Arnold Künzli
Arnold Künzli (1919 in Zürich) ist ein Schweizer Philosoph und Radikaldemokrat.
Er verbrachte seine Jugendzeit in Zagreb und besuchte das Gymnasium in Bern. Er studierte Philosophie, Germanistik und Romanistik in Zürich. Nach dem Zweiten_Weltkrieg war der seit 1944 mit der italienischen Journalistin Franca Magnani verheiratete Künzli zehn Jahre lang Auslandkorrespondent der Basler «National-Zeitung» in Rom, London und Bonn. Später war er als Redaktor der «National-Zeitung» tätig, wo er sich den Ruf eines Nonkonformisten erwarb. 1964 folgte seine Habilitation für Philosophie der Politik an der Universität Basel. 1972 wurde er ausserordentlicher Professor für Politische Philosophie an der Universität Basel, 1984 emeritiert.
Nach Arnold Künzli's Verständnis von Politik und unveräußerlichen Menschenrechten sind die "Trikolorenwerte" der französischen_Revolution "Liberté, Egalité, Fraternité", d.h. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit nur zur Hälfte verwirklicht, die Trikoloren-Fahne ist nur auf Halbmast gehisst, weil das Eigentums- und Wirtschaftssystem (noch immer) nicht einbezogen wurde.
Zitat Arnold Künzli: "Das Postulat einer Wirtschaftsdemokratie mit ökonomischen Menschenrechten und Bürgerrechten (ist) eine gesamtgesellschaftliche Kulturaufgabe". In Künzlis Denken sind oft tiefenpsychologische Aspekte integriert.
Veröffentlichungen
* Menschenmarkt. Die Humangenetik zwischen Utopie, Kommerz und Wissenschaft, Hamburg 2001.
Gotteskrise: Fragen zu Hiob; Lob des Agnostizismus, Hamburg, 1998.
Trikolore auf Halbmast, Zürich 1992. (Instruktiv für das Denken von Künzli).
* Rettet die Freiheit ? vor ihren Beschützern, Basel 1989.
* Es ist an der Zeit radikal zu denken. Politisches Tagebuch, Basel 1988.
* Mein und Dein. Zur Ideengeschichte der Eigentumsfeindschaft, Köln 1986.
Eurokommunismus. Aufzeichnungen aus Italien und Jugoslawien, Basel 1977.
Tradition und Revolution, Basel/Stuttgart 1975.
Aufklärung und Dialektik, Freiburg i. Br. 1971.
Karl Marx. Eine Psychographie, Wien/Frankfurt am Main/Zürich 1966
Vietnam ? wie es dazu kam, Zürich 1965.
* Die Angst als abendländische Krankheit. Dargestellt an Sören Kierkegaard, Zürich 1948.
Literatur
*Ueli Mäder und Hans Saner (Hg.): Realismus der Utopie. Zur politischen Philosophie von Arnold Künzli. Rotpunktverlag, Zürich 2003. (Inklusive umfangreicher Bibliographie von Künzli's Schriften).[http://www.woz.ch/artikel/print_5181.html] Rezension in der WOZ, Die Wochenzeitung, 05.02.04.
*Roger Sidler: Arnold Künzli. Kalter Krieg und «geistige Landesverteidigung» ? eine Fallstudie. Chronos Verlag, Zürich 2006.
Weblinks
*
• Arnold Künzli: "Plädoyer für ökonomische Bürger- und Menschenrechte".
• Arnold Künzli: "Psychopathologie der Abzockerei".
• "Vom Glück zu scheitern. Ein Besuch bei Arnold Künzli", Weltwoche/Schweiz, Nr.45/2006
• Video: Arnold Künzli "Sternstunde Philosophie" vom 07.01.2007, Schweizer Fernsehen.

