Schatt al-Arab
Der Schatt al-Arab ( Schatt al-?Arab, Arvand Rud; Alternativschreibweise S(c)hatt el Arab) ist der 193 km lange Zusammenfluss von Euphrat und Tigris. Der Schatt al-Arab bildet die Grenze zwischen Irak und Iran. Er mündet hinter Basra in den Persischen_Golf.
Die zwischen den beiden Staaten vorhandenen Differenzen über Gebietsansprüche und Schifffahrtsrechte auf dem Fluss waren wichtige Ursachen für den Ersten_Golfkrieg (Iran-Irak-Krieg) von 1980 bis 1988.
Bis 1975 gehörte der gesamte Fluss an der iranischen Grenze zum Irak. Diese Grenzziehung erfolgte durch die Briten, die seit dem ersten Weltkrieg bis zum Ende der irakischen Monarchie 1958 großen Einfluss auf Irak hatten. Ein Ziel dieser Grenzziehung war, dass iranische Öltanker und Frachtschiffe für die Fahrt auf dem Fluss bezahlen mussten sowie einen irakischen Lotsen an der Halbinsel Fao mitzunehmen hatten.
Schah Mohammad Reza Pahlavi war sehr unzufrieden mit dieser Situation, doch er hatte ein Druckmittel: Iran unterstützte maßgeblich kurdische Unabhängigkeitskämpfer in Nordirak. 1974 entflammte der Konflikt innerhalb des Iraks mehr als je zuvor und die irakische Regierung sah sich gezwungen, Panzerverbände und Luftwaffe im Norden des Landes einzusetzen.
Nach dem Abkommen von Algier 1975 sollte die Grenze (wie im UN-Völkerrecht) in der Mitte des Flusses sein. Das Abkommen wurde am Rande eines OPEC-Treffens durch Schah Mohammad Reza Pahlavi und Saddam Hussein unterschrieben.
Nachdem Saddam Hussein das Abkommen 1980 für ungültig erklärte, erkannte er diese Grenzziehung erst nach dem Einmarsch in Kuwait während des Zweiten_Golfkriegs 1990 wieder an.
Nach dem Irak-Krieg 2003 wurde das Vereinigte Königreich damit beauftragt, im Zusammenhang mit der UN-Sicherheitsratsresolution 1723 die Wasserstraße zu bewachen und illegale Waffenlieferungen in den Irak zu verhindern.
Am 23. März 2007 wurden 14 Soldaten und eine Soldatin der Royal Navy von iranischer Seite festgenommen, wodurch sich eine diplomatische Krise entwickelte. Die Regierung in Teheran warf ihnen vor, in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein. Nach britischer Darstellung befanden sie sich dagegen in irakischen Gewässern. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad begnadigte die Soldaten und die Soldatin am 4. April 2007. Einen Tag später kehrten sie in ihre Heimat zurück.
1852 versanken im Fluss bei einem Unglück unschätzbare Kunstwerke aus Dur Scharrukin, die nach Paris transportiert werden sollten.

