Asfa-Wossen Asserate
Asfa-Wossen Asserate (* 31. Oktober 1948 in Addis Abeba, Äthiopien) ist ein Unternehmensberater und deutschsprachiger Autor. Er ist Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile_Selassie, Urenkel der Kaiserin Menen II. und Sohn des ehemaligen Gouverneurs (und daher Vizekönigs) von Eritrea Li'ul Ras Asrate Kasa (eigentlich Asrate-Maryam Kasa).Lebensgang
Lij ('Prinz') Asfa-Wossen ging in Addis Abeba auf die deutsche Schule, die er mit dem Abitur abschloss. Danach studierte er in Tübingen und Cambridge Jura, Volkswirtschaft und Geschichte. In Tübingen schloss er sich auf Anregung des Deutschen Botschafters in Addis Abeba der Studentenverbindung Corps Suevia Tübingen an. Sein Vater hatte in Oxford studiert und wollte, dass sein Sohn vor der Universität ein College besucht. Da fiel dem Deutschen Botschafter ein, ihm seine ehemalige Studentenverbindung als College zu empfehlen. Da Asfa-Wossen Asserate als Angehöriger eines sogenannten Herrschenden Hauses nicht fechten durfte, erhielt er die Schleife des Corps Suevia. In seiner 2007 erschienen Autobiographie schreibt er in dem Kapitel 'Gaudeamus Igitur' eine sehr positive Abhandlung über seine Zeit als Mitglied des Corps Suevia.
1978 wurde Asfa-Wossen Asserate bei Eike Haberland in Frankfurt_am_Main mit einer historischen Arbeit zu einem Aspekt der äthiopischen Geschichte promoviert.
Bei Beginn der kommunistischen Revolution in Äthiopien 1974 wurde sein Vater ohne Gerichtsverhandlung exekutiert und seine Familie arrestiert. Jahrelang waren seine Mutter und die meisten seiner Geschwister ohne Kontakt zur Außenwelt und unter häufiger Bedrohung gefangen gehalten. Asfa-Wossen Asserate konnte bis zum Sturz des Mengistu-Regimes 1991 nicht in sein Heimatland zurückkehren, bemühte sich jedoch in dieser Zeit mit allen Mitteln, seinen inhaftierten Verwandten zu helfen. Er lebt seither in Deutschland und besitzt seit 1981 die deutsche Staatsbürgerschaft.
Von 1980 bis 1983 war Asfa-Wossen Asserate Chef der Presseabteilung der Messegesellschaft in Frankfurt am Main. Seitdem arbeitet er als Unternehmensberater. Er engagierte sich im Kampf gegen die kommunistische Diktatur in Äthiopien. Seit deren Ende 1991 bemüht er sich auch um die Verbesserung der außenwirtschaftlichen Kontakte seines Landes. Außerdem setzte er sich für die Achtung der Menschenrechte ein. 1994 begründete er die Gesellschaft Orbis Aethiopicus, die u.a. wissenschaftliche Tagungen zur Äthiopistik durchführt.
?Manieren?
Asfa-Wossen Asserates im Oktober 2003 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestelltes Buch Manieren das, wie der Name schon andeutet, über Umgangsformen handelt, wurde innerhalb kurzer Zeit ein Bestseller. Es ist zuerst in der von Hans Magnus Enzensberger herausgegebenen Reihe Die Andere Bibliothek erschienen. In der Frankfurter_Allgemeinen_Zeitung erschien ein vielbeachteter Vorabdruck.
Anfang 2004 wurden Spekulationen geäußert, ob Asfa-Wossen Asserate das Buch wirklich selbst geschrieben habe. Asfa-Wossen Asserate selbst hat auf Nachfrage von Beginn an darauf verwiesen, dass sein Buch von seinem Freund, dem Schriftsteller Martin Mosebach, redigiert wurde.
Rezensenten stellten Asfa-Wossen Asserates auch sprachlich und stilistisch brillantes Buch in eine Reihe mit dem Knigge von 1788 und dem Schönfeldt von 1987. Sybil Gräfin Schönfeldt: ?1 x 1 des guten Tons : das neue Benimmbuch? ; München, 1987, ISBN 3-570-03149-7 Gelobt wurde insbesondere, dass er auf internationalem_Parkett bewandert sei, gesellschaftliche Erscheinungen anderer Völker und Kulturen sowie geschichtliche Entwicklungen einbeziehe. Asfa-Wossen Asserates Buch wurde in einigen Feuilletons als Angriff auf die Generation der ?68er? gewertet.
Die ?Manieren? sind kein Lehrbuch oder Leitfaden für gutes Benehmen. Vielmehr handelt es sich um soziologische und kulturgeschichtliche Betrachtungen des Verhaltens europäischer Menschen. Da jedoch immer auch die Meinung des Autors zu einem konkreten Problem deutlich wird, gibt das Buch durchaus Orientierung.
Im Januar 2004 wurde er für Manieren mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, der an Autoren vergeben wird, die auf Deutsch schreiben, deren Muttersprache aber nicht das Deutsche ist.
Im April 2007 war ein Teil des Kapitels Die Ehre Bestandteil der Abiturprüfung in Baden-Württemberg.
Titel und Anrede
Den äthiopischen Titel "Lij" ('Infant', 'Prinz') erhielten bis zum Sturz des Kaiserhauses 1974 Nachfahren der salomonidischen Dynastie. Eine Anrede mit "Asserate", wie in den deutschen Medien üblich geworden, ist inkorrekt, da dies der Name seines Vaters ist, nicht seiner. Die korrekte Anrede lautet Lij Asfa-Wossen. Der Name des Vaters (transliteriert als Asserate oder Asrate) folgt den äthiopischen Namensregeln gemäß dem ersten, eigentlichen Namen. Es gibt in Äthiopien keine Vornamen und keine Familiennamen. Die vollständige Anrede ist Dr. Lij Asfa-Wossen Asserate (nicht Lij Asserate oder Herr Asserate oder ähnlich).
Werke
*Asfa-Wossen Asserate: Ein Prinz aus dem Hause David und warum er in Deutschland blieb, Scherz-Verlag (S. Fischer Verlag GmbH), Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-502-15063-3
* Asfa-Wossen Asserate (Herausgeber): Benjamin Noldmanns Geschichte der Aufklärung in Abessynien, von Adolph Frhr. von Knigge, Eichborn-Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3821845694
* Asfa-Wossen Asserate / Mattioli, Aram (Hrsg.): Der erste faschistische Vernichtungskrieg. Die italienische Aggression gegen Äthiopien 1935?1941 (Italien in der Moderne 13), Köln: SH-Verlag 2006, ISBN 978-3-89498-162-4 (siehe http://www.sh-verlag.de/cgi-bin/webshop.cgi?f=NR&c=3894981628&t=temartic)
* Asfa-Wossen Asserate: Manieren, Frankfurt am Main: Eichborn-Verlag 2003. 388 S. ISBN 3-8218-4739-5
* Asfa-Wossen Asserate: Die Geschichte von Saw¯a (Äthiopien): 1700 - 1865; nach dem T¯arika naga´st des Bel¯att¯en g¯et¯a Heruy Walda ´Sell¯as¯e, Frankfurt (Main), Univ., Dissertation 1978 (Text amharisch u. dt. - Teilw. in amhar. Schrift) Steiner, Wiesbaden 1980 (Schriftenreihe: Studien zur Kulturkunde 53). ISBN 3-515-02936-2
* Asfa-Wossen Asserate: Die Deutsche Schule in Addis Abeba - aus äthiopischer Sicht. In: Zeitschrift für Kulturaustausch, Äthiopien. Sonderausgabe 1973, E 7225 F, S. 162?175
* außerdem Beiträge für die Englisch-sprachige Encyclopaedia Aethiopica, ISBN 3-447-04746-1
Einzelnachweise
Weblinks
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• Rasselas - Ein Premiumkaffee des Prinzen Asfa-Wossen Asserate von Äthiopien Soziales Projekt des Prinzen Asfa-Wossen Asserate.
• Kurzporträt Dr. Asfa-Wossen Prinz Asserate als Alumnus der J.W. Goethe-Universität Frankfurt a.M.
• Interview mit Asfa-Wossen Prinz Asserate bei amadelio, März 2007, Video.

