Aschersleben-Schneidlingen-Nienhagener Eisenbahn AG
Die Aschersleben-Schneidlingen-Nienhagener Eisenbahn AG (ASN) erschloß die Landschaft nördlich des Harzes im Süden der Magdeburger Börde rund um den Höhenzug Hakel mit ihren Braunkohlengruben. Sie wurde am 24. September 1895 als Aschersleben-Schneidlingen-Nienhagener Kleinbahn AG gegründet und änderte ihre Firma am 22. Mai 1928.Zu den Gründern gehörten die Allgemeine_Deutsche_Kleinbahn-Gesellschaft_AG, die Hildesheimer Bank sowie die Städte Gröningen, Kroppenstedt und Cochstedt, ferner zwei Braunkohlen-Gruben.
Nach ihrer Gründung kaufte die ASN die Grubenbahn Aschersleben - Königsaue (9,9 km), die von der Gewerkschaft Graf Douglas am 20. September 1892 eröffnet worden war, und die Grubenbahn Schneidlingen - Grube Archibald (0,6 km). Ferner pachtete sie die Anschlußbahn Nienhagen - Gröningen (4,0 km) der 1879 eröffneten Zuckerfabrik Wiersdorf, Hecker & Co.
Der Bahnbetrieb auf der 46 km langen, regelspurigen Strecke Aschersleben West (nach 1938: Nord) - Schneidlingen Nord - Nienhagen Süd wurde am 1. April 1897 eröffnet. Die Personenzüge fuhren nicht über Schneidlingen Nord hinaus, zumal sich dort ein Kopfbahnhof befand. Für zahlreiche Kleinstädte und Gemeinden stellte die ASN Anschlüsse zur Staatsbahn her; in Aschersleben an die Hauptstrecke Halle ? Halberstadt ? Hildesheim, in Schneidlingen an die Nebenbahn Eilsleben ? Staßfurt und in Nienhagen an die Hauptbahn Magdeburg ? Halberstadt.
Die Abfahrtstelle in Aschersleben wurde am 1. Oktober 1910 an die Hecklinger Straße ? 400 m vom Staatsbahnhof entfernt - verlegt und so die Strecke um fast einen Kilometer verlängert.
Den Betrieb führte ab 21. Oktober 1903 die Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft AG als Hauptaktionärin, die sich ab 28. Juni 1923 Allgemeine Deutsche Eisenbahn-AG nannte. Ab 1. Januar 1926 trat deren Tochter, die Allgemeine Deutsche Eisenbahn-Betriebs-GmbH an ihre Stelle
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gesellschaft, die damals ganz überwiegend der AG für Verkehrswesen gehörte, enteignet und die Bahn ab 15. August 1945 der Provinz Sachsen, ab 15. Dezember 1946 den Sächsischen Provinzbahnen GmbH unterstellt, bis sie am 1. Januar 1950 in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert wurde.
Die schrittweise Stillegung begann mit der Einstellung des Personenverkehrs zwischen Aschersleben und Schneidlingen ab 3. November 1963, gleichzeitig des Güterverkehr bis Hakelforst. Von Schneidlingen bis Kroppenstedt endete der Gesamtbetrieb am 23. Mai 1965 und auf dem Rest bis Nienhagen am 21. Mai 1966. Allerdings wurde der Güterverkehr nach Hakelforst und zur Zuckerfabrik Gröningen noch bis zum 10. Januar 1994 bedient.

