien zu verbannen. 1959 sandte Lissabon mehr als 3000 Menschen nach Ataúro, darunter war beispielsweise der Vater von 11. August 1975 einen Staatsstreich um der wachsenden Popularität der FRETILIN etwas entgegenzusetzen. Der letzte portugiesische Gouverneur Mário Lemos Pires floh nach Atauro von wo er zwischen den beiden Parteien zu vermittelten versuchte. Die FRETILIN versuchte ihn zur Rückkehr nach Dili und der Weiterführung der Entkolonisation zu bewegen, aber Pires wartete auf Instruktionen der Regierung in Lissabon, die aber aufgrund der Probleme in Afrika wenig Interesse an Osttimor hatte. Das Chaos begünstigte die spätere Invasion Indonesiens.
Indonesien nutzte Atauro zwischen 1980 und 1986 als Gefängnisinsel und Umsiedlungslager. 1982 wurde mit 4000 Personen die größte Anzahl an Inhaftierten erreicht. Nach dem Marabia-Angriff schickte Indonesien im Juli 1980 die erste Gruppe Gefangener nach Atauro, darunter viele Kinder und Ältere, die Verwandte in der Untergrundbewegung hatten. Viele litten an Unterernährung, da die Nahrungsmittellieferungen der Indonesier selten ausreichten. Mitglieder der Koramil und Hansip waren für die Bewachung der Gefangenen verantwortlich. Verwandten war der Besuch nicht gestattet. Das ICRC begann ab 1982 die Namen und Herkunft der Inhaftieren festzuhalten, um Familienangehörige zu informieren.
1999 schützte die abgelegene Lage Atauros die Bewohner vor den pro-indonesischen Milizen, die den Rest von Osttimor verwüsteten.
Ungewöhnlich für das mehrheitlich katholische Osttimor ist, dass die Mehrheit der nördlichen Bewohner Atauros Protestanten sind. Sie wurden durch niederländische Calvinisten im 20. Jahrhundert von Alor aus missioniert. Auch im Süden der Insel gibt es Protestanten.
Die Bewohner Atauros sprechen Wetar, das sonst hauptsächlich auf der Insel Wetar gesprochen wird. Hier wird die anerkannte Nationalsprache auch Atauru oder Adabe genannt.
Auf Atauro werden drei Dialekte des Wetar gesprochen: Rahesuk im Norden, Resuk im Südosten und Raklungu im Südwesten. Ein vierter Dialekt, Dadu'a, wird von Nachkommen einer Gruppe von Bewohnern Atauros gesprochen, die in Dörfer in den Distrikt_Manatuto auf Timor ausgewandert sind.
Während der Kolonialzeit wurde die Insel in den Distrikt Dili eingegliedert zu dem sie noch heute gehört. Nach der Unabhängigkeit Osttimors wurde darüber diskutiert die Distrikte neu zu ordnen und die Insel von Dili abzutrennen, aber diese Pläne wurden letztlich nicht umgesetzt.
Siehe auch
Geschichte Osttimors
Einzelnachweise
Weblinks
• Photos von Atauro
• Projekt zur Trinkwasserversorgung auf Atauro
• Australian editorial on Atauro's poverty
• Community Run Eco Tourism on Atauro Island

