Arschgeweih
Als Arschgeweih werden umgangssprachlich Tätowierungen auf dem Rücken kurz oberhalb des Steißbeins bezeichnet. Sie sind eine Folgeerscheinung der Bauchfreimode. Eine förmlichere, aber weniger gebräuchliche Bezeichnung ist Steißbeintattoo. Bekanntgemacht wurde der Begriff vor allem durch den Komiker Michael Mittermeier. In seinen Shows ist er inzwischen dazu übergegangen, das ?Arschgeweih? hin und wieder als ?Schlampenstempel? zu bezeichnen. Dieser Begriff wird auch in der Schweiz umgangssprachlich gebraucht und ist eine direkte Übersetzung des englischen "tramp stamp".Allgemein
Es handelt sich vorwiegend um geschwungene, verzweigte Fantasiesymbole (sogenannte Tribals). Die ornamentale Lineart ist meist spiegelsymmetrisch zur Wirbelsäule. Die horizontale Ausdehnung ist etwa zwei- bis viermal breiter als die vertikale, und die Form entspricht grob der eines Kreuzes, eines T, Y oder V. Die Namensgebung erklärt sich durch das an ein Geweih erinnernde Aussehen in Bezug auf die Trageposition.
Diese Tätowierungsform wird fast ausschließlich von Frauen getragen und dient als Körperschmuck. Diese Tätowierungen kamen in den späten 1990er Jahren in Mode, als sowohl bauchfreie Oberteile als auch tiefer sitzende Hosen modisch wurden. Der Begriff ?Arschgeweih? wird mitunter nicht nur pejorativ, sondern mangels einer treffenderen Bezeichnung auch in nicht abwertender Weise gebraucht.
Erscheinungsformen
Trägerinnen eines Arschgeweihs tragen um dieses deutlich zu zeigen vorwiegend ein kurzes_Oberteil und eine tief angesetzte Hüfthose teilweise mit einem Whale Tail kombiniert.
Manche Frauen wollen ihren Rücken nur zu bestimmten Anlässen mit einem Arschgeweih versehen und lassen sich dieses daher als Henna-Tattoo aufmalen oder ähnlich einem transparenten Abziehbild aufkleben, anstatt es permanent tätowieren zu lassen.
Literatur
*Oliver Kuhn, Alexandra Reinwarth, Axel Fröhlich: "Arschgeweih ? Das wahre Lexikon der Gegenwart" Ullstein ISBN: 3550078978
*Wilfried Ferchhoff: Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. Lebensformen und Lebensstile. Opladen 1999, ISBN 3810023515
*Elke Gaugele: S-HE Mades. Mode, Gender und Konsum. Frankfurt/Main 2000
*Elke Gaugele und Kristina Reis: Jugend, Mode, Geschlecht. Frankfurt/Main 2003, ISBN 359337255X
*Karin Mann: Jugendmode und Jugendkörper. Hohengehren 2002, ISBN 3896766481
*Kurt Starke, Fit for SexPower?. Frankfurt/Main 2001, ISBN 363136721X
Quellen
Weblinks
• Die Zeit, 27. Mai 2004: Lebenszeichen ? Rückansicht

