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Asklepiodotos
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Asklepiodotos
Asklepiodotos ist der in einem
Florentiner Codex (
Codex Laurentianus 55) und den davon abgeleiteten Handschriften benannte Verfasser eines Abrisses über militärische
Taktik aus dem 1. Jh. (
Asklepiodotou philosophou taktika kephalaia).
Die aus 12 Kapiteln bestehende Schrift behandelt in knapper Form die taktischen Grundlagen der hellenistischen
Hoplitenphalanx. Sie wird ausgiebig von
Aelian zitiert und muss, wenn sie nicht ihrerseits lediglich ein Auszug des aelianischen Traktats ist, spätestens im
1. Jahrhundert entstanden sein. Sie wäre damit die älteste noch erhaltene militärwissenschaftliche Abhandlung in
griechischer_Sprache. Wegen der stark komprimierten Darstellung und weil das Werk sonst nirgends erwähnt wird, besteht die Vermutung, dass es sich bei dem überlieferten Text um eine von Asklepiodotos herausgegebene Kurzfassung einer Schrift oder Vorlesung eines anderen Verfassers handelt. Da
Seneca mehrfach einen Asklepiodotos als Hörer und Vermittler der Vorträge des Philosophen und Universalgelehrten
Poseidonios erwähnt (
Sen. nat. quaest. II 26, 6; VI 17, 3 u.ö.), könnte es sich bei den Taktika des Asklepiodotos um eine Zusammenfassung der Lehren des Poseidonios zu diesem Thema handeln.
Ausgabe
Hermann Köchly/
Wilhelm Rüstow:
Griechische Kriegsschriftsteller, II 1, Leipzig 1855.
*
Military Essays: Aeneas Tacticus, Asclepiodotus, and Onasander, Harvard 1987 (Loeb Classical Library), ISBN 0-674-99172-9.
* Lucien Poznanski (Hg.):
Asclepiodotus. Traité de tactique, Paris 1992 (Text und frz. Übers.), ISBN 2-251-00394-0.
Literatur
*Müller, K.K.: Art. Asklepiodotos in: RE IV (1896), 1687 ff.
*Förster, R.:
Studien zu den griechischen Taktikern, Hermes XII (1877), 431 ff.