Atacama Large Millimeter Array
Das Atacama Large Millimeter Array (ALMA) ist ein aus 50 fahrbaren Einzelantennen zu je 12 m Durchmesser bestehendes Interferometer für Millimeterwellen.Der Bau wurde im November 2003 beschlossen, um die Beobachtungsmöglichkeiten im Millimeterwellenbereich, dem neben Licht- und Radiowellen dritten ?Fenster? der Erdatmosphäre, entscheidend zu verbessern. ALMA ist eines der größten Projekte der bodengebundenen Astronomie und soll etwa 2011 vollständig in Betrieb gehen. Am Standort wurde als Atacama Pathfinder Experiment bereits ein Radioteleskop aufgestellt.
Zu den Aufgaben des von Nordamerika und Europa gemeinsam finanzierten Instruments gehört es, die Entstehungsgebiete von Planeten und Sternen in kalten interstellaren Wolken und protoplanetaren Akkretionsscheiben zu erforschen. Die Millimeterwellen sind besonders geeignet, ausgedehnte Gas- und Staubwolken zu durchdringen, die die Stern- und Planeten-Entstehungsgebiete verhüllen. Infrarotgalaxien im frühen Universum und andere Galaxien sind weitere wichtige Ziele.
Da der irdische Wasserdampf diese Strahlen absorbiert, kann ALMA nur in einem sehr trockenen und hoch gelegenen Gebiet errichtet werden. Vorgesehen ist hier das ausgedehnte Chajnantor-Hochplateau in der chilenischen Atacama-Wüste, 5000 Meter hoch gelegen.
Durch Verschieben der Antennen kann die Größe von ALMA zwischen 150 m und 14 km verändert werden. Die Empfänger sollen in den Frequenzbändern zwischen 30 GHz und 950 GHz arbeiten, für die die Erdatmosphäre durchlässig ist. Zunächst sollen vier Bänder von 84-116 GHz, 211-275 GHz, 275-373 GHz und 602-720 GHz in Betrieb gehen.
Weblinks
• ALMA website bei ESO

