Hollabrunn
{| border="0" cellpadding="2" cellspacing="1" style="float: right;margin-left:1em; background:#e3e3e3;"! Wappen
! Lage
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! colspan="2" | Basisdaten
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| Bundesland: || Niederösterreich
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| Fläche: /'>| 152,38 Einwohner: /'>| 10.685 (2001)
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| Postleitzahl: /'>| 2020
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| Geografische Lage: /'>|
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| Bürgermeister: /'>| Helmut Wunderl (Weinviertel in Niederösterreich. Der Name der Stadt ("Holerbrunen") leitet sich von Holler (Holunder) und Brunnen ab.
Geografie
Die Stadt Hollabrunn liegt unmittelbar westlich des Ernstbrunner Waldes im Tal des Göllersbach im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 152,3 Quadratkilometer. 32,07 Prozent der Fläche sind bewaldet.
Die Großgemeinde Hollabrunn besteht aus 22 Katastralgemeinden. Diese sind Altenmarkt im Thale, Aspersdorf, Breitenwaida, Dietersdorf, Eggendorf im Thale, Enzersdorf im Thale, Groß, Hollabrunn, Kleedorf, Kleinkadolz, Kleinstelzendorf, Kleinstetteldorf, Magersdorf, Mariathal, Oberfellabrunn, Puch, Raschala, Sonnberg, Suttenbrunn, Weyerburg, Wieselsfeld, Wolfsbrunn.
Geschichte
Die Stadt und ihr Umland sind bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt.
Die erste schriftliche Erwähnung von Hollabrunn erfolgte in einer Schenkungsurkunde des Jahres 1135, in der Markgraf Diepold III. von Vohburg einem bayrischen Kloster eine Schenkung von "sieben Grundholden und drei Weingärten" machte.
In diesem Dokument wird auch ein Wilvolvisdorf bei Hollabrunn erwähnt.
Man nimmt an, dass es sich dabei um eine Siedlung im Bereich Hofmühle und Lothringerplatz handelt,
die sich später mit Hollabrunn (Siedlung im Bereich Wiener Straße) vereinigt hat.Ab 1288 wurde der Ortsname Oberhollabrunn (Hollabrunn superior) zur Unterscheidung von Niederhollabrunn verwendet.
Die Herrschaft übten damals die Herren von Sonnberg aus, die um 1220 die Pfarre Hollabrunn gründeten und dem Ort bereits vor 1377 das Marktrecht verliehen.
Weil der böhmische König Johann 1336 Hollabrunn verwüstete,
musste die Pfarrkirche neu gebaut werden.
Als die Sonnberger im 14. Jahrhundert verarmten, wechselten in der Folgezeit die Herrschaften sehr oft, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts auf das Geschlecht der Gilleis überging.
Ab etwa 1530 war der Ort eine Poststation an der Route Wien-Prag.
Unter Georg von Gilleis bekam Hollabrunn 1565 das heute noch verwendete Marktwappen,
1574 wurde das Marktprivileg erneuert.
In der Reformationszeit war die Bevölkerung überwiegend lutheranisch.
1662 übernahmen die Dietrichsteiner die Herrschaft über den Ort
und förderte die Gegenreformation.
1667 wurde ein Kapuzinerkloster errichtet, das Joseph_II. bereits 1783 aufhob.
1683 zog der König von Polen Jan Sobieski mit seinen Truppen durch Hollabrunn.
Während der Franzosenkriege war der Ort 1805 Schauplatz einer Schlacht.
Hollabrunn ist daher auch auf der Inschrift am Arc_de_Triomphe in Paris erwähnt.
Auch 1809 kam es in der Nähe des Ortes zu Kämpfen zwischen Österreichern und Franzosen.
Am 31. Mai 1824 wurde eine Sparkasse gegründet, die damit eine der ältesten Österreichs ist.
Nach 1848 wurden Bezirksverwaltungsbehörden errichtet,
für die 1872 eröffnete Süd-Norddeutsche_Verbindungsbahn wurde ein Bahnhof in Hollabrunn gebaut. 1875 erhielt der Ort ein Spital.
1908 wurde der Markt wegen "seines geregeltem Gemeindewesens und seines bedeutenden Aufschwungs" zur Stadt erhoben und 1928 schließlich von Oberhollabrunn in Hollabrunn umbenannt.
Politik
Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Helmut Wunderl, Amtsleiter Franz Stockinger.
Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2005 bei insgesamt 37 Sitzen folgende Mandatsverteilung:
ÖVP 20, SPÖ 10, FPÖ 4, Grüne 3, andere keine Sitze.
Wirtschaft und Infrastruktur
Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 555, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 294. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 4868. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,14 Prozent.
Öffentliche Einrichtungen
= Ämter und Behörden
=* Bezirkshauptmannschaft
* Finanzamt
* Bezirksgericht
* Vermessungsamt
* NÖ Agrarbezirksbehörde (Außenstelle)
* Arbeitsmarktservice
* Bezirksstelle der Wirtschaftskammer
* Bezirksstelle der Arbeiterkammer
Bezirksbauernkammer
= Schulen
=Heute ist Hollabrunn vor allem eine Schulstadt. Die Wurzeln dieser Tradition wurde durch die Gründung des Gymnasiums 1865 und des erzbischöflichen_Seminars 1881 gelegt. Zudem gibt es mehrere Universitätslehrgänge und Fachhochschul-Studiengänge (in Zusammenarbeit mit der Hamburger Fern-Hochschule).
* 2 Volksschulen (Kirchenplatz: VS 1, Koliskoplatz: VS 2)
* Sonderpädagogisches Zentrum
* Euro-Hauptschule Hollabrunn
* Hauptschule (Sondererziehungsschule)
* Polytechnische Schule
* Gewerbliche Berufsschulen für Fleischer, Friseure, Kleidermacher
* Landwirtschaftliche Fachschule
Realgymnasium_und_Aufbaugymnasium_der_Erzdiözese_Wien (seit 1974)
Bundesgymnasium_und_Bundesrealgymnasium (seit 1865)
* Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe
* Höhere Technische Bundeslehranstalt
* Höhere technische Lehranstalt für Lebensmitteltechnologie
Frank Stronach Fußballnachwuchsakademie (seit 2000)
* Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule
* Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege am a. ö. Krankenhaus Hollabrunn
* Walter Lehner Musikschule (seit 1974)
* Pädagogisches Institut des Bundes für Niederösterreich
* Universitätszentrum Hollabrunn
= Gesundheit
=* Krankenhaus
* Pflegeheim
* Rotes Kreuz Bezirksstelle Hollabrunn
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Am Hauptplatz wurde 1681 eine Pestsäule mit einer Marienstatue errichtet, 1713 wurde sie um vier Heiligenstatuen (Sebastian, Rochus, Franz_Xaver, Johann von Nepomuk) erweitert. Daneben befindet sich der 1862 errichtete Florianibrunnen mit einer gusseisernen Statue des heiligen Florian.
Die dem heiligen Ulrich geweihte Stadtpfarrkirche geht auf einen romanischen Bau zurück, der um 1160 errichtet und Ende des 13. Jahrhunderts nach Osten erweitert wurde. Nach der Zerstörung (1336) wurde sie im gotischen_Stil neu errichtet und im 17. Jahrhundert barockisiert. 1823 wurde der barocke Hochaltar entfernt, 1880 wurde der jetzige neugotische Hochaltar aufgestellt. Um die Pfarrkirche befand sich ein Friedhof, der 1784 aufgelöst wurde. Einige Grabplatten wurden an der Außenmauer der Kirche befestigt.
Die Filialkirche in der Gartenstadt wurde von 1970 bis 1972 gebaut, die Glasfensterwand an der Ostseite schuf Franz Deéd, das Mosaik an der Außenwand stammt von Hermann Bauch.
Die Alte Hofmühle war ursprünglich ein Herrensitz und wurde später als Mühle verwendet. Im Hof wurde 1974 ein barocker Bildstock aus dem 17. Jahrhundert aufgestellt. Heute dient die Alte Hofmühle als Museum.
Unter Architekten ist Hollabrunn durch die 1972 von Ottokar Uhl mit Partizipation der Bewohner geplanten Reihenhäuser an der Bachpromenade bekannt.
Ein Kuriosum ist der sogenannte Pinkelstein im benachbarten und zur Gemeinde gehörenden Raschala. Der Name kommt von einer Legende, die besagt, dass Wolfgang Amadeus Mozart bei einer seiner Reisen nach Prag sein ?Geschäft? an diesem Stein verrichtete. Bei diesem Stein findet jedes Jahr das berühmte "Ringelreih'n am Pinkelstein" statt.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
* Edmund Angerer, Weihbischof und Generalvikar der Erzdiözese Wien
* Otto Kutscher (1867?1952), Vizebürgermeister von Hollabrunn
* Adolf Gal (1816?1884), Bezirkshauptmann
* August Edler von Gschmeidler (1823?1906), Gemeinderat, Sparkassenvorsteher
* Eduard Adolf Freiherr Schwäger von Hohenbruck (1862?1909), Bezirkshauptmann
Konrad_Maria_Eusebius_zu_Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst_von_Ratibor_und_Corvey (1863?1918), Ministerpräsident
* Hans Kny (1851?1918), Direktor des Gymnasiums
* Rudolf Kolisko (1859?1942), Bürgermeister, Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag
* Anton Rapf (1833?1903), Sparkassendirektor, Bürgermeister
* Franz Reuckl (1844?1908), Rektor des Seminars, Sparkassenvorsteher
Ferdinand Schirnböck (1859?1930), akademischer Maler
* Josef Veigl (1806?1866), Militärgeograf
Leopold Waber (1875?1945), Vizekanzler, Innen-, Unterrichts- und Justizminister
* Felix Ritter von Winiwarter (1852?1931), Chirurg und Primar am Städtischen Krankenhaus
Söhne und Töchter der Stadt
Josef_Bayer (1882?1931), Archäologe
Philipp Fleischmann (* 1985), Schauspieler
Dominic Heinzl (* 1964), Fernsehmoderator und Unternehmer
Maria Jordan (1893?1955), Lyrikerin
Felix_Ritter_von_Luschan (1854?1924), Ethnologe und Prähistoriker
Hermes Phettberg (* 1952), Künstler und Talkmaster
* Ferdinand Schirnböck (1859?1930), akademischer Maler
Hieronymus Übelbacher (1674?1740), Propst vom Stift Dürnstein
Ehrenreich Weismann (1641?1717), evangelischer Generalsuperintendent und Verfasser lateinischer Wörterbücher
Literatur
* Herta Burger-Ringer: Drogerie zum Schwarzen Hund. Böhlau 2005, ISBN 3-205773489
* Ernst Bezemek u. Willibald Rosner (Hrsg.): Vergangenheit und Gegenwart. Der Bezirk Hollabrunn und seine Gemeinden. Hollabrunn 1993,
* Werner Lamm: Hollabrunn. Geschichte in Bildern. Sutton, Erfurt 2001, ISBN 3-89702-296-6
* Werner Lamm: Hollabrunn in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1994, ISBN 90-288-5822-9
* Werner Lamm: Kirchliche Kunst in Hollabrunn. Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 1984, ISBN 3-85326-334-8
* Werner Lamm: Vom Flüchtlingslager zur Gartenstadt. Hollabrunner Museumsverein, Hollabrunn 1999,
*Sparkasse Hollabrunn (Hrsg.): Bezirkskunde Hollabrunn. Sparkassenverlag, Wien 1974
Weblinks
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