AT-13 Metis M
250px|thumb|AT-13_/_9K155_MetisDie AT-13 Metis M ist eine tragbare Panzerabwehrlenkwaffe aus russischer Produktion. In der russischen Armee ist die Typenbezeichnung 9?115-2 geläufig. Die Codebezeichnung der NATO lautet "AT-13 Saxhorn".
Technik
Das seit 1992 an die russische Armee ausgelieferte System besteht aus einer Lafette auf einem Dreibein, einer Zielvorrichtung und der Rakete. Die Lafette enthält die Zielerfassungs- und Steuerelektronik, so dass nur noch die Steuersignale selbst an die Rakete übermittelt werden müssen. Zudem verfügt sie über eine optische Visiereinrichtung. Ein Wärmebildvisier für den Kampf bei Nacht und unter schlechten Sichtbedingungen kann angeschlossen werden. Die Rakete wird in ihrer Transporthülle auf die Abschusschiene montiert und dann direkt aus ihr abgefeuert.
Die Zielverfolgung erfolgt nach dem SACLOS-Prinzip: Der Schütze muss das Ziel während des Flugs der Rakete weiter mit der Optik verfolgen und dabei ein Steuerkreuz über dem Ziel halten. Die Steuersignale werden daraus errechnet und per Draht von der Abschussvorrichtung an die Rakete übertragen. Diese besteht aus dem Lenksystem, dem Raketentriebwerk, dem Starttriebwerk, Stabilisierungsflossen, dem Drahtbehälter und dem Gefechtskopf.
Den Gefechtskopf gibt es mit Tandemhohlladung zum Einsatz gegen gepanzerte Ziele und als thermobarische Variante, die zum Einsatz gegen Flächenziele, Bauwerke und Bunker geeignet ist. In der Entwicklung befindet sich eine verbesserter Tandemhohlladungsrakete (Version Metis M1), die eine größere Durchschlagskraft haben und weniger anfällig gegen Störsysteme sein soll.
Zudem existieren zwei Übungsvarianten des Systems: eine für den Einsatz unter Feldbedingungen, eine für die Ausbildung in geschlossenen Räumen.
Einsatz
Der Einsatzdoktrin entsprechend besteht ein AT-13-Trupp aus drei Soldaten, die das Waffensystem mit fünf Raketen tragen. Der Schütze trägt die geladene Abschussvorrichtung und feuert die erste Rakete aus dem Marsch heraus ab, gestützt gegen ein stabiles Widerlager wie einen Baum oder eine Mauer. Zum Nachladen und für Folgeschüsse wird das System mit dem Dreibein auf den Boden gestellt. Dieser Wechsel soll 15 bis 20 Sekunden in Anspruch nehmen. Die verbleibenden vier Raketen des Trupps sollen mit einer Schussfrequenz von drei bis vier pro Minute abgefeuert werden. Auch der aufgesessene Einsatz von militärischen Fahrzeugen aus ist möglich. Verglichen mit seinem Vorgängersystem AT-4 Spigot wurde die Bedienung vereinfacht, so dass Soldaten das System nach nur kurzer Übung effektiv einsetzen können.
Technische Daten
*Länge: 980 mm
*Durchmesser: 130 mm
*Spannweite:
*Gewicht: 29,8 kg (Abschussvorrichtung mit Rakete)
*Geschwindigkeit: 200 m/s
*Reichweite: 80-1500 m
*Antrieb: Festtreibstoff
*Gefechtskopf: Tandemhohlladung oder thermobarisch
*Durchschlag: 800 mm RHA, 900 mm (Version M1)
*Zünder:
*Lenkung: SACLOS, Draht
Verbreitung
Die AT-13 wird vor allem von den russischen Streitkräften verwendet.
Einige dieser Systeme wurden an den Iran verkauft, der wiederum über Syrien die libanesische Hisbollah damit beliefert haben soll.
Im Libanonkrieg 2006 zerstörte oder beschädigte die Miliz nach einigen Quellen mit derartigen Panzerabwehrlenkwaffen 50 israelische Panzer des Typs Merkava.

