Aerospatiale ATR 42
Die ATR 42 ist das kleinere Modell von zwei Turboprop-Regionalverkehrsflugzeugen des Herstellerkonsortiums Avions de Transport Régional. Das größere Modell ATR_72 ist die gestreckte Version der ATR 42.Das Flugzeug wird für verschiedene Anwendungsgebiete eingesetzt. Einerseits ist es ein Regionalflugzeug, das abgelegene Flughäfen mit dem Hub verbindet, andererseits wird es auch von Frachtunternehmen eingesetzt. Auch schwach ausgelastete Direktverbindungen gehören dazu. Ein Hilfstriebwerk (APU) ist nicht vorhanden, stattdessen kann das rechte Triebwerk am Boden weiterlaufen, denn der Propeller kann mit einer speziellen Bremse stillgelegt werden.
Das Flugzeug ist mit zwei Turboprop-Motoren ausgestattet. Die älteren Maschinen (ATR 42-300, ab 1985 und ATR 42-320, ab 1987) haben vierblättrige Propeller. 1995 begann die verbesserte Version ATR 42-500 den Liniendienst. Die Verbesserungen (laut Herstellerwebseite) umfassen das Kabineninterieur, ein erhöhtes Startgewicht MTOW, stärkere Motoren und modernere sechsblättrige Propeller. Dadurch wird die Reisegeschwindigkeit höher, der Kerosinverbrauch gesenkt, die Reichweite erhöht, und die Flugzeuge werden im Landeanflug oder beim Start merklich leiser.
Air Littoral (Frankreich) war die erste Fluggesellschaft, die 1985 das Flugzeug in Dienst gestellt hat. Seit dem Zeitpunkt ist es, mit Ausnahme der Änderung der Propeller, nahezu unverändert im Einsatz.
Im Regionalflugverkehr hat die ATR 42 einen deutlichen Geschwindigkeitsnachteil gegenüber den mit Strahltriebwerk betriebenen Regionaljets. Mit den aktuellen Motoren erreicht die ATR 42 nur Geschwindigkeiten bis 556 km/h. Aktuelle Regionaljets erreichen Geschwindigkeiten, die denen von Mittelstreckenflugzeugen in nichts nachstehen, also über 700 km/h. Da es mittlerweile eine große Anzahl dieser Regional-Jets gibt (etwa die CRJ 200 der Bombardier oder die Regionaljets von Embraer), sah es eine Zeit lang so aus, als stünden die Flugzeuge mit Turboprop-Propeller-Motoren vor ihrem Ende. Angesichts steigender Treibstoff-Preise kündigte sich 2005 allerdings so etwas wie eine Renaissance des Turboprop-Antriebs an, was zu einer steigenden Nachfrage sowohl bei ATR als auch bei Bombardier (für die Q-Serie) führte.
Durch den Einbau von so genannten Active Noise Reduction-Systemen wurde zudem der Kabineninnenlärm der Propeller deutlich reduziert.
Ein Vorteil der Turbopropellermaschinen gegenüber den Regionaljets ist die deutlich kürzere Start- und Landestrecke, die sie für Flüge zu kleineren Flughäfen interessant macht. Vergleichbare Werte für Start- und Landestrecke erreichen bei den Regionaljets nur speziell für diesen Zweck entworfene Maschinen, so z.B. die BAe-146, auch Jumbolino genannt.
Der Hauptvorteil einer Turbopropmaschine ist der erheblich geringere Kraftstoffverbrauch pro Tonnenkilometer. Zum Zeitpunkt ihres Erscheinens setzte sie hier Maßstäbe - die ATR 42 verbraucht bei voller Auslastung rund 1,8 Liter Kerosin pro Passagier und 100 km - dies entspricht der Hälfte eines modernen Jets.
Technische Daten
Siehe auch
• von Flugzeugtypen]
• Havilland Canada DHC-8]
Weblinks
• Avions de Transport Regional
• airliners.de: ATR 42
• ATR 42F für Stückgut kleiner als Luftfrachtcontainer

