Fuchstal
Fuchstal ist eine Gemeinde im Landkreis Landsberg am Lech, ca. 60 Kilometer südwestlich von München und bildet mit der Gemeinde Unterdießen die Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal.
Geografie
Das eigentliche Fuchstal zieht sich als Tal des Wiesbachs von Erpfting über Ellighofen, Unterdießen, Asch, Leeder bis hin nach Denklingen.
Der Wiesbach entspringt bei der Einöde Weldermühle aus einem Quellgebiet mit vielen im 17. Jahrhundert angelegten Teichen, vereinigt sich am Ortstrand von Markt Leeder mit dem aus Aschtal kommenden Schmidbach und dem Hummelbach und fließt an Asch vorbei weiter Richtung Unterdießen.
Als Ursprung des Namens Fuchstal gilt die Talform, die an einen Fuchs erinnert. Eine andere Version besagt, der Name leitet sich ab von der braunroten Farbe der Wiesen im Sommer, die an die Farbe eines Fuchses erinnert.
Geografische Lage
left|thumb|Leeder:_Historische_Taverne_Luitpold
Markt Leeder und Asch liegen etwa 2 km westlich des Lechs auf einer breiten Schotterterasse, die im Osten von einem Altmoränenzug begrenzt wird. Seestall liegt direkt am Lech, der obere Dorfteil liegt etwas erhöht auf einer Schotterterasse.
Durch das Gemeindegebiet zwischen Seestall und Leeder verläuft die Bundesstraße 17, die hier zur Romantischen_Straße gehört. In römischer Zeit lief die Via Claudia Augusta durch das Gemeindegebiet, die heute als Fahrradweg ausgebaut und beschildert ist.
Ortsteile
Zur Gemeinde Fuchstal gehören die Dörfer Asch, Markt_Leeder und Seestall, außerdem die Weiler Engratshofen, Lechsberg, Lechmühlen, Welden und sowie die Einöden Aschtal, Schäfmoos und Wildbad.
thumb|left|600px|Fuchstal:_Ortsansicht_des_Ortsteils_Leeder
= Lechsberg
=Der Weiler Lechsberg ist seit 1255 bekannt, ein Burgstall dort ist heute kaum mehr erkennbar und mit Gras überwuchert.
Die Dreifaltigkeitskapelle des Weilers stammt aus dem Jahr 1669, sie wurde 1829 erneuert und 1896 und 1970 renoviert. Die Kapelle ist nach wie vor im Gemeinschaftsbesitz der drei am Lechsberg ansässigen Bauernfamilien.
Geschichte
right|thumb|Hügelgräber_im_Wald_bei_Maria_Stock
left|thumb|Jugendstilhaus_in_Leeder
Die Besiedelung der Gegend ist bis in die La-Tène-Zeit nachweisbar - in Asch und Leeder finden sich Hügelgräber und mehrere keltische Viereckschanzen.
Geschichte des Ortsteils Markt Leeder
Ältester Ortsteil der Gemeinde ist Markt Leeder, das von Franken vermutlich im 8. Jahrhundert als Wehrdorf zum Schutz des schwäbischen Hinterlandes vor bayrischen Angriffen gegründet wurde. Man nimmt an, daß sich der Ortsname aus dem flämischen ,,Lethe" - ,,Lede", d.h. künstlicher Wasserlauf ableitet. Besiedelt war Markt Leeder zunächst von Flamen besiedelt, die den Schmiedbach durch den Ort leiteten.
thumb|right|Der_Lech_bei_Seestall
1401 kaufte Friedrich von Freyburg Leeder, dessen Nachkommen bis 1497 Ortsherren waren und das Dorf an den Augsburger Händler und Bürgermeister Sigmund Gossenbrod veräußerten. Nach dessen Tod im Jahr 1508 geht Leeder in den Besitz seines Schwiegersohnes Ulrich Rehlinger über, der ebenfalls Bürgermeister in Augsburg ist. Rehlinger führte 1527 in Leeder den evangelischen Glauben ein. 1595 kaufte Jakob Fugger den Ort für 62.000 Gulden, setzte wieder einen katholischen Pfarrer ein und ließ die Kirche von Neuem weihen.
Ab 1661 gehört Leeder als Pflegamt zum Hochstift Augsburg und steht unter der Vogtei welfischer Untervögte. Zu dieser Zeit dürfte Oberhalb der heutigen Kirche eine Burg entstanden sein. 1905 wurden zwischen dem neuen Friedhof und der "Almhütte" am ehemaligen Sportplatz Mauerreste aus mörtelverbundenen Feldsteinen gefunden, die der damaligen Burgbefestigung zugeordnet werden. Vermutlich wurde Leeder in dieser Zeit das 1792 erstmals im Lexikon von Schwaben erwähnte und 1807 urkundlich verbriefte Marktrecht zugesprochen, das der Gemeinde jährlich zwei Krämer- und Viehmärkte erlaubte. Die Krämermärkte werden noch heute jeweils Sonntags im Mai und im Herbst entlang der Hauptstrasse des Ortes abgehalten.
Geschichte des Ortsteils Asch
Der Ortsteil Asch war Besitz des Klosters_St._Stephan_in_Augsburg, das Landeshoheit und niedere Gerichtsbarkeit ausübte - beide Orte gehörten also zu Schwaben.
Geschichte des Ortsteils Seestall
Der Flößerort Seestall war als Teil des Lechrain seit jeher bayrisches Gebiet.
1950 ließ die Bayerische Staatsregierung einen Gedenkstein am Lechufer, östlich von Seestall, errichten. Er erinnert an die Außenstelle Seestall des KZ_Kaufering. An dieser Stelle sind die bis 1945 verstorbenen Häftlinge aus dem Konzentrationslager begraben worden.
Neuere Geschichte der Gemeinde
Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört das gesamte Gebiet der jetzigen Gemeinde Fuchstal zu Bayern, bis zur Gebietsreform gehörten Asch und Leeder zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.
Die heutige Gemeinde Fuchstal entstand 1972 im Rahmen der Gebietsreform aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Asch, Markt Leeder und Seestall.
1978 schlossen sich die Gemeinden Fuchstal und Unterdiessen zur Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal zusammen.
thumb|Der_"Herrschaftliche_Stadel"_an_der_Hauptstrasse_in_Leeder
Politik
Bürgermeister ist Erwin Karg (Freie_Wählergemeinschaft_Leeder und Freie_Wählergemeinschaft_Asch), sein Stellvertreter ist Norbert Kees (Freie_Wählergemeinschaft_Leeder). Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Sitze verteilen sich wie folgt:
*7 Sitze für die Freie_Wählergemeinschaft_Leeder
*4 Sitze für die Freie_Wählergemeinschaft_Asch
*3 Sitze für die Freie_Wählergemeinschaft_Seestall
*2 Sitze für Eine_Liste_für_Fuchstal
Wappen
thumb|right|Das_alte_Wappen_der_ehemaligen_Gemeinde_Asch
thumb|right|Das_alte_Wappen_der_ehemaligen_Gemeinde_Leeder
Das Wappen von Fuchstal wurde der Gemeinde 1972 verliehen und löste die aus den 50er Jahren stammenden Wappen von Asch und Leeder ab. Es zeigt einen silbernen Schildfuß mit einem gespaltenen roten Ruder, vorne in Blau ein silberner Wellenschrägbalken, hinten in Gold ein grünes Eschenblatt.
Das Ruder verweist auf den ehemaligen Flößerort Seestall, der Schrägbalken symbolisiert den durch Leeder laufenden Schmiedbach, das Eschenblatt verweist auf den Gemeindeteil Asch.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
left|thumb|Leeder:_Pfarrkirche_Mariae_Verkündigung
In Leeder sind nur wenige alte Bauewerke erhalten - das Schloß, das Lustschlösschen Martinsbrunn und weitere herrschaftliche Gebäude verfielen nach der Säkularisation und wurden später "auf Abbruch" versteigert. Erhalten geblieben sind die bereits im 16. Jahrhundert erwähnte Taverne (Heute: Gasthaus Luitpold) und der herrschaftliche Stadel mit teilweise erhaltener Einfriedungsmauer gegenüber, in dem heute die Geschäftsräume von Friseur Bermann sind.
Pfarrkirche_Mariae_Verkündigung im Ortsteil Leeder
Pfarrkirche St. Stephan (Fuchstal) im Ortsteil Welden
Literatur
* Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Schwaben, von Philipp Ludwig Hermann Röder, Ulm 1791/92
Vereine
*JM Freizeitclub Fuchstal
*Männerchor Fuchstal
*Modellsportclub Welden
*Skiclub Asch
*Sportverein 1975 Fuchstal
*Reit und Fahrverein Fuchstal
Weblinks
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