Völkermord an den Armeniern
Der Völkermord an den Armeniern (im Armenischen Aghet, Metz Jeghern, Jeghern, Darakrutiun, Aksor, Tschart, (Haya-)tseghaspanutiun) ereignete sich am Anfang des 20. Jahrhunderts, als im Zusammenhang mit dem armenischen Unabhängigkeitskampf und dem Ersten Weltkrieg eine große Zahl von Armeniern in dem damaligen Osmanischen_Reich, aus dem die heutige Republik Türkei entstand, getötet wurden. Im engeren Sinn versteht man unter diesem Begriff die Morde in den Jahren von 1915 bis 1917.Bei den größten Massakern und auf den Todesmärschen 1915?1917 sowie während des Türkischen_Befreiungskrieges 1919-1921 kamen je nach Schätzung 300.000 bis zu 1,5 Millionen Armenier um. Die Angaben zu den Opferzahlen der Übergriffe in den beiden vorausgehenden Jahrzehnten schwanken zwischen Zehntausenden und Hunderttausenden Armeniern.Stefanos Yerasimos: Azgeli?mi?lik Sürecinde Türkiye. Istanbul 1977, S. 554f.
Die Aufarbeitung dieser Geschehnisse ist bis heute schwierig. Während viele Armenier den Massenmord als ungesühntes Unrecht empfinden und seit Jahrzehnten eine angemessene Erinnerung fordern, betrachtet die türkische Seite die Deportationen, bei denen ihrer Ansicht nach weit weniger Menschen ums Leben kamen, als ?kriegsbedingte Sicherheitsmaßnahme". Die Todesfälle führt sie auf die Umstände und auf Übergriffe zurück.Zentrum für Türkeistudien (Hrsg.): Das Ethnische und religiöse Mosaik der Türkei und seine Reflexionen auf Deutschland. Münster 1998, S. 58 und legt den Fokus auf armenische Übergriffe.[http://www.kultur.gov.tr/DE/BelgeGoster.aspx?48BD9BC89B9B89DAF88F742D0D7112511304BA61D7775B83 Seite des Kultur- und Tourismusministeriums der Republik Türkei]
Vorgeschichte
Bevölkerungszahlen und Gesellschaftsstruktur
Die Armenier bildeten nach den Griechen die zweitgrößte christliche Minderheit im Osmanischen Reich.Kreiser und Neumann: Kleine Geschichte der Türkei. Stuttgart 2003, S. 371-377 Die Bevölkerungsgruppen waren nach ihrer Religionszugehörigkeit in Millets organisiert. Vgl. dazu die Dissertation von Karl Binswanger: Untersuchungen zum Status der Nichtmuslime im Osmanischen Reich des 16. Jh. Mit einer Neudefinition des Begriffs Dhimma. München 1977 Die Armenier galten aus osmanischer Sicht traditionell als ?loyale Nation? (Osmanisch: ). Um 1800 lebten die Armenier mehrheitlich unter osmanischer Herrschaft. Im Osmanischen Reich siedelten sie hauptsächlich
*im heutigen Ostanatolien ? im Gebiet von Kranker Mann am Bosporus? bezeichnet, versuchte in der Tanzimat-Periode (1839?1879) den Staat durch Übernahme westlicher Konzepte zu reformieren. Zunehmend wurde die Notwendigkeit von Reformen auch von den europäischen Mächten, die dabei allerdings eigene Interessen verfolgten, angemahnt und auf dem Berliner Kongress (1878) halbherzig festgeschrieben.Siehe Kapitel Der Artikel 61 in Yves Ternon: Tabu Armenien: Geschichte eines Völkermordes. Frankfurt a. M., Berlin 1988, S. 69 Insbesondere Russland versuchte im Rahmen seiner Expansionspolitik, die anatolischen Armenier für die Destabilisierung des Osmanischen Reiches einzusetzen. Eine Gleichstellung von türkischen Muslimen und christlichen Minderheiten wurde jedoch bis zum Sturz des Sultans Abdülhamid II. (1908) nicht realisiert; die in Artikel 61 in Berlin für die Armenier vereinbarten Reformen wurden nicht umgesetzt, sondern führten zu einer Verschlimmerung der Lage der Armenier.Wolfgang Gust: Der Völkermord an den Armeniern.München und Wien 1993, S. 74ff In der Folge der Reformbestrebungen entstand die jungtürkische Bewegung, die 1908 die Macht übernahm.
Die Massaker und Deportationen
Die Massaker von 1894 und 1896
Der wachsende Nationalismus führte zu Spannungen zwischen Armeniern und Kurden, die vielfach dieselben Gebiete bewohnten. Zunehmend wurden Armenier von Kurden verfolgt.Yves Ternon: Tabu Armenien: Geschichte eines Völkermordes. Frankfurt a. M., Berlin 1988, S. 69 Die hohe Steuerlast lieferte Anlässe zu Aufruhr und verstärkte armenische Unabhängigkeitsbestrebungen. Einige Armenier organisierten sich in Geheimgesellschaften und armenische Terroristen ermordeten zwischen 1890 und 1897 osmanische Beamte.Arnold Hottinger: 7mal Naher Osten. München 1972, S. 40
Im Jahre 1894 erhoben sich Armenier in Sasun (Vilayet Bitlis), in einer entlegenen Region südwestlich des Vansees. Dabei wurden sie angestiftet von Aktivisten der revolutionären Huntschak-Bewegung. Die Revolte erfasste 25 Dörfer. Lokale Truppen schlugen den Aufstand blutig nieder und töteten 900 bis 4.000 Armenier.
Im Jahre 1895 schlug ein Mob in Istanbul öffentliche, von der Huntschak-Partei organisierte Proteste nieder. Die Behörden schritten nicht ein.
Nach monatelangen Kämpfen wurde im Februar 1896 der Armenieraufstand in Zeytun/Ulnia, dem heutigen Süleymanl? bei Mara?, durch Vermittlung der Großmächte beendet.
Am 26. August 1896 besetzten armenische Revolutionäre der Daschnak-Partei gewaltsam die Ottomanische Bank in Istanbul, um Autonomie für die armenischen Provinzen unter der Aufsicht europäischer Mächte, Freilassung armenischer Gefangener und die Rückgabe beschlagnahmten Eigentums durchzusetzen. Ihre Forderungen wurden nicht erfüllt, sie konnten aber freien Abzug erreichen.Yves Ternon: Tabu Armenien: Geschichte eines Völkermordes. Frankfurt a. M., Berlin 1988, S. 96f.Wolfgang Gust: Der Völkermord an den Armeniern. Die Tragödie des ältesten Christenvolkes der Welt. München-Wien 1993, S.110 ff. Als Reaktion auf diesen Zwischenfall gab es in Istanbul zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen der muslimischen und armenischen Bevölkerung mit Gewalt und Gegengewalt, bei der neben Zivilisten 120 Soldaten getötet worden sein sollen. Die Regierung nahm rund 300 Muslime fest und brachte die verantwortlichen Armenier und Muslime vor ein Sondergericht. Kamuran Gürün: Ermeni Dosyas?. TTK Verlag, Ankara 1983, S. 163-166
Die Zeit von 1896 bis 1915
Die Lage blieb auch weiterhin angespannt. Es gab allerdings auch Beispiele gemeinsamen armenisch-türkischen Protests gegen die Steuerpolitik der Hohen Pforte. Im Juli 1905 verübten armenische Terroristen einen Anschlag auf Sultan Abdülhamid II. Dabei kam 28 Menschen zu Tode. Der Sultan blieb unverletzt.Berlin und Klenner: Völkermord oder Umsiedlung. Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich. Darstellung und Dokumente. Köln 2006, S. 33f.
Auch nach der Absetzung von Sultan Abdülhamid II. kehrten keine stabilen Verhältnisse ein. 1909 wurden während eines Aufstandes gegen die seit 1908 regierenden Jungtürken im kilikischen Adana und in den umliegenden Gebieten mehr als 25.000 Armenier von Aufständischen als angebliche Unterstützer der neuen Regierung ermordet. Die Istanbuler Regierung ließ zur Bestrafung der Schuldigen 127 Muslime und 7 Armenier hinrichten.
Der Genozid von 1915
Im Ersten_Weltkrieg (1914?1918) kämpfte das Osmanische_Reich auf der Seite der Mittelmächte gegen die Entente, zu der auch Russland gehörte. Im russisch-türkischen Konflikt im Kaukasus unterstützte eine Minderheit der Armenier in der Hoffnung auf Unabhängigkeit die russische Seite; es gab auf russischer Seite armenische Freiwilligenbataillone.Hans-Lukas Kieser: [http://sehepunkte.de/2007/03/pdf/10400.pdf Der Völkermord an den Armeniern 1915/16: neueste Publikationen]
Nach dem Scheitern der türkischen Offensive gegen Russland im Januar 1915 und dem Beginn von Operationen und Anwerbungen armenischer Kämpfer hinter den türkischen Linien machte die Staatsführung des Osmanischen Reiches die Armenier für die militärischen Probleme in Ostanatolien verantwortlich. Das jungtürkische ?Komitee für Einheit und Fortschritt? (?ttihad ve Terakki Cemiyeti) beschloss die Vernichtung der Armenier und reorganisierte dafür die hauptsächlich aus Kurden, freigelassenen Strafgefangenen und Flüchtlingen aus dem Balkan und Kaukasusgebiet bestehenden Banden (Çete) der Spezialeinheit Te?kilat-? Mahsusa Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung. Hamburg 2004, S. 54ff.. Die armenischen Soldaten der türkischen Armeen wurden entwaffnet, dann teilweise getötet und teilweise in Arbeitsbataillonen zusammengefasst. Wenig später wurden mehrere dieser Bataillone hingerichtet.Yves Ternon: Bericht über den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich. In: Tessa Hofmann (Hrsg.): Das Verbrechen des Schweigens. Göttingen und Wien 2000, S. 57
Im April und im Juni 1915 erfolgten Razzien gegen die armenische Elite in Istanbul. Die treibende Kraft dahinter war Innenminister Talaat_Pascha, der sich gegen den Widerstand von Kollegen, die internationale Verwicklungen befürchteten, für die Entfernung der Armenier aus der Hauptstadt einsetzte.Raymond Kévorkian: Le Génocide des Arméniens. Paris 2006, S. 678 Nach offizieller Darstellung betrug die Zahl der Verhafteten 2345.Esat Uras: Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi. Istanbul 1987, S. 612
Die ersten Deportationen geschahen in Anatolien bereits im Februar und April, also vor dem eigentlichen Deportationsdekret Talaat Paschas vom 27. Mai 1915. Sie verfolgten zunächst noch nicht das planmäßige Ziel der Vernichtung. Diese frühen Deportationen aus Adana, Zeytun und Dörtyol führten ins Landesinnere.Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung. Hamburg 2004, S. 63
Bis in den Juli des Jahres 1915 hinein wurden die meisten Armenier zunächst in ihren Hauptsiedlungsgebieten an einigen Orten konzentriert, überwiegend in den Hauptstädten der betroffenen Vilayets.Yves Ternon: Bericht über den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich. In: Tessa Hofmann (Hrsg.): Das Verbrechen des Schweigens. Göttingen und Wien 2000, S. 67ff Sie wurden entweder gleich dort von türkischen Polizisten und Soldaten oder kurdischen Hilfstruppen ermordet Wolfgang Gust (Hrsg.): Der Völkermord an den Armeniern 1915/16. Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes, Klampern Verlag Springe 2005, S. 25 oder auf Befehl von Talaat Pascha ab dem 27. Mai 1915 auf Todesmärsche über unwegsames Gebirge Richtung Aleppo geschickt. Dabei ging es nicht nur um eine Umsiedlung. Max Erwin von Scheubner-Richter, der damalige deutsche Vizekonsul in Erzurum, erklärte dazu Ende Juli 1915 in einem Schreiben an den Botschafter Wangenheim:
:Von den Anhaengern letzterer [i.e. der 'schrofferen Richtung'] wird uebrigens unumwunden zugegeben, dass das Endziel ihres Vorgehens gegen die Armenier die gaenzliche Ausrottung derselben in der Tuerkei ist. Nach dem Kriege werden wir ?keine Armenier mehr in der Türkei haben? ist der wörtliche Ausspruch einer maßgebenden Persoenlichkeit. Soweit sich dieses Ziel nicht durch die verschiedenen Massakers erreichen lässt, hofft man, dass Entbehrungen der langen Wanderung bis Mesopotamien und das ungewohnte Klima dort ein Uebriges tun werden. Diese Loesung der Armenierfrage scheint den Anhaengern der schroffen Richtung, zu der fast alle Militär- und Regierungsbeamte gehoeren, eine ideale zu sein. Das tuerkische Volk selbst ist mit dieser Loesung der Armenierfrage keineswegs einverstanden und empfindet schon jetzt schwer die infolge der Vertreibung der Armenier ueber das Land hier hereinbrechenden wirtschaftlichen Not.Wolfgang Gust (Hrsg.): Der Völkermord an den Armeniern 1915/16. Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes, Klampern Verlag Springe 2005, S. 219 oder: [http://www.armenocide.de/armenocide/armgende.nsf/e6b76f959bbba2fec1256d060042df1c/6ab9a19135ff7f2dc12568f30059b1d2?OpenDocument auf armenocide.de]
Der später im Bayburt-Verfahren wegen seiner Beteiligung am Völkermord hingerichtete Landrat Nuri sagte später vor Gericht aus, er habe den geheimen Befehl erhalten, keinen Armenier am Leben zu lassen. Tercüman-? Hakikat vom 5. August 1920, zitiert nach Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung. Hamburg 2004, S. 68 General Vehip Pascha, Oberkommandierender der 3. Armee erklärte nach dem Krieg vor der sogenannten Mazhar-Kommission:
:Die Deportationen der Armenier wurden im völligen Widerspruch zur Menschlichkeit, Zivilisation und behördlichen Ehre durchgeführt. Die Massaker und die Ausrottung der Armenier, der Raub und die Plünderung ihres Eigentums waren das Resultat von Entscheidungen, die vom Zentralkomitee des Komitees für Einheit und Fortschritt ausgingen.Hans-Lukas Kieser: [http://sehepunkte.de/2007/03/pdf/10400.pdf Der Völkermord an den Armeniern 1915/16: neueste Publikationen]
Die Deportationen wiesen überall dasselbe Grundmuster auf. Maßnahmen zur Wiederansiedlung wurden nicht getroffen, alle Angebote anderer Staaten, den Deportierten während der Märsche oder am Zielort humanitäre Hilfe zu leisten, lehnte Istanbul strikt ab.Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung. Hamburg 2004, S. 72 Die Zentralregierung ergriff harte Maßnahmen gegen Gouverneure und Landräte, die sich den Deportationsbefehlen widersetzten. Die Gouverneure von Ankara, Kastamonu und Yozgat wurden abgesetzt Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung. Hamburg 2004, S. 69 und die Landräte von Lice, Midyat, Diyarbakir Wolfgang Gust (Hrsg.): Der Völkermord an den Armeniern 1915/16. Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes, Klampen Verlag Springe 2005, S. 210 oder [http://www.armenocide.de/armenocide/armgende.nsf/74c6b7b259a64ecdc1256b320083617c/3b90b576fd717377c12568f30059b1c9?OpenDocument 1915-07-17-DE-002] und Be?iri sowie die Gouverneure von Basra und Müntefak wurden aus diesem Grunde ermordet oder hingerichtet. Abidin Nesimi: Y?llar?n ?çinden. Istanbul o.J., S. 39 f. Militärische Erfordernisse für die Deportation scheiden aus, da der Verdacht auf Zusammenarbeit mit dem Feind sich nicht auf Frauen und Kinder und frontferne Armenier erstrecken konnte. Die Deportation betrafen aber nahezu die gesamte armenische Zivilbevölkerung Anatoliens. Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung. Hamburg 2004, S. 72 Vgl. dazu auch die [http://www.devletarsivleri.gov.tr/kitap offiziellen osmanischen Dokumente] Auch waren sie nicht die Folge eines Bürgerkrieges, da es keine zentral orchestrierte landesweite Rebellion der Armenier gab. Allen Beteiligten und Verantwortlichen muss klar gewesen sein, dass die ?Delokalisierung? (Osmanisch tehcîr oder teb'îd, oder ) unter den Bedingungen von 1915/16 einem Todesurteil sehr nahe kommen musste.
In den schließlich erreichten Lagern im heutigen Syrien starben die Armenier mangels Versorgung durch Auszehrung und Seuchen, sofern sie nicht unterwegs durch Angriffe kurdischer Stämme ums Leben kamen.Guenter Lewy: The Armenian Massacres in the Ottoman Turkey. A Disputed Genocide. Utah 2005 Nach Darstellung des deutschen Offiziers im Dienste der osmanischen Armee und Augenzeugen der Ereignisse, Liman von Sanders unter Androhung von militärischen Gegenmaßnahmen gegen die Deportationen und Massaker stellte Wolfgang Gust (Hrsg.): Der Völkermord an den Armeniern 1915/16. Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes, Klampen Verlag Springe 2005, S. 537ff. oder [http://www.armenocide.de/armenocide/armgende.nsf/74c6b7b259a64ecdc1256b320083617c/0adc2e1bfddc3f4ac125691100037725?OpenDocument 1916-11-25-DE-002] ? deportiert oder ermordet.
Etwa 100.000 Armenier überlebten die Todesmärsche, etwa 500.000 gelang die Flucht. Je nach Schätzung kamen etwa 300.000Kamuran Gürün: Ermeni Dosyas?, 3. Aufl., Ankara 1985. S. 227 bis 1.500.000 Armenier um. Hunderttausende Armenier, die den Völkermord überlebten, emigrierten.
Nachkriegszeit
1919-1921 fanden vor einem Militärgericht des Osmanischen Staates die Istanbuler Prozesse (Unionistenprozesse) statt. Erstmals in der Rechtsgeschichte wurde der Versuch unternommen, Staats- und Kriegsverbrechen auf Regierungsebene zu ahnden. Mit der Anklage von 31 Ministern der Kriegskabinette, die dem Komitee für Einheit und Fortschritt (Ittihat ve Terakki Cemiyeti), also den Jungtürken angehört hatten, und zahlreichen regionalen und lokalen Beamten, Offizieren und Funktionären wollte man die Hauptverantwortlichen des Völkermordes zur Rechenschaft zu ziehen. Unter den Angeklagten befanden sich unter anderem Talaat Pascha (ehemaliger Großwesir), Enver Pascha (ehemaliger Kriegsminister) und Cemal Pascha (ehemaliger Marineminister). Diese entzogen sich dem Prozess und dem Urteil jedoch durch Flucht nach Deutschland und wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt.Übersetzung des Urteils in: Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung. Hamburg 2004, S. 353-364. Vgl auch die [http://www.armenian-genocide.org/Affirmation.237/current_category.50/affirmation_detail.html englische Fassung]
Der Großwesir Damad Ferid Pascha gestand am 11. Juni 1919 die Verbrechen öffentlich ein.Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde. rororo Aktuell 1998 Spätere türkische Regierungen ließen den Begriff Völkermord nicht gelten und stellten die Ermordungen als Folgen von Kriegshandlungen dar, ohne sich davon zu distanzieren.[http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/2823766/ Beispielhaft: Mustafa Kemal bei der Parlamentseröffnung am 23. April 1920] Während andere westeuropäische Staaten auf eine Verurteilung des Völkermordes drängten, unterstützte die deutsche Regierung lange Zeit die Position der türkischen Führung. Eine Dokumentation des deutschen Geistlichen und Orientkenners Johannes Lepsius zum Völkermord an den Armeniern wurde im August 1916 von der Reichsregierung verboten.Johannes Lepsius (Hrsg.): Deutschland und Armenien 1914-1918. Sammlung diplomatischer Aktenstücke. Potsdam 1919, Vorwort, S. V Lepsius konnte jedoch nach dem Krieg eine Sammlung von aussagekräftigen, teilweise durch ihn bearbeiteten Aktenstücken des deutschen Auswärtigen Amtes publizieren, die bis heute ? auch in einer 2005 veröffentlichten, unverfälschten Auswahl ? eine der Hauptquellen für die Vorgänge ist.
Nach dem Vertrag_von_Sèvres von 1920 war die Gründung eines unabhängigen armenischen Staates vorgesehen, dessen Grenzen der US-amerikanische Präsident Woodrow Wilson im Auftrag der Signatarmächte des Vertrages festlegte.[http://net.lib.byu.edu/~rdh7/wwi/versa/sevindex.html Der Vertrag von Sèvres (engl,), darin ab Artikel 88] Das Osmanische Reich sollte aufgeteilt werden. Istanbul und die Meerengen kamen unter alliierte Kontrolle. Griechische Truppen besetzten 1919 Izmir und rückten vom Westen ins Landesinnere vor. In Ankara formierte sich die türkische Nationalbewegung unter Mustafa_Kemal, dem späteren Atatürk. Damit begann der Türkische_Unabhängigkeitskrieg. Im Osten kam es nach schweren Kämpfen zwischen der türkischen Nationalbewegung und der armenischen Republik im Jahre 1920 zum Vertrag von Gümrü zwischen Ankara und Eriwan, bei dem der heutige Grenzverlauf festgelegt wurde. Das Ergebnis dieses Vertrages wurde 1921 nach dem Sieg der Roten Armee und der Gründung der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik im Vertrag von Moskau bestätigt. Im Westen besiegten die türkischen Truppen in mehreren Etappen die griechische Invasionsarmee. Der Krieg endete mit der Niederlage der griechischen Truppen und der Gründung der Republik Türkei.
Am 24, April 1920 bezeichnete Mustafa Kemal, den Völkermord an den Armeniern bei seiner Rede zur Eröffnung des Parlaments in Ankara als ?eine Schandtat der Vergangenheit?.Kaz?m Öztürk (Hrsg.): Atatürk'ün Aç?k ve Gizli Oturumlar?ndaki Konu?malar?. Bd. 1, Ankara 1992, S. 59 Zu den drei jungtürkischen Führern hatte er ein gespanntes Verhältnis.Gazi Mustafa Kemal: Nutuk. Bd. 3, Istanbul 1934, S. 164f. Da diese als Hauptverantwortliche der Deportation galten, wollte er sie auch nicht in den Reihen der türkischen Nationalbewegung sehen.Atatürk Ara?t?rma Merkezi: Atatürk Söylev ve Demeçleri. Ankara 1989, Bd. 3, S. 3, 8 und 12ff. Einem amerikanischen Diplomaten gegenüber ging Mustafa Kemal von 800.000 Toten aus und befürwortete eine harte Bestrafung der Täter.Rauf Orbay: Rauf Orbay'?n Hat?rlar?. in: Yak?n Tarihimiz, Bd 3, S. 179
Am 15. März 1921 erschoss der armenische Student Soghomon Tehlirian im Berliner Exil den ehemaligen Innenminister Talaat Pascha, einen der Hauptverantwortlichen für den Genozid.[http://www.armeniapedia.org/index.php?title=Trial_of_Soghoman_Tehlirian Detaillierte Gerichtsprotokolle] Auch aufgrund der Darlegung der Geschehnisse in Armenien durch Augenzeugen (z. T. Überlebende wie Bischof Krikor Balakian) wurde der Täter aber vor Gericht freigesprochen. Wie sich später herausstellte, war Tehlirian Mitglied eines armenischen Geheimbundes namens Nemesis, der Beteiligte an dem Völkermord ermordete.Rolf Hosfeld: Operation Nemesis. Köln 2005, S. 300ff Er hatte zuvor bereits in ?stanbul einen türkischen Politiker erschossen.
Am 31. März 1923 erklärte die Regierung Mustafa Kemals eine allgemeine Amnestie (Aff-? Umumi) für die im Zusammenhang mit dem Völkermord Angeklagten.[http://www.ataturk.net/kronoloji/1923.html Chronologie des Jahres 1923 (Türkisch)]]
Das umstrittene Hitler-Zitat
Nach einer Mitschrift soll Hitler in einer Rede vom 22. August 1939 vor Offizieren der Wehrmacht über den noch zu erobernden ?Lebensraum im Osten? gesagt haben: ?Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?? [http://library.fes.de/library/netzquelle/zwangsmigration/32ansprache.html FES Netzquelle: Angebliche Mitschrift einer Ansprache Hitlers vor Offizieren der Wehrmacht, 22. August 1939] Die Echtheit dieses Dokumentes wurde jedoch schon während der Nürnberger Prozesse angezweifelt und nicht zur Anklage zugelassen, da sich der Urheber nicht mehr feststellen ließ. Moderne Nachforschungen bestätigten den Verdacht. [http://www.grin.com/de/fulltext/juj/27488.html Richard Albrecht: ?Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier ?? Adolf Hitlers zweite Rede vor den Oberkommandierenden auf dem Obersalzberg am 22. August 1939 - Eine wissenschaftliche Skizze]
Das Für und Wider der Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern
Politische Einstellungen und Entscheidungen
In den 1970er und 1980er Jahren brachten eine Vielzahl von Terroranschlägen der armenischen Terrorgruppe Asala auf türkische Einrichtungen mit 46 Toten und 81 Schwerverletzten die Situation der Armenier und auch die Geschichte des Völkermordes weltweit in Erinnerung.[http://www.tkb.org/Group.jsp?groupID=258 Die Asala bei der MIPT Terrorism Knowledge Base mit einer Komplettliste aller ihrer Terroranschläge]
In den internationalen Stellungnahmen zum Völkermord geht es bis heute in erster Linie um die Anerkennung des Völkermordes und das Benennen der Verantwortlichen dafür, in zweiter Linie um die Forderung von Reparationszahlungen.
Viele Länder der Erde haben seit 1965 die Vernichtung der Armenier durch den türkischen Staat in Resolutionen, Beschlüssen oder Gesetzen als Genozid entsprechend der UN-Völkermordkonvention von 1948 bewertet. (u. a. Argentinien, Belgien, Griechenland, Italien, Kanada, Niederlande, Russland, Schweden, Schweiz, die Slowakei, Uruguay und Zypern).[http://www.armenian-genocide.org/current_category.7/affirmation_list.html Links zu allen Resolutionstexten][http://www.armenian.ch/~gsa/Docs/DokGenD.pdf Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz, S. 30 (PDF)] Das Europäische Parlament hat mit den Beschlüssen vom 18. Juni 1987 und 15. November 2001 die Anerkennung des Völkermordes durch den türkischen Staat zu einer Voraussetzung des EU-Beitritts der Türkei erklärt und am 28. Februar 2002 in einer weiteren Beschlussfassung die Türkei zur Einhaltung dieser Vorgabe gemahnt.[http://www.europarl.europa.eu/intcoop/euro/jpc/turk/history2004_turkey_de.pdf PDF des Europäischen Parlaments]
Die türkische Regierung wehrt sich bis heute gegen eine Bewertung der damaligen Vorgänge als Völkermord und versucht mit wechselndem Erfolg durch politischen Druck und Ausschlüssen bei internationalen Auftragsvergaben anderslautende Entschließungen und Veröffentlichungen zu beeinflussen.Annette Schaefgen: Schwieriges Erinnern. Der Völkermord an den Armeniern. Berlin 2006, S. 65 Innertürkische Kritiker der offiziellen Sichtweise, wie Orhan Pamuk müssen mit Verhaftungen und Strafandrohungen rechnen. Pamuk wurde der ?öffentlichen Verunglimpfung des Türkentums? angeklagt, weil er im Februar 2005 in einem Interview mit dem Züricher Tages-Anzeiger offen über die Ereignisse gesprochen hatte. Das Verfahren wurde aber aus formalen Gründen eingestellt.[http://www.wsws.org/de/2006/feb2006/pamu-f01.shtml Prozess gegen Schriftsteller Orhan Pamuk eingestellt]
Das dem Minister Hüseyin Çelik unterstehende türkische Erziehungsministerium veranlasste am 14. April 2003 mit einem Rundschreiben die Schüler aller Primar- und Sekundarschulen dazu, an einem Aufsatzwettbewerb gegen die ?haltlosen Völkermord-Behauptungen? der Armenier, Pontosgriechen sowie Syrisch-Orthodoxen mitzuwirken. [http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=146&stayInsideTree=1&backlink=pogrom.php?id=1 Tessa Hofmann: christliche Minderheiten in der Türkei]
Die Türkei wirft Ländern wie Frankreich und Russland vor, Parlamentsbeschlüsse zu erlassen, ohne auf die eigene grausame Vergangenheit mit vielen Völkermorden zu blicken.[http://arsiv.sabah.com.tr/2006/10/10/gnd122.html Tageszeitung Sabah: Erdo?an an Sarkozy: "Frankreich soll erst vor der eigenen Haustür kehren"]
Als beispielsweise die Französische Nationalversammlung 2001 eine Resolution verabschiedete, welche die Leugnung des Völkermords (in Frankreich unter dem Begriff Negationismus diskutiert) unter Strafe stellen sollte, kam es zu schweren diplomatischen Auseinandersetzungen und wirtschaftlichen Boykotten durch die Regierung in Ankara.
In Frankreich wurde am 12. Oktober 2006 von der französischen Nationalversammlung ein von der Sozialistischen_Partei_(PS) eingebrachter Gesetzentwurf mit großer Mehrheit angenommen. Sollte dieser Gesetzentwurf auch den Senat passieren, so wird die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern analog zur Holocaustleugnung in Frankreich in Zukunft mit einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr und einer Geldstrafe bis zu 45.000 Euro bestraft.[http://www.migrationsrecht.net/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=706 Klaus Dienelt: Türken über Frankreich wegen Armenier-Gesetz erbost (PDF)]
Der Deutsche_Bundestag debattierte in seiner Sitzung vom 24. April 2005 erstmals eine von CDU/CSU vorgelegte Entschließung, die die Türkei aufforderte, sich zu ihrer historischen Verantwortung für die Massaker an armenischen Christen im Osmanischen Reich zu bekennen. Den Begriff Völkermord vermied der Antrag zunächst. Dieser Antrag wurde am 15. Juli 2005 vom Deutschen Bundestag ohne Gegenstimme verabschiedet. In der Begründung des Antrages wurde nun der Begriff Völkermord ausdrücklich verwendet.[http://www.epd.de/dokumentation/dokumentation_index_35664.html Bericht des EPD mit Link zum wortlaut des Antrages]
Auch viele in Deutschland lebende Türken lehnen den Vorwurf des Völkermords ab. So fand am 18. März 2006 u. a. eine vom Verwaltungsgericht unter strengen Auflagen zugelassene Demonstration von rund 1350 bis 1700 türkischstämmiger Nationalisten (Polizeiangaben) in Berlin statt, die das Motto ?Talat-Pascha-Operation" trug.[http://www.armenianquestion.org/page.php?modul=Article&op=read&nid=261&rub=79&infoportal=5cb2528a9623ab6144ccd78107d60d8e Das große Projekt 2006: Berlin - Die Talat-Pascha-Operation. Nimm deine Fahne und komm nach Berlin!](armenianquestion.org) Ursprünglich sollte dabei der Völkermord an den Armeniern geleugnet werden.Ebd. In dem Aufruf ist die Rede davon, die "Lüge vom Völkermord an den Armeniern abzuwehren". Talat Pascha wird dort als großer Staatsmann gefeiert.
Der Staat Israel verwendet die Begriffe Völkermord und Genozid in Bezug auf die Vorkommnisse von 1915/16 nicht.[http://www.byegm.gov.tr/yayinlarimiz/tages/alm2007/03/07x03x15.htm#2 Türkische Meldung vom 15. März 2007][http://www.d-armenier.de/cms/html/index.php?module=pagesetter&func=viewpub&tid=1&pid=343 Armenische Meldung vom 15. März 2007]
Die wissenschaftlichen Untersuchungen
Der Völkermord an den Armeniern ist von einer Vielzahl von international renommierten Wissenschaftlern erforscht worden. Sie kamen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen, die den Völkermord bestätigen oder seine Anerkennung ablehnen. Nur wenige der diesbezüglichen Veröffentlichungen konnten unter Literatur und Quellen aufgenommen werden.
Die wissenschaftlichen Arbeiten stützen sich hauptsächlich auf folgende Grundlagen:
*Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amts. Sie stammen aus dem diplomatischen Archive des (kriegsverbündeten) Deutschen Reichs und beinhalten die Berichte der deutschen Konsuln, Vizekonsuln und Wahkonsuln in Trapezunt, Adana, Alexandrette, Mossul, Samsun, Erzurum, Aleppo und Täbris aber auch Berichte von zahllosen weiteren Zeitzeugen (Offizieren, Missionaren, Mitarbeitern der Bagdadbahn, Ärzten, Krankenschwestern, Journalisten, Ingenieuren usw.).Johannes Lepsius (Hrsg.): Deutschland und Armenien 1914-1918. Sammlung diplomatischer Aktenstücke. Potsdam 1919 Diese Berichte waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und unterlagen verschiedenen Geheimhaltungsstufen. Die berichterstattenden Diplomaten gerieten mit ihren Positionen fast durchweg in Widerspruch zu ihren Vorgesetzten in Berlin.
*Dokumente aus den Archiven Österreich-Ungarns, die im Östereichischen Staatsarchiv, Wien, lagern.Österreich-Armenien 1872-1936: Faksimilesammlung diplomatischer Aktenstücke,
herausgegeben und eingeleitet von Artem Ohandjania. 3. Aufl. Wien 1995Institut für Armenische Fragen (Hrsg.): The Armenian Genocide. 2 Bde. München 1987 u. 1988 Zum Haus- Hof und Staatsarchiv gehört das Gesandtschaftsarchiv Konstantinopel, das Dokumente zu Armenischen Fragen und Reformen, zu den Armenischen Unruhen 1895-1911 und zu Internationalen Verhandlungen über die Reformen in Armenien, Juni 1913 bis Juli 1914 enthält. Das Politischen Archiv bietet Dokumente zu Türkei 1915-1918Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung. Hamburg 2004, Bibliographie
*Dokumente aus den USA: im Nationalarchiv, Washington eine Record Group zu International Affairs of Turkey, 1910-1929,Auswahl der wichtigsten Dokumente in: Ara Sarafian (Hrsg.): United States Official Records On The Armenian Genocide 1915-1917. Gomidas Institute 2004Mikrofilme der Armenian National Delegation Papers, 1912-1924The Armenian Genocide and America's Outcry: A Compilation of U.S. Documents 1890-1923. Washington, DC: Armenian Assembly of America, 1985, Augenzeugenberichte US-amerikanischer Botschafter und Konsuln Lewis Einstein: Inside Constantinopel. A Diplomat's Diary April-September 1915. London 1917Henry Morgenthau: Ambassador Morgenthau's Story. New York 1926Leslie A. Davis: The Slaughterhouse Province. An American Diplomat's Report on the Armenian Genocide 1915-1917. New Rochelle 1989
*Augenzeugenberichte von im osmanischen Reich tätigen MissionarenZu dem Material aus Schweizer Missionsarchiven siehe: [http://www.hist.net/kieser/vf-einl.html Hans-Lukas Kieser: Der verpasste Friede Mission, Ethnie und Staat in den Ostprovinzen der Türkei 1839-1938]Henry Riggs: Days of Tragedy in Armenia. Personal Experiences in Harpoot 1915-1917. Michigan 1997Maria Jacobsen: Diaries of a Danish Missionary. Harpoot 1907-1919. Princeton 2001Jakob Künzler: Im Lande des Blutes und der Tränen. Erlebnisse in Mesopotamien während des Weltkrieges Potsdam, 1921 (Neuaufl. Chronos-Verlag, Zürich 2. Neuauflage 2004Tacy Atkinson: The German, the Turk and the Devil made a Triple Alliance. Harpoot Diaries, 1908-1917. Princeton 200 (u. a. aus Dänemark, Schweiz, Holland) und weiteren Zeitzeugen.Martin Niepage: Eindrücke eines deutschen Oberlehrers aus der Türkei. Tempelverlag, Postdam 1919.Armin T. Wegner: Das Zelt. Aufzeichnungen, Briefe, Erzählungen aus der Türkei. Berlin 1926Armin T. Wegner: Der Weg ohne Heimkehr. Ein Martyrium in Briefen. Dresden 1919Harry Stuermer: Zwei Kriegsjahre in Konstantinopel. Skizzen deutsch-jungtürkischer Moral und Politik. Lausanne 1917
*Zeugnisse von Überlebenden Pailadzo Captanian: 1915. Der Völkermord an den Armeniern. Eine Zeugin berichtet. Leipzig 1993Jacques D. Alexanian: Le Ciel état noir sur L'Euphrate. Paris 1988Vahram Dadrian: To the Desert. Pages from my Diary. Princeton 2003 (einige Hundert wurden z. B. auf Video festgehalten)[http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/60965/ Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum: Wie Geschichte die Gegenwart bestimmt]
*Osmanische Quellen wie beispielsweise die Protokolle der Istanbuler Prozesse, Sitzungsprotokolle des osmanischen Parlamentes, Berichte der postjungtürkischen parlamentarischen Untersuchungungskommission und der sogenannten Mazhar-Kommission, Zeitungen.
*Armenische Quellen wie die Nachkriegsbestände des Istanbuler Patriarchats, die in Jerusalem lagern.Raymond Kévorkian: Le Génocide des Arméniens. Paris 2006
Das Für und Wider der Anerkennung des Völkermords hängt wesentlich davon ab, ob die Quellen und deren Inhalte als zuverlässig angesehen werden können oder als falsch, verfälscht oder gefälscht bezeichnet werden müssen. Das gilt auch für die Fragen danach, wer die Verantwortung für den Völkermord trug und ob dieser zentral geplant war.
Infrage gestellt worden sind beispielsweise:
*die von Lepsius herausgegebenen und teilweise bearbeiteten Dokumente
*Augenzeugenberichte und Erinnerungen Beteiligter
*Inhalte und Bewertung der Telegramme, Befehle und mündlichen Äußerungen Talaat Paschas
*Inhalte und Bewertung mündlicher Äußerungen Mustafa Kemals (Atatürks)
*Geschätzte Opferzahlen
Völkerrechtliche Einordnung
Die Berechtigung und Notwendigkeit, die Geschehnisse von 1915/16 als Völkermord zu bezeichnen, resultiert aus dem Übereinkommen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes (offiziell: Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide, CPPCG).
Diese Konvention geht auf das jahrelange Betreiben des polnisch-jüdischen Juristen Raphael Lemkin zurück, der sich ausdrücklich auf die armenische Tragödie, sowie später auf den sich abzeichnenden Holocaust bezog. Die Konvention wurde am 9. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als Resolution 260 A (III) in New York beschlossen und trat am 12. Januar 1951 in Kraft.[http://www.admin.ch/ch/d/sr/i3/0.311.11.de.pdf Übereinkommen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes]
Der Beitritt der Republik Türkei geschah am 31. Juli 1950. Für die Republik Türkei trat die Konvention am 12. Januar 1951 in Kraft. Damit erkannte die Republik Türkei auch die Definitionen in den Artikeln I und II an.
Sie lauten in deutscher Übersetzung:
:Art. I
:Die Vertragsparteien bestätigen, dass Völkermord, ob im Frieden oder im Krieg begangen, ein Verbrechen gemäß internationalem Recht ist, zu dessen Verhütung und Bestrafung sie sich verpflichten.
:Art. II
:In dieser Konvention bedeutet Völkermord eine der folgenden Handlungen, die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören:
:a) Tötung von Mitgliedern der Gruppe;
:b) Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe;
:c) vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen;
:d) Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind;
:e) gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe.
Nach den historischen Dokumenten und Zeugnissen sowie den Ergebnissen der Forschung sind II a, b, c und e als gegeben anzusehen.[http://www.nzz.ch/2006/10/08/al/articleEJTNY.html Markus M. Haefliger: Das Missverständnis um den Armenier-Genozid]
Zur Erfüllung des Tatbestands ist der Vorsatz entscheidend. Dem entspricht, dass die Verantwortlichen das ?armenische Problem? durch Aussiedlung ?lösen? wollten, um damit und mit den damit verbundenen Umständen die Armenier als nationale, ethnische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise auszulöschen. Dieser Vorsatz ist in historischen Quellen und wissenschaftlichen Untersuchungen gut dokumentiert. Diese Quellen und Untersuchungen sind teilweise auch hier im Artikel angeführt.
Diesen Vorsatz sehen die türkische Regierung, manche türkische Politiker und manche Wissenschaftler als nicht gegeben an. Sie stützen ihre Einordnung der Geschehnisse hauptsächlich auf eine andere Bewertung der Quellen. Übereinstimmend weisen sie darauf hin, dass bisher kein expliziter, schriftlicher Völkermordbefehl nachgewiesen worden sei.Cem Özgönül: Der Mythos eines Völkermordes- eine kritische Betrachtung der Lepsiusdokumente sowie der deutschen Rolle in Geschichte und Gegenwart der armenischen Frage, Önel- Verlag, Köln 2006[http://www.ttk.org.tr/templates/resimler/File/hikoz27ocak2005.pdf Hikmet Özdemir: Toynbee'nin Ermeni Sorununa Bak??? (PDF)][http://www.eata.info/bawue/media/ermeni/CDUCSU050303.pdf EATA- Zusammenfassung der türkischen Sicht (PDF)]
Der Unterausschuss für die Verhütung von Diskriminierung und den Schutz von Minderheiten der UN-Menschenrechtskommission erwähnte die Ereignisse am 29. August 1985 in einem Bericht über Völkermordverbrechen als Genozid. Durch die Annahme des im wesentlichen vom Sonderberichterstatter Nicodème Ruhaschyankiko aus Ruanda als Sachverständigem erarbeiteten Berichtes wurde der Völkermord an den Armeniern von diesem Unterausschuss der UNO anerkannt.Annette Schaefgen: Schwieriges Erinnern. Der Völkermord an den Armeniern. Berlin 2006, S. 84Die Bundesversammlung - Das Schweizer Parlament: [http://search.parlament.ch/cv-geschaefte?gesch_id=20023069 Postulat: Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern im Jahr 1915][http://www.armenian.ch/~gsa/Docs/DokGenD.pdf Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz, S. 14f (PDF)]
Zusammenfassung der türkischen Haltung zum Völkermord
Die türkische Leugnung des Genozids bedeutet nicht die grundsätzliche Leugnung Hundertausender Toter. Die Türkei geht von ca. 300.000armenischen Opfern aus und betrachtet die Deportationen als Notmaßnahme eines Staates, der um seine Existenz bangen musste und sich der Loyalität seiner armenischen Untertanen nicht sicher gewesen sei[http://www.armenocide.de/armenocide/armgende.nsf/74c6b7b259a64ecdc1256b320083617c/c4f15e2d71163d57c12568f30059b3fe?OpenDocument Bericht von Botschafter Wangenheim 1913]. Türkische Wissenschaftler verneinen eine vorsätzliche und geplante Vernichtung und halten diese für historisch nicht belegtVgl. türkischsprachiger Artikel mit Dokumenten auf der Website der [http://www.ttk.org.tr/index.php?Page=Sayfa&No=99 Türk Tarih Kurumu]. Die vielen Toten schreibt die türkische Historiographie Überfällen, Hunger und Seuchen zu und geht von bürgerkriegsähnlichen Zuständen ausJustin McCarthy: Death and Exile - The Ethnic Cleansing of Ottoman Muslims 1821?1922. Princeton 1995, bei denen auch 570.000 Türken umgekommen seienVgl. dazu Prof. Hikmet Özdemir in der [http://www.welt.de/print-welt/article682595/Wir_haben_keinen_Genozid_begangen.html Welt-Online]. Türkische Wissenschaftler betrachten ? möglicherweise zu rechtKlaus Kreiser: Kleines Türkei-Lexikon. München 1996, SW Talat-Pa?a-Telegramme ? die Andonian-Dokumente als Fälschung[http://armenians.1915.googlepages.com/TalatPashaTelegrams.pdf ?inasi Orel, Süreyya Yuca The Talat Pasha Telegrams - Fake]. Toynbees Blue Book und die Memoiren des amerikanischen Botschafters Morgenthau bewerten sie als parteiischHikmet Özdemir [http://www.ttk.org.tr/templates/resimler/File/hikoz27ocak2005.pdf Toynbee'nin Ermeni Sorununa Bak???]Heath Lowry: [http://www.tetedeturc.com/home/spip.php?article78 The story behind Ambassador Morgenthau's Story]. Zudem bemängeln sie die Beweisaufnahme der Istanbuler Prozesse[http://www.meforum.org/article/748 Prof. Lewy zum Thema] und machen geltend, dass es eine Reihe von jungtürkischen Erlassen gab, die Deportierten gut zu behandelnDie beiden aussagekräftigsten von fünf Dokumenten, die das Staatsarchiv der Türkei im Internet diesbezüglich veröffentlicht hat: [http://www.devletarsivleri.gov.tr/kitap/resim/2600belge/282.PDF Erlass zur ärztlichen Behandlung] und [http://www.devletarsivleri.gov.tr/kitap/resim/2600belge/463.PDF Antwort einer Sicherheitsbehörde zum Schutz der Armenier vor Übergriffen]. Die türkische Sicht wird von einer deutlichen Mehrheit internationaler Historiker abgelehnt. Einzelne nicht-türkische Wissenschaftler wie Guenter Lewy, Justin McCarthyVgl. dazu Justin McCarthy, Esat Arslan, Ömer Turan et. al.: The Armenian Rebellion at Van. Utah 2006, Bernard Lewis, Roderic Davison, J. C. Hurewitz, Andrew Mango, Norman Stone, Stanford Shaw und Heath Lowry unterstützen diese Sichtweise.
Quellen, Einzelnachweise und Anmerkungen
Siehe auch
Filme
Oscar Apfel: [[Armenia Crucified/'>Ravished Armenia auch: Auction of Souls, 1918
PeÅ Holmqvist und Suzanne Khardalian: Back to Ararat, 1988 (Dokumentarfilm)
Henri Verneuil: Mayrig, 1991, und 588, rue Paradis, 1992 (zweiteiliger Spielfilm mit Omar Sharif und Claudia Cardinale)
Atom Egoyan: Ararat, 2002
Laurence Jourdan: Le génocide arménien, 2004 (Dokumentarfilm)
Carla Garapedian: Screamers, 2006
Paolo und Vittorio Taviani: Das Haus der Lerchen, nach einem Roman von Antonia Arslan, 2007
Musik
System Of A Down: P.L.U.C.K.
* Integrity: Armenian Persecution [http://lyrics.rare-lyrics.com/I/Integrity/Armenian-Persecution.html rare-lyrics]
Literatur
Fachliteratur
* Taner Akçam: Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung, Hamburg : Hamburger Ed., 2004. ISBN 3-930908-99-9
*Wilhelm Baum: ?Die Türkei und ihre christlichen Minderheiten: Geschichte - Völkermord - Gegenwart", Kitab Verlag, Klagenfurt-Wien 2005, ISBN 3-902005-56-4
• Balakian]: Die Hunde vom Ararat. Eine armenische Kindheit in Amerika, Zsolnay Verlag, Wien 2000, ISBN 3552049517 (halbdokumentarisch)
* Peter Balakian: The Burning Tigris. The Armenian Genocide and America's Response, Harper-Collins, New York 2003, ISBN 0-06-019840-0
* Hans Barth: Türke, wehre Dich!, Leipzig, Renger 1898
*Viscount James Bryce: The Treatment of Armenians in the Ottoman Empire 1915-1916 Taderon Press, ISBN 1-903-65651-6,, elektronische Fassung des Originals aus dem Jahr 1916 [http://www.armeniapedia.org/index.php?title=The_Treatment_of_Armenians_in_the_Ottoman_Empire]
Mihran Dabag: Jungtürkische Visionen und der Völkermord an den Armeniern, in: Dabag / Platt: Genozid und Moderne (Band 1), Opladen 1998. ISBN 3-8100-1822-8
*Helmut Donat (Hrsg.): Armenien, die Türkei und die Pflichten Europas, Donat Verlag, Bremen 2005
*Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) (Hrsg.): Der Völkermord an den Armeniern und syrischen Christen, Frankfurt/Main 2005
* Gesellschaft für bedrohte Völker (Hrsg.): Das Verbrechen des Schweigens: Die Verhandlungen des türkischen Völkermordes an den Armeniern vor dem Ständigen Tribunal der Völker (Paris, 13.-16.4.1984), Göttingen 1985
Wolfgang Gust: Der Völkermord an den Armeniern 1915/16. Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amts, Verlag zu Klampen, 2005, ISBN 3-934920-59-4
* Tessa Hofmann (Hrsg.): Armenier in Berlin - Berlin und Armenien, Der Beauftragter des Senats für Integration und Migration, Berliner Landesbehörde, Berlin 2005
* Tessa Hofmann: Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Christen im Osmanischen Reich 1912?1922, Münster, London, Berlin: LIT Verlag, 2004, ISBN 3-8258-7823-6
* Tessa Hofmann: Annäherung an Armenien ? Geschichte und Gegenwart, 2., aktualisierte Aufl., C.H. Beck, München 2006, ISBN 3406420230
* Rolf Hosfeld: Operation Nemesis: Die Türkei, Deutschland und der Völkermord an den Armeniern. Köln 2005, ISBN 3462034685
* Hans-Lukas Kieser, Schaller, Dominik J. (Hrsg.): ?Der Völkermord an den Armeniern und die Shoah ? The Armenian Genocide and the Shoa", Chronos Verlag Zürich, ISBN 3-0340-0561-X
* Hans-Lukas Kieser (Hrsg.): ?Die armenische Frage und die Schweiz (1896-1923) - La question armenienne et la Suisse (1896-1923)", Chronos Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-905313-05-7
* Hans-Lukas Kieser: ?Der verpasste Friede - Mission, Ethnie und Staat in den Ostprovinzen der Türkei, 1839-1938", Chronos Verlag, Zürich 2000, ISBN 3-905313-49-9
*Jörg Berlin; Adrian Klenner: ?Völkermord oder Umsiedlung? Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich - Darstellung und Dokumente", PapyRossa Verlagsgesellschaft 2006, ISBN 3894383461
* Jakob Künzler: Im Lande des Blutes und der Tränen. Erlebnisse in Mesopotamien während des Weltkrieges Potsdam, 1921 (Neuaufl. Chronos-Verlag, Zürich 2. Neuauflage 2004 ISBN 3905313065)
* Therese Lehmann-Haupt: Erlebnisse eines zwölfjährigen Knaben während der armenischen Deportationen: Aufgezeichnet nach dem mündlichen Bericht des Knaben. Donat und Temmen, Bremen 1985, ISBN 3-924444-05-6
Johannes Lepsius: Armenien und Europa, 4. u. 5. Aufl., Westend, Berlin 1897
* Johannes Lepsius: Bericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei. Tempel-Verlag, Potsdam 1916
* Johannes Lepsius: Der Todesgang des armenischen Volkes in der Türkei während des Weltkrieges. Tempel-Verlag, Potsdam 1927
* Johannes Lepsius (Hrsg.): Deutschland und Armenien 1914-1918: Sammlung diplomatischer Aktenstücke, Potsdam, 1919 (Neuausgabe: Verlag Donat & Temmen, Bremen 1986), Hamburg-Bergedorf 1930 (Neuausg. Bremen, 1985)
Bernard Lewis: Stern, Kreuz und Halbmond, München, Zürich 1997
Guenter Lewy: The Armenian Massacres in Ottoman Turkey. A Disputed Genocide. The University of Utah Press, Salt Lake City 2005. ISBN 0874808499, Siehe auch [http://www.meforum.org/article/748]
* Justin McCarthy: Death and Exile - The Ethnic Cleansing of Ottoman Muslims 1821?1922. Princeton 1995, 5. Auflage 2004, ISBN 0878500944
• Özgönül]: Der Mythos eines Völkermordes- eine kritische Betrachtung der Lepsiusdokumente sowie der deutschen Rolle in Geschichte und Gegenwart der armenischen Frage, Önel- Verlag, Köln 2006
* Donald Quataert: The Ottoman Empire 1700-1922, Cambridge University Press, Cambridge/New York 2000
*Annette Schaefgen: ?Schwieriges Erinnern ? Der Völkermord an den Armeniern", Metropol Verlag, Berlin 2006, ISBN 393869016X
* Heinrich Vierbücher: Armenien 1915: Was die kaiserliche Regierung den deutschen Untertanen verschwiegen hat: Die Abschlachtung eines Kulturvolkes durch die Türken, Fackelreiter Verlag (Nachdruck: 4. Auflage. Bremen: Donat, 2004. ISBN 3-934836-73-9.)
*Huberta von Voss (Hrsg.): Porträt einer Hoffnung. Die Armenier,Verlag Hans Schiler, Berlin 2005, ISBN 3-89930-087-4 (darin u. a. die Texte von Tessa Hofmann, Vahakn N. Dadrian, Taner Akçam und Wolfgang Gust im Kapitel 1. Einführung
* Christopher J. Walker: Armenia : the Survival of a Nation, London, 1980, zweite Auflage 1990, elektronische Version: [http://armenia-survival.50megs.com/Intro.htm]
* Zentrum f. Türkeistudien (Hrsg.): Das Ethnische und religiöse Mosaik der Türkei und seine Reflexionen auf Deutschland. Münster 1998
Literarische Werke
Edgar Hilsenrath: Das Märchen vom letzten Gedanken. Dittrich, Köln 2005, ISBN 3937717048 (Erstausgabe: 1989)
Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh. Roman-Fischer(Tb), 1933
Hörspiel
* [http://www.hoellensprichwoerter.de/hoerspiele/talaat.html Kai Grehn: Der Prozess Talaat Pascha''. Halbdokumentarisches Hörspiel]
Weblinks
* }}
Quellenarchive
* http://www.armenocide.de ? Sammlung von Originaldokumenten des Auswärtigen Amts zum Thema (1913?1928)
* http://www.devletarsivleri.gov.tr/kitap/ ? Sammlung von Originaldokumenten aus den türkischen Staatsarchiven.
Internationale Institutionen
* http://www.ruhr-uni-bochum.de/idg/ - Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum
* http://www.armenian-genocide.org/ ? Armenian Naetional Institute
* http://www.zoryaninstitute.org/ ? Genozid und Menschenrechte.
* http://www.meforum.org/article/991 - The Middle East Forum
Zur Rezeption der Ereignisse in Deutschland
* http://www.gruene-europa.de/cms/default/dok/88/88161.konferenz_das_schicksal_der_armenier_wae.htm ? Konferenz: "Das Schicksal der Armenier während des Untergangs des ottomanischen Reiches" Konferenzbericht von Cem Özdemir, MdEP
* http://www.aga-online.org/ ? Arbeitsgruppe Anerkennung gegen Genozid ? für Völkerverständigung e.V.
* http://dip.bundestag.de/btd/15/056/1505689.pdf ? Resolution des Deutschen Bundestages, Juni 2005
* http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=146&stayInsideTree=1&backlink=pogrom.php?id=1 - Seite der ?Gesellschaft für bedrohte Völker"
Populäre Internetseiten zum Thema
* http://www.theforgotten.org ? Filme, Fotos, Dokumente.
* http://www.sarigelinbelgeseli.com/ ? Filme, Fotos, Dokumente.
* http://www.armeniapedia.org/index.php?title=Armenian_Genocide - Armenipedia
Wissenschaftliche Rezeption
* http://sehepunkte.de/2007/03/10400.html ? Sammelrezension
Zeitungsdossiers
* http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1560190,00.html ? Dossier der Deutschen Welle zum Völkermord an den Armeniern und die * Verwicklung Deutschlands
* http://www.zeit.de/2005/13/Armenier ? Wer am Leben blieb, wurde nackt gelassen ZEIT-Dossier, 13,2005
* http://www.welt.de/data/2005/07/15/745765.html ? Wir haben keinen Genozid begangen. Ein Gespräch mit Hikmet Özdemir, dem Chefhistoriker der türkischen Regierung, zur Aufarbeitung der armenischen Frage.
* http://www.welt.de/data/2006/03/20/862391.html ? Über Konferenz in der Türkei zum Völkermord an den Armeniern
* http://www.faz.net/s/RubA330E54C3C12410780B68403A11F948B/Doc~E3E0055D9443C4696B61E5FE37258ABBE~ATpl~Ecommon~Scontent.html - Genozid oder nicht? Hunderttausende Armenier kamen 1915/16 wohl ohne Absicht um - Eberhard Jäckels Rezension des Buches von Guenter Lewy in der FAZ
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