Astrid Proll
Astrid Proll (29. Mai 1947 in Kassel) war in der Gründungsphase der Rote Armee Fraktion an der Seite von Andreas Baader und Gudrun Ensslin aktiv.Nach der Verurteilung von Baader, Ensslin, Horst Söhnlein sowie ihrem älteren Bruder Thorwald Proll wegen Brandstiftung 1968 schloss sie sich der Gruppe an und folgte ihnen, nachdem diese sich, mit Ausnahme Söhnleins, der Inhaftierung durch Flucht entzogen, nach Paris.
Anfang 1971 wurde Proll kurzzeitig von französischen Behörden verhaftet, aufgrund gesundheitlicher Probleme jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Darauf floh sie nach England. Hier war sie unter verschiedenen Identitäten unter anderem als Parkaufseherin und Automechanikerin tätig.
Am 15. September 1978 wurde Proll, die sich zu diesem Zeitpunkt Anna Puttick nannte, in London verhaftet und schließlich, nach einem etwa einjährigen Rechtsstreit, an Deutschland ausgeliefert. Am Ende des gegen sie wegen Raubüberfalls und Urkundenfälschung gerichteten Gerichtsprozesses stand eine Verurteilung zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren, von denen sie vier Jahre verbüßte.
Seit Anfang der 1980er arbeitet Astrid Proll als Fotografin, Autorin und Redakteurin. Unter anderem war sie lange Jahre als Bildredakteurin für die Magazine "Tempo", "Der Spiegel", "The Independent" und "Time" tätig.
Werke
* Proll: Hans und Grete - Bilder der RAF 1967-1977, Aufbau-Verlag, Berlin 2004. ISBN 3351025971
Weblinks
• Unscharfe Bilder - Interview mit Astrid Proll über Mode und die RAF

