Astroparticle European Research Area
ASPERA steht für AStroParticle European Research Area. Es ist ein von der Europäischen_Kommission gefördertes Forschungsnetzwerk, das Wissenschaftler und staatliche Institutionen aus vielen europäischen Ländern vereint, die im Bereich der Astroteilchenphysik tätig sind bzw. diesen Bereich finanziell fördern. Ziel des Netzwerks ist, die nationalen Anstrengungen der Mitgliedsländer zu bündeln und so europaweit koordiniert die Astroteilchenphysik voranzubringen. ASPERA wird im Rahmen des sechsten Forschungsrahmenprogramms der Europäischen_Union mit insgesamt 2,5 Millionen Euro im Zeitraum von 2006 bis 2009 gefördert.
Der Begriff ASPERA wurde in Anlehnung an das lateinische Sprichwort per aspera ad astra gewählt, was wörtlich durch das Raue zu den Sternen heißt, sinngemäß also ohne Fleiß kein Preis.
Ziele
Zu den Zielen des Forschungsnetzwerk ASPERA gehören u.a.:
*Entwicklung einer wissenschaftlichen Strategie (Scientific Roadmap), um wissenschaftliche Ziele zu formulieren und die zu deren Erlangung notwendigen Großprojekte in Europa entwickeln und bauen zu können
*Länderübergreifende, nach Möglichkeit gesamteuropäische Zusammenarbeit bei den Großprojekten der nächsten Generation
*Schaffung eines gemeinsamen Informationssystems, um die in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlichen Abläufe zur Bewertung und Finanzierung von Forschungsprojekten zu vergleichen. So lassen sich formale und rechtliche Hürden erkennen, die eine gezielte Zusammenarbeit in Europa erschweren.
*Entwicklung eines Modells zur Zusammenarbeit der nationalen Agenturen, um gemeinsam länderübergreifende Programme zu finanzieren
*Erweiterung des bestehenden Netzwerks um alle im Bereich der Astroteilchenphysik tätigen Einrichtungen in Europa
Zeitplan
ASPERA hat Mitte 2006 begonnen und läuft drei Jahre. Bis Juli 2008 soll die wissenschaftliche Strategie (Roadmap) formuliert sein, die klare Prioritäten in den einzelnen Bereichen der Astroteilchenphysik benennt.
Bis Januar 2009 will man einen gemeinsamen Aktionsplan vorlegen, wie neue Forschungsinfrastruktur (z.B. große Detektoren und Teleskope) im Bereich der Astroteilchenphysik finanziert werden soll. Bis Juli 2009 sollen die nationalen Förderprogramme entsprechend koordiniert und an den Aktionsplan angeglichen werden. Dann läuft ASPERA aus und die als technisch und finanziell machbar erkannten Programme starten.
Aktivitäten
Zu Beginn von ASPERA verschaffen sich die beteiligten Wissenschaftler und Agenturen einen Überblick über den aktuellen Status im Bereich der Astroteilchenphysik in Europa. Dazu finden Workshops und spezielle Aktionstage in allen beteiligten Ländern statt.
Nach der Erfassung der aktuellen Lage formuliert eine Arbeitsgruppe innerhalb von ASPERA dann eine gemeinsame Strategie für diesen Wissenschaftszweig. Parallel wird ein Verfahren entwickelt, europaweit Forschungsprojekte zu bewerten, zu vergleichen und europäische Objekte gemeinsam zu verwalten und zu finanzieren.
Astroteilchenphysik in Europa
Der recht junge Forschungszweig der Astroteilchenphysik verbindet die Erforschung des ganze Kleinen mit der des ganze Großen. Es spielen Aspekte der Teilchenphysik, Astronomie und Kosmologie eine Rolle. Europa steht in diesem Bereich traditionell sehr gut da. Da die Geräte zur Messung von z.B. Neutrinos, Gammastrahlung und Kosmischer_Strahlung höchster Energie immer größer und teurer werden, ist ein koordiniertes Vorgehen der europäischen Staaten im Rahmen von ASPERA unerlässlich, um die führende Stellung Europas zu erhalten.
In der wissenschaftlichen Strategie (Roadmap) von ASPERA formulieren die Wissenschaftlicher sieben Kernbereiche, in denen unterschiedliche Geräte und Methoden zum Einsatz kommen: Hochenergetische Gammstrahlen, Neutrinomasse, hochenergetische Kosmische Strahlung, hochenergetische Neutrinos, direkter Nachweis Dunkler_Materie, Nachweis von Gravitationswellen, Neutrinos geringer Energie und der Zerfall des Protons. ASPERA soll bis zum Jahr 2009 für alle diese Bereiche die beiden wichtigsten Projekte identifizieren und Wege zur Umsetzung prüfen.
Beteiligte Institutionen
Zu ASPERA gehören derzeit 16 Forschungsagenturen: CNRS (Frankreich), Bundesministerium für Bildung und Forschung (Deutschland), CEA (Frankreich), FCT (Portugal), FNRS (Belgien), FOM (Niederlande), FWO (Belgien), INFN (Italien), MEC (Spanien), MEYS (Tschechische Republik), SNF (Schweiz), DEMOKRITOS (Griechenland), STFC (Großbritannien), Projektträger-DESY (Deutschland), FECYT (Spanien) und VR (Schweden).
ASPERA ist eine Fortentwicklung von ApPEC (Astroparticle Physics European Coordination), das 2001 sechs Forschungsagenturen aus Europa gegründet haben, um die Koordinierung der Astroteilchenphysik in Europa voranzubringen.
Weblinks
• Offizielle Website
• Monatlicher Newsletter
• Website von ApPEC

