Hostinné
Hostinné (deutsch Arnau) ist eine Stadt im Bezirk Trutnov in Tschechien.
Geographie
Arnau liegt am Oberlauf der Elbe, etwa 15 Kilometer westlich der Bezirksstadt Trautenau. Es gehört zum Vorland des Riesengebirges.
Geschichte
Das Gebiet von Arnau gehörte ursprünglich zum Trautenauer Lehensbezirk. Die von P?emysl Otakar II. gegründete Stadt ist erstmals 1270 urkundlich erwähnt und ist damit die älteste dieser Region. Sie entwickelte sich aus einer Ansiedlung bei einer Burg, die von deutschen Kolonisten Arnau (Adlerhorst) genannt wurde. 1316 war die Burg im Pfandbesitz eines Botho von Turgov. Anfang des 15. Jahrhunderts wurden die Güter der Turgov erblich geteilt, und Arnau fiel an die Herren von Redern. Die nächsten Besitzer waren Hynek und Johann Kruschina von_Lichtenburg, die die Besitzungen wieder vereinten. 1467 ging die Herrschaft an die Brüder Ulrich und Johann Zajíc von Hasenburg, 1474 an Ale? ?anovec von ?anov. Dessen Nachfahren teilten Arnau abermals. 1519 erwarb Johann von_Wartenberg beide Teile, verkaufte sie aber schon 1521 an Zden?k_von_Waldstein, unter dessen Nachfahren die Herrschaft wiederum geteilt wurde. Nach der Schlacht am Weißen Berge ging die Herrschaft an Albrecht von Wallenstein, nach dessen Tod 1634 an Guillaume Lamboy de Desseneur.
Auch im 17. und 18. Jahrhundert wechselten die Besitzer häufig. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die alte Befestigungsanlage abgerissen. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde von der Textil- und Papierindustrie geprägt. Das anstelle der ehemaligen Burg errichtete Renaissanceschloss diente seit 1835 unter der Bezeichnung ?Elbmühle? als Papierfabrik, deren Produktion 1985 eingestellt wurde.
Sehenswürdigkeiten
* Der quadratische Marktplatz ist von Laubengängen umgeben.
* Das Renaissance-Rathaus wurde 1570-1600 von C. Valmadis errichtet. Der mit Sgraffito verzierte Turm wird mit zwei überlebensgroßen Figuren geschmückt. Beide tragen in der einen Hand ein Schwert, in der anderen ein Schild: eines mit dem böhmischen, das andere mit dem mährischen Adler. Zwischen ihnen hängt das Stadtwappen.
* Die Pestsäule von 1678 in der Platzmitte ist mit Statuen der Heiligen Antonius von Padua, Franziskus Seraphicus, Johannes von Nepomuk, Sebastian und Ignatius umgeben.
* Die Dreifaltigkeitskirche (Kostel Nejsv?t?j?i Trojice) wurde 1280 errichtet und mehrfach umgestaltet. 1877 wurde sie von Franz Schmoranz regotisiert. Die Madonnenstatue auf dem neugotischen Altar stammt aus dem 15. Jahrhundert, die reich verzierte Renaissancekanzel ist von 1612.
* Das ehemalige Franziskanerkloster und die Klosterkirche wurden 1667-1689 nach Plänen des Prager Baumeisters Martin Reiner errichtet. Nach dessen Tod 1680 wurde die Anlage durch seinen damaligen Polier Wolfgang Dientzenhofer fertiggestellt.
Partnerstadt
• Deutschland
Bevölkerungsentwicklung
Literatur
* Marianne Mehling: Knaurs Kunstführer Tschechische Republik. ISBN 3-426-26609-1
* Joachim Bahlcke u. a.: [[Handbuch der historischen Stätten] Böhmen und Mähren. Kröner-Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-32901-8
Weblinks
• Website von Hostinné (tschechisch)
• Franziskanerkloster (tschechisch)

