Paroxetin
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-(4-fluorophenyl)-piperidine
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Paroxetin (auch Paroxat) ist ein antidepressiv wirkender Arzneistoff aus der Gruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es wird u.a. von GlaxoSmithKline unter dem Markennamen Paxil® (USA), Seroxat® (Europa, nicht in England), Deroxat® (Schweiz) und Aropax® (Australien) vertrieben und steht darüber hinaus als Generikum zur Verfügung. Paroxetin unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht.
Pharmakologie
Anwendungsgebiete
Paroxetin wird zur Behandlung depressiver Erkrankungen, Zwangsstörungen, Panikstörungen, sozialer Angststörungen, generalisierter Angststörungen und posttraumatischer Belastungsstörungen eingesetzt.
Die United States Food and Drug Administration warnte 2003 vor einer Verschreibung, da nach ihr vorliegenden Plazebo-kontrollierte Studien offenbar die Wirksamkeit nicht bestätigt werden konnte.
Wirkmechanismus
Als Arzneistoff der Gruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer erhöht Paroxetin die Serotonin-Konzentration im synaptischen Spalt. Nachfolgend kommt es zu einer Herabregulierung (Down-Regulation) von Serotonin-(5-HT2)-Rezeptoren im Zentralnervensystem (ZNS).
Nebenwirkungen
Unter der Anwendung von Paroxetin können insbesondere folgende Nebenwirkungen beobachtet werden: Appetitstörungen, Störungen des Magen-Darm-Trakts, Schlafstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen, sexuelle Dysfunktion, Schwitzen, Parästhesie (z.B. Kribbeln in den Gliedmaßen) und Gewichtszunahme.
Paroxetin hat keine aktiven Metaboliten und eine relativ kurze Halbwertszeit von etwa 24 Stunden. Es wird vermutet, dass dies der Grund für häufigere Absetzerscheinungen, im Vergleich zu anderen SSRIs, ist.
Das Mittel steht im Verdacht, v.a. bei jüngeren Patienten (bis ca. 30 Jahre) in den ersten Wochen der Einnahme die Selbstmordgefährdung zu erhöhen (siehe Weblinks), weshalb häufig zu Beginn der Behandlung zusätzlich schneller wirkende Beruhigungsmittel verschrieben werden.
Paroxetin und Schwangerschaft
Paroxetin sollte wie alle SSRI nach jetzigem Kenntnisstand in der Schwangerschaft nicht, oder nur - wenn unumgänglich - unter größter Vorsicht und in der geringsten möglichen Dosis angewendet werden. Außer den seit Jahresbeginn 2006 bekannt gewordenen Risiken dieser Substanzgruppe (vgl. SSRI_und_Schwangerschaft) besteht für Paroxetin eine besondere Warnung der FDA vor erhöhten Missbildungsraten ([http://www.fda.gov/cder/drug/infopage/paroxetine/default.htm Quelle]).
Wechselwirkungen
Da Paroxetin die Serotonin-Konzentration erhöht, kann die gleichzeitige Einnahme von Arzneistoffen mit einer Wirkung auf das Serotonin-System (z.B. MAO-Hemmer, Triptane) die Gefahr eines Serotonin-Syndroms erhöhen.
Paroxetin ist ein Hemmstoff des Cytochrom P450 Enzymsystems CYP2D6. Als solcher verstärkt Paroxetin die Wirkungen und Nebenwirkungen von Arzneistoffen, die ebenfalls über dieses Enzymsystem abgebaut werden (z.B. Trizyklische_Antidepressiva, Flecainid).
Der Konsum von Alkohol sollte unter der Therapie mit Paroxetin unterbleiben.
Umstrittene PR-Maßnahme
Im Mai 2003 erhoben Wissenschaftler der Westfälischen_Wilhelms-Universität_Münster in der Fachzeitschrift "Der Nervenarzt" den Vorwurf, der damalige Hersteller von Paroxetin, SmithKlineBeecham, habe mit dem so genannten Sissi-Syndrom eine Krankheit erfunden, die in Wahrheit nicht als eigenständige Ausprägungsform der Depression gesehen werden könne. Diese angebliche Erkrankung sei im Folgenden von einer PR-Firma gezielt über die Medien lanciert worden, um so den Absatz des Produkts zu steigern.
Weblinks
*
• Paroxetin, Fluoxetin und Sertralin ähnlich wirksam und verträglich bei Infomed
• Burgmer M, Driesch G, Heuft G: Das "Sisi-Syndrom" - eine neue Depression? Der Nervenarzt. 2003 Mai;74(5):440-4. (Englischsprachige Zusammenfassung).
• FAQ zu Paroxetin beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
• Beipackzettel

