Arminia
Der Name "Arminia" ist die (erst im 19. Jahrhundert aufgekommene) weibliche Form von "Arminius" und bezieht sich auf den legendären Cheruskerfürsten Arminius (?Hermann der Cherusker?), siehe auch die entsprechende Begriffsklärung_. Auf ihn beriefen sich alle nationalen Kräfte im 19. Jahrhundert und dies waren vor allem die Burschenschaften und Turnvereine. Burschenschaften und zahlreiche (nicht alle) Sportvereine sind weiblichen Geschlechts: also "die" Aenania, Bavaria, Novesia, Ripuaria, Guestfalia, Markomannia, Hercynia, Rhenania, Fridericia, Brunsvigia, Teutonia, Germanica etc. etc. Namen gaben sich die Vereine entweder nach Landschaften (Rhenania, Alsatia, Algovia = Rheinland, Elsass, Allgäu), nach germanischen Völkern (Markomannia = Markomannen/Bayern, Alemannia = Alemannen/Schwaben; Cheruscia = Cherusker) oder nationalen Sagengestalten (Arminia) oder königlichen Vorbildern (Fridericia). Da der bei Tacitus: Annalen 1 erwähnte Armin auch als Hermann der Cherusker bekannt wurde, hat die Namensgebung "Arminia" stets und immer etwas mit dem Sieger der Varusschlacht (9 n. Chr.) zu tun. Hermann wurde er erst seit Klopstock, dem Zeitgenossen Goethes und Schillers, genannt. Dass der Name Hermann etwas mit Irmin, der germanischen Gottheit zu tun hat, ist möglich. Diesen Irmin (oder Erman, Armin) verehrten die Germanen (nach Tacitus: Germania, Kap. 2) als einen der drei Söhne des Gottes Mannus und Stammvater der Herminonen (Sachsen, Alemannen und Markomannen).Älteste Burschenschaft war die Breslauer "Arminia" (1848 umbenannt, sie hieß zuvor Teutonia). Zwei Jahre vor dem bekannten Fußballverein Arminia Bielefeld (gegründet 1905) gab es bereits den FC Arminia Ludwigshafen (gegründet 1903), doch ist der älteste Turnverein mit dem Namen "Arminia" bereits 1891 gegründet worden: der ATV Arminia Berlin.

