Arthur Nikisch
thumb|300px|Arthur_Nikisch_am_19._Februar_1906_bei_der_Aufnahmesitzung_für_Karl Bockisch, daneben Hugo Popper, Arthur Nikisch, Frau Nikisch.Arthur Nikisch (ungarisch: Artúr Nikisch; 12. Oktober 1855 in Lébényi Szent-Miklós; ? 23. Januar 1922 in Leipzig) war ein ungarischer Dirigent. Er galt als hervorragender Interpret der Werke Anton Bruckners und Pjotr Iljitsch Tschaikowskis.
Nikisch heiratete im Juli 1885 die Schauspielerin Amélie Heussner (Brüssel 1862 - Berlin 1938).
Leben
Nikisch studierte am Konservatorium von Wien Violine, Klavier und Komposition. Zwischen 1872 und 1877 wirkte er zunächst als Geiger in verschiedenen Orchestern, u. a. dem Wiener_Hofopernorchster (= Wiener Philharmoniker). Von 1878 bis 1889 war er 1. Kapellmeister des Leipziger_Stadttheaters. Sein 2. Kapellmeister (1886-1888) war Gustav Mahler. Am 30. Dezember 1884 dirigierte Nikisch die Uraufführung von Bruckners 7._Sinfonie am Leipziger Neuen Theater.
Nach Aufenthalten in Boston (Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra) und Budapest (Direktor der Königlichen_Ungarischen_Oper) wurde er im Jahr 1895 in Nachfolge von Carl Reinecke Gewandhauskapellmeister in Leipzig; er führte dieses Amt bis zu seinem Tode. Ebenfalls wurde er im Herbst 1895 zum Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker berufen. Unter seiner Leitung nahmen sie 1913 als erste eine komplette Tonaufnahme einer Sinfonie auf, der 5._Sinfonie von Beethoven.
Im Februar 1906 spielte er für das Reproduktionsklavier Welte-Mignon als Pianist vier von Brahms? Ungarischen Tänzen auf Klavierrolle ein (Nr. 1, 4, 5 und 6), sowie einen Valse lente aus Léo Delibes? Ballett Coppélia.
Nikisch war ein guter Freund Alexander Frommermanns, des Vaters von Harry Frommermann (1906?1975), der 1927 die Comedian Harmonists gründete. Nikisch unterrichtete den kleinen Harry ab 1910 für einige Jahre am Klavier.
Am 23. Januar 1922 starb Nikisch im Alter von 66 Jahren in Leipzig. Er wurde auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt (II. Abteilung).
Ehrungen
Unmittelbar nach Nikischs Tod erhielt ein Platz in Leipzig, an dem Nikisch zuletzt gewohnt hatte, den Namen Nikischplatz. Im Jahr 1971 stiftete die Stadt Leipzig den Arthur-Nikisch-Preis für junge Dirigenten.
Hörbeispiele
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Literatur
* Heinrich Chevalley (Hrsg.): Arthur Nikisch: Leben und Wirken. Bote & Bock, Berlin 1922
* Norman Lebrecht: Der Mythos vom Maestro. M&T Verlag, Zürich/St. Gallen 1992, S. 41?48, ISBN 3-7265-6027-0
* Ferdinand Pfohl: Arthur Nikisch: Sein Leben, seine Kunst, sein Wirken. Alster, Hamburg 1925
* Rupert Schöttle: Götter im Frack. Bibliophile Edition, Wien 2000, S. 37?46, ISBN 3-7076-0010-6
* Wolfgang Schreiber: Große Dirigenten. Piper, München 2005, S. 23?25, ISBN 3-492-04507-3
* Adolf Weißmann: Arthur Nikisch und die Berliner Philharmonischen Konzerte 1895-1920: Ein Rückblick. O. Lange, Berlin 1921
* Gedenkschrift anläßlich der 100jährigen Wiederkehr der Uraufführung der 7. Sinfonie Anton Bruckners durch Arthur Nikisch und das Gewandhausorchester am 30. Dezember 1884. Gewandhaus, Leipzig 1984

