Arras
Arras (niederländisch Atrecht) ist eine Stadt im Norden Frankreichs. Sie ist Verwaltungssitz des Départements Pas-de-Calais. 2006 betrug die Einwohnerzahl 45.000.
Ursprünglich war Arras eine keltische Siedlung. Später wurde sie von den Römern zur Garnisonsstadt Atrebatum ausgebaut.
Arras lag über viele Jahrhunderte an der Grenze zwischen Frankreich und den Niederlanden. Die Herrschaft über die Stadt wechselte häufig. Schließlich wurden von dem Architekten Sébastien Le Prestre de Vauban Wehranlagen gebaut, die halfen, die Stadt dauerhaft unter französischer Herrschaft zu halten.
Mit Hilfe von Mediatoren als Vertreter von Papst Eugen IV. und dem Konzil von Basel kam 1435 der Frieden_von_Arras zwischen Frankreich und dem bis dahin mit England verbündeten Burgund zustande (Hundertjähriger Krieg). Doch auch weitere_Verträge wurden in dieser Stadt ausgehandelt und geschlossen.
Wirtschaftlich lebte die Stadt lange vom Handel mit Flandern und wurde später ein wichtiges Zentrum für den Anbau und die Verarbeitung von Zuckerrüben. Große Bedeutung errang die Stadt als einer der Hauptzentren der südniederländischen Tapisserie-Herstellung. Diese Erzeugnisse aus den Manufakturen sind auch heute noch namentlich als "Arrazzi" bekannt.
Während des Ersten_Weltkriegs lag Arras nahe der Front. In der Schlacht von Arras, von den Deutschen Lorettoschlacht genannt, lieferten sich die französischen und deutschen Truppen heftige Kämpfe bei Souchez. Insbesondere auf den Höhen bei Vimy (nördl.von Arras) wehrten kanadische Einheiten im Grabenkampf mehrere deutsche Angriffe ab. Die Stadt wurde schwer beschädigt, jedoch nach dem Krieg wieder aufgebaut.
Im Zweiten_Weltkrieg wurde die Stadt von den deutschen Truppen besetzt. 240 Franzosen, die Mitglieder der Paramillitärischen-Résistance waren, wurden in der Zitadelle von Arras exekutiert.
Wahrzeichen der Stadt sind zwei große Plätze im Zentrum, die Grande Place und die Place des Héros. Sie sind von einem Ensemble restaurierter Gebäude umgebeben. Die bedeutsamsten Gebäude der Stadt sind das gotische Rathaus und der Dom.
Seit 1967 unterhält Arras eine Städtepartnerschaft mit Chemnitz und seit 1984 auch mit Herten.
Die Altstadt mit ihrer spätgotischen Kathedrale ist heute ein Anlaufspunkt für Touristen aus den Niederlanden, Deutschland und England.
Söhne und Töchter der Stadt
Charles de l?Écluse (1526-1609), Arzt und Botaniker
Ambroise Marie François Joseph Palisot de Beauvois, Naturwissenschaftler
Maximilien de Robespierre, Politiker und Revolutionär
Augustin Robespierre, Politiker und Bruder von Maximilien de Robespierre
Eugène François Vidocq, Verbrecher und später Verbrechensbekämpfer
Weblinks
* http://www.ville-arras.fr/ Offizielle Seite der Stadt (fr.)

