Art Cross
Art Cross (* 24. Januar 1918 in Jersey City, USA; ? 15. April 2005 in LaPorte, Indiana, USA)) fuhr in der Zeit von 1952 bis 1955 in der Formel 1.Die Anfänge
Als er 18 wurde, entschied sich Art Cross, ein "Midget" (Fahrzeug mit wenig Hubraum) zu kaufen. Er und ein paar seiner Freunde improvisierten auf einem
selten genutzten Parkplatz eine Rennstrecke. Einige Monate später wurden sie von einem Rennstallbesitzer beobachtet, der sie nach einiger
Zeit einlud, an einem Rennen in Long Island teilzunehmen. Art wurde ausgeguckt, das Fahrzeug zu steuern. So startete seine Rennfahrerkarriere,
die ihn auf alle Rennstrecken der damaligen USA führte.
Die meiste Zeit in seiner Midget Karriere fuhr er Wagen für Roscoe ?Pappy? Hough. Hough besaß fünf dieser kleinen Rennwagen, das
brachte seinem Rennstall den Namen "five little pigs" (Die fünf kleinen Schweinchen) ein. Die meiste Zeit fuhren sie sechs oder sieben
Nächte in der Woche.
Der Weltkrieg
1941 wurde seine Karriere durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Die nächsten drei Jahre verbrachte er an den verschiedensten
Kriegsschauplätzen in Europa. Er wurde in der "Battle of Bulge" verwundet und anschließend mit dem "Purple Heart" ausgezeichnet.
Nach seiner Rückkehr bestritt Cross ziemlich schnell wieder Autorennen. Abermals startete er mit den Midget Cars und wurde immer erfolgreicher.
Fast schon regelmäßig wurde er Erster oder Zweiter der Rennen. Sein Gehalt steigerte sich bald von $15 je Woche auf $30.
Die Heirat
Nach einem Rennen in Patterson, machte ihn ein gemeinsamer Bekannter mit Margaret bekannt, seiner späteren Frau.
Angeblich soll er bei dem ersten Treffen zu ihr gesagt haben:"You look like the girl I want to marry."
("Du bist das Mädchen, das ich heiraten möchte."). Die beiden heirateten am 11. April 1946 und bekamen zwei Töchter und einen Sohn.
Die Stock Cars
Während der späten 1940er wurden "Stock Car"-Rennen in den USA immer populärer. Auch Cross fuhr mit seinen Mitstreitern aus der Midget-Szene
bei diesen Rennen mit. Er beschwerte sich allerdings mehrfach darünber, dass die Stock-Car Fahrer die "Midget-Guys" nicht sehr hoch schätzten.
Aus diesem Grunde wurden Cross und andere vorsätzlich durch Zusammenstöße und Unfälle aus den Rennen geworfen. 1949 gab er diese
Art Rennen auf und zog mit seiner Familie nach LaPorte County, Indiana.
Formel 1 / Indy
An einem der wenigen Tage, an denen er keine eigenen Rennen fuhr, besuchte er die 35. Indianapolis 500 am Indianapolis Motor Speedway.
Während er das Rennen betrachtete soll er zu sich selbst gesagt haben :"Das kann ich auch." Das geschah im Mai 1951,
ein Jahr später fuhr er die Indy 500. Durch einen Freund bekam er die Möglichkeit im Wagen von Carl Scarborough Testrunden zu
fahren. Er war knapp 1 Meile/Std. langsamer als Scarborough und konnte dementsprechend keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Allerdings verursachte Scarborough bei seinem Trainig einen Unfall und krachte in die Begrenzungsmauer. Cross sprach mit dem
Rennstallbesitzer über sein eigenes Fahrkönnen in dieser Kurve, bekam das Cockpit und qualifizierte sich als 20. in diesem Jahr.
Cross beendete das Rennen als Fünfter und wurde zum "Rookie of the Year" (Anfänger/Beginner des Jahres) gewählt und zog
in die "Speedways Hall of Fame" (Ruhmeshalle der besten Indy-Fahrer) ein. 1953 fuhr er einen
Springfield Welding Special, der sich im Besitz der einzigen weiblichen Rennstallbesitzerin, Bessie Paoli, befand. Cross startete
in der vierten Startreihe und wurde Zweiter hinter seinem Freund Bill Vukovich.
Bei seinem dritten Rennen in Indianapolis, startete Cross in einem Bardahl Special von Ed Walsh. Er begann das Rennen vom 27. Startplatz und
als Vukovich seinen zweiten Sieg in Folge holte, wurde Cross 11. und führte sogar für acht Runden. Im gleichen Jahr fuhr er in der
Champ Car Serie noch in Darlington und Milwaukee, wo er 5. und 6. wurde.
Das letzte Rennen
In seiner vierten und letzten Indy-Teilnahme führte er 24 Runden, bis ihm nach einer Welle im Motor brach und ihn aussichtslos zurückwarf,
so dass er nur 168 Runden beendete und das Rennen aufgab. Drei Monate später fuhr er in Milwaukee und führte das Rennen
bis zu einem Dreher an. Nach dem bis heute üblichen Neustart des Rennens kämpfte er sich wieder an die erste Position, bis ihm das
Benzin ausging. Seine Mechaniker hatten ihm für diesen Fall zwar einen Kanister mit einer Gallone Benzin ins Auto gelegt, aber er
schaffte es während der Fahrt nicht, selbst zu tanken und musste an die Box. Trotz dieses ungewöhnlichen Rennverlaufs
wurde er immerhin noch Vierter.
Nach diesem Rennen beendete er seine Karriere. Gerüchten zu Folge, weil sein Freund Vukovich ein Jahr vorher gestorben war,
er selbst soll aber gesagt haben, dass er die Trennung von seiner Familie nicht mehr verkrafte.

