Aschinger
Aschinger war eine der ersten großen Stehbierhallen in Berlin.
Die aus Oberderdingen im damaligen Württemberg zugewanderten Brüder August und Carl Aschinger gründeten in Berlin ab 1892 sogenannte "Bierquellen", Stehbierhallen und später auch Restaurants, in denen man schnell, gut und billig essen konnte. Die verschiedenen Biersorten wurden anfänglich zum Einheitspreis von 10 Pfennigen angeboten.
Bei Aschinger gab es günstige Mahlzeiten und nach Belieben Schrippen (Brötchen) zu den Speisen, wodurch der Name Aschinger relativ schnell ? gerade bei ärmeren Bevölkerungsschichten ? populär wurde. Besonders bekannt und beliebt waren Aschingers Bierwürste oder die legendäre Erbsensuppe. "Beste Qualität bei billigstem Preis" lautete das Motto des rasch expandierenden Unternehmens, das alle Speisen im eigenen Zentralbetrieb herstellte, somit also eine vollständige Qualitätskontrolle besaß. Auch Konditoreien und Bäckereiverkaufsstellen kamen nach der Jahrhundertwende hinzu. Die Einrichtung der Lokale sollte keineswegs ärmlich, sondern vornehm wirken, weshalb die Bierquellen aufwändig mit Kronleuchtern, Spiegeln und einladenden Schaufenstern ausgestattet waren.
Entwicklung bis 1945
Ab 1907 stieg Aschinger - inzwischen in eine AG umgewandelt - auch in die Hotellerie ein: Das Luxus-Hotel Fürstenhof sowie das Weinhaus Rheingold am Potsdamer Platz und das Palasthotel wurden bis 1913 erworben. In den Jahren 1924/26 erwarb die Aschinger AG auch die Aktienmehrheit an der Berliner Hotel-Gesellschaft und der Hotelbetriebs AG. Daneben übernahm sie die gastronomischen Betriebe der Deutschlandhalle.
Im späteren Firmenbestehen wuchs das Netz der "Bierquellen" auf 30 Lokale an. Diese waren im gesamten Stadtgebiet verteilt, u.a:
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• literarisches Denkmal dieser Berliner Institution setze Berlin_Alexanderplatz wird ein Besuch des Helden Franz Bieberkopf ausführlich beschrieben.
Im Zuge der "Arisierung" des Kempinski-Konzerns übernahm Aschinger auch das Haus Vaterland von Kempinski.
Nachkriegszeit
1947 übernimmt die Deutsche Treuhandstelle zur Verwaltung beschlagnahmter Güter von Kriegsverbrechern und exponierten Faschisten die Verwaltungszentrale, die im sowjetischen Sektor in der Saarbrücker Straße liegt. Die im Ostteil gelegenen Filialen wurden der HO zugeordnet.
In Westberlin eröffnet die Nachfolgefirma der Aschinger AG 1949 in der Nähe des Wittenbergplatzes ihre erste Konditorei nach dem Zweiten Weltkrieg. Danach wuchs die Firma wieder zu einem mittelständischen Unternehmen, welches aber mit der Schließung der letzten Filiale am Bahnhof_Zoo aufhörte zu existieren. Die beiden heute unter dem Namen Aschinger firmierenden Gaststätten haben keinen Zusammenhang mit der ursprünglichen Firma.
Literatur
*Keith Allen: Hungrige Metropole. Essen, Wohlfahrt und Kommerz in Berlin. Ergebnisse-Verl., Hamburg 2002. ISBN 3-87916-066-X
*Karl-Heinz Glaser: Aschingers Bierquellen erobern Berlin. Aus dem Weinort Oberderdingen in die aufstrebende Hauptstadt. Unter Mitarbeit von Erwin Breitinger und Thomas Nowitzki. Ifu regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004. ISBN 3-89735-291-5
*Elfi Pracht: M. Kempinski & Co. Nicolai, Berlin 1994. ISBN 3-87584-458-0
* Michael Klein: [http://www.landesarchiv-berlin.de/php-bestand/arep225-pdf/arep225.pdf Aschinger-Konzern ? Aschinger's Aktien-Gesellschaft, Hotelbetriebs-AG, M. Kempinski & Co. Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH.] (Einführung, Übersicht und Zusammenfassung). in: Landesarchiv Berlin: Findbücher. Bd 34. Bestandsgruppe A Rep. 225. Berlin 34.2005 (online-pdf, umfangr. Lit.-verz.).
* Michael Klein: Aschinger - nicht nur ein Name, sondern ein Begriff! in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs. Gebr. Mann, Berlin 2004, S.117-134. ISBN 3786125015
*Hans Aschenbrenner: [http://www.berlinische-monatsschrift.de/bms/bmstxt99/9906nova.htm Bei Aschinger ? fast wie früher.] in: '' VIDEO-NEWS UND ANGEBOTE

