Arnold Mindell
Arnold Mindell (1940) ist ein US-amerikanischer Psychotherapeut und Schriftsteller. Er begründete die prozessorientierte Psychologie. Er lebt in Portland, Oregon. Seine 19 Bücher sind in 20 Sprachen veröffentlicht worden.Nach einem Abschluss in Physik am MIT in Cambridge, Massachusetts, ging Mindell nach Zürich in der Schweiz, um seine Physikstudien fortzusetzen. Dort lernte er die Arbeit des Tiefenpsychologen C. G. Jung kennen und verlagerte den Schwerpunkt seiner Studien auf die Analytische Psychologie. Er erwarb am C.G. Jung Institut einen Abschluss als Jungianischer Analytiker.
Er war fasziniert von den Verbindungen zwischen körperlicher Erfahrung, insbesondere körperlichen Symptomen und wie sich diese in Träumen widerspiegeln. Mindell veröffentlichte seine Forschungen 1982 in seinem ersten Buch Dreambody: The Body?s Role in Revealing the Self (Traumkörper: Die Rolle des Körpers in der Enthüllung des Selbst). Es folgten Untersuchungen darüber, wie der träumende Geist unbewusste oder 'doppelte' Signale in uns produziert, während wir in Beziehungen zu anderen Menschen stehen. Interpersonale Kommunikation würde nach Ansicht Mindells erleichtert, wenn diese Signale aus dem Hintergrund in den Vordergrund gebracht werden.
Im Fokus stand der Versuch, Signalen und Prozessen zu folgen. Daher begann Mindell, seine Arbeit 'prozessorientierte Psychologie' zu nennen. Sein Interesse an Beziehungen erweiterte sich auf Studien zu Konflikten in größeren Gruppen. Er entdeckte, dass die Traumprozesse, die er auf der Ebene der Individuen und Zweierbeziehungen identifiziert hatte, auch für Problemlösungen in größeren, sozial unterschiedlichen Gruppen fruchtbar waren. In Gruppen wird der Prozess nicht nur durch Einzelpersonen, sondern durch 'Rollen' getragen, die von jeder Person in der Gruppe übernommen werden können. Aus dem Verhalten der Gesamtgruppe lassen sich auch 'Geisterrollen' ableiten, mit denen sich aber keine Einzelperson identifizieren würde.
Nachdem er mehrere Bücher über seine Entdeckungen veröffentlicht hatte, wendete er sein Interesse wieder der Physik zu und untersuchte subtile Signale, die von klassischen psychologischen Ansätzen meist vernachlässigt werden. Mit seiner Partnerin und Frau Amy Mindell entwickelte er Methoden für die Arbeit mit Patienten im Koma oder mit Nahtod-Erfahrungen. Sein Interesse an der Quantenphysik führte zu Untersuchungen über die Verbindungen zwischen Psychologie und theoretischer Physik.
Mindell nimmt aktiven Anteil an einer internationalen Forschergemeinschaft, die Prozessarbeit untersucht und lehrt. Er sagt über seine eigene Motivation: 'Ich liebe immer noch die Idee der Natur, und dem Tao zu folgen scheint der wiederkehrende und romantische Hintergrund für alles zu sein, was ich tue.'
Weblinks
• Amy and Arnold Mindell Website

