Breitblättriger Thymian
Der Breitblättrige Thymian (Thymus pulegioides), auch Gemeiner Thymian, Quendel-Thymian, Arznei-Thymian oder Feld-Thymian genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Thymiane (Thymus).
Verbreitung und Standort
Die Art ist fast in ganz Europa verbreitet, der Schwerpunkt liegt aber im temperaten_subozeanischen_Bereich. In Südeuropa ist die Verbreitung auf Gebirge beschränkt, in Nordengland, Irland, Finnland und im nördlichen Russland ist die Art synanthrop. Die Ostgrenze der Verbreitung liegt etwa beim 38° ö. L.
Der Thymian ist eine Art der Trockenrasen. Ferner wächst er an Böschungen, in Kiesgruben oder an Felsen; ist stellenweise auch auf Ameisenhaufen zu finden. Er bevorzugt frische bis trockene, nährstoffarme, basenreiche, meist kalkarme, humose oder rohe Sand-, Stein- oder Lehmböden. Er ist ein bis in 1 Meter Tiefe wurzelnder Kriechpionier, licht- und wärmeliebend.
Beschreibung
Der Breitblättrige Thymian ist ein ausdauernder Zwergstrauch (Chamaephyt), der Wuchshöhen zwischen 5 und 25 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist nur am Grund schwach verholzt und scharf vierkantig mit rechteckigem Querschnitt. Er ist an zwei Seiten eingesenkt und erscheint daher gefurcht. Nur die vier Kanten sind behaart. Das Sprosssystem ist sympodial verzweigt mit kurz kriechender Sprossachse. Die Laubblätter sind dünn und meist gleich groß, behaart oder unbehaart. Die Blattnerven treten unterseits meist nicht deutlich hervor. Blätter duften aromatisch und färben sich oft dunkelrot.
Der Thymian blüht zwischen Juni und September mit purpurnen bis roten Blüten. Der Blütenstand ist verlängert oder kopfig. Die oberen Kelchzähne sind schmal dreieckig, behaart oder unbehaart.
Kultur
Die Blätter des Breitblättrigen Thymians enthalten Ätherisches Öl, aber auch Flavonoide und Gerbstoffe. Das ätherische Öl wirkt krampflösend und desinfizierend. Traditionell wird es, häufig zusammen mit Rosmarin und Wermut, bei Husten, Magen- und Darmschwäche, Appetitmangel oder Menstruationsbeschwerden eingesetzt.
In der Küche unterstützt die Art die Verdauung fetter Speisen, passt gut zu Geflügel, Schalentieren, Wild, Lamm, Fisch, Gemüse, Kräuteressig, Kräuteröl, Suppen, Saucen, Kartoffeln und Ragouts
Systematik
Der Breitblättrige Thymian umfasst fünf Unterarten und einen fertilen Bastard, die sich vorwiegend in den Blattmerkmalen und in den ihren Standortansprüchen unterscheiden:[http://www.kew.org/wcsp/qsearch.do Royal Botanic Gardens, Kew - home page]
* Thymus pulegioides subsp. chamaedrys (Fr.) Gusul. in T.Savulescu, Fl. Republ. Popul. Roman. 8: 319 (1961).
* Thymus pulegioides subsp. effusus (Host) Ronniger, Repert. Spec. Nov. Regni Veg. Beih. 30(2): 373 (1936).
* Thymus pulegioides subsp. montanus (Benth.) Ronniger, Repert. Spec. Nov. Regni Veg. Beih. 30(2): 371 (1930).
* Thymus pulegioides subsp. pannonicus (All.) Kerguélen, Coll. Patrim. Nat. 8: xvi (1993).
* Thymus pulegioides subsp. pulegioides
* Thymus pulegioides nothosubsp. pilistensis (Borbás) ined. (T. pulegioides subsp. chamaedrys × T. pulegioides subsp. pannonicus)
Quellen und weiterführende Informationen
Literatur
* Oskar Sebold, Siegmund Seybold & George Phillipi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Band 6: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae) Valerianaceae bis Asteraceae. Seite 315-317, Ulmer, Stuttgart 1992. ISBN 3-8001-3343-1
* Christian Zidorn: Phytochemie, Pharmakologie, Chemotaxonomie und Morphologie von Thymus pulegioides. Dissertation Universität Innsbruck, ISBN 3-8265-3935-4
* H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4.
Weblinks
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• Verbreitung weltweit

