Arme Schulschwestern vom hl. Dominikus
Die Armen Schulschwestern vom hl. Dominikus sind eine römisch-katholische Ordensgemeinschaft, die 1852 in Speyer von Bischof Nikolaus von Weis gegründet wurde.Die Kongregation bischöflichen Rechts nennt sich seit 1972 ?Institut St. Dominikus?. Das Mutterhaus befindet sich in Speyer.
Gründung
In der Zeit nach der Säkularisation und nach der Aufteilung des Bistums Speyer war das katholische Schulwesen in der Pfalz praktisch erloschen. Nikolaus von Weis bemühte sich, die schulische Bildung in seiner Diözese zu verbessern, vor allem auch die Ausbildung der Mädchen. Zu diesem Zweck gründete er in Zusammenarbeit mit dem bayerischen König Ludwig_I. in Speyer ein Institut für klösterliche Lehrerinnen. Bis ein Mutterhaus für diese gebaut war, wurden sie in den Räumen des schon vorhandenen Dominikanerinnenklosters St. Magdalena untergebracht. Die dortige Priorin schlug vor, dass die neuen Schwestern Tertiarinnen_des_hl._Dominikus werden sollten. Die ersten Kandidatinnen begannen 1852 ihre Ausbildung als Lehrerinnen, sie wurden dabei von der Priorin Mathilde Königsberger unterstützt. 1854 zogen die ersten zehn Schwestern, nachdem sie ihr Staatsexamen erhalten hatten, in vier verschiedene Gemeinden der Umgebung (Hagenbach, Maikammer, Otterstadt und Blieskastel), um dort in den Volksschulen die Mädchen zu unterrichten. Die Schwestern erhielten eigene Satzungen, die an die Konstitutionen der Dominikanerinnen angelehnt waren, aber auf den Dienst an der Schule Rücksicht nahmen.
Unabhängigkeit von St. Magdalena
Die Anfänge des Ordens waren hart. Die Gehälter der Schwestern waren so gering, dass sie kaum für den Lebensunterhalt und die Ausbildung des Nachwuchses ausreichten. Die gemieteten Räume in St. Magdalena reichten nicht mehr aus, und die Schwestern erstellten 1887 einen eigenen Gebäudeflügel am Kloster St. Magdalena und 1910 ein eigenes Mutterhaus in der Vinzentiusstraße. 1893 wurde die Kongregation offiziell in den Dominikanerorden eingegliedert und erhielt von Bischof Joseph Georg von Ehrler neue Konstitutionen. Die Schwestern wurden in den folgenden Jahren schrittweise unabhängig von der Leitung des Klosters St. Magdalena. 1907 wurde die Kongregation im kirchenrechtlichen Sinn anerkannt.
Wachstum und Ausbreitung
Die Gemeinschaft wuchs rasch an. Von 100 Schwestern im Jahr 1897 wuchs die Mitgliederzahl bis 1937 auf 1018 Schwestern in 103 Konventen.
Die Aufgaben erweiterten sich. Von der Arbeit in Volksschulen und höheren Mädchenschulen (beispielsweise das Realgymnasium in St. Ingbert) über Handarbeitsschulen und Kindergärten übernahmen die Schwestern bald auch Krankenpflege, Säuglingspflege und Familienhilfe.
1925 wanderten Schwestern in die USA aus. Sie übernahmen die Wirtschaftsführung in einem Priesterseminar in Montana. Die Schwestern sind heute in Washington in der Indianermission, in Krankenhäusern, Pfarrschulen und Heimen tätig. Die seit 1950 eigenständige amerikanische Provinz bildet seit 1986 eine unabhängige Kongregation bischöflichen Rechts unter dem Namen ?Dominican Sisters of Spokane?. Diese Kongregation hat sich bald darauf den ?Sinsinawa Dominicans? in Wisconsin/USA angeschlossen.
Kriegsjahre
Im ersten_Weltkrieg mussten die Schwestern, weil die Lehrer eingezogen wurden, häufig auch die Jungenklassen mit übernehmen. Viele Schwestern halfen in Lazaretten. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus ging die Kongregation durch schwere Zeiten. Die Schwestern wurden aus den Schulen und Kindergärten ausgewiesen und mussten andere Tätigkeiten aufnehmen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zu Kriegsbeginn mussten viele Häuser im Grenzgebiet nach Frankreich geräumt werden, die Schwestern flohen nach Franken und Thüringen. Durch Luftangriffe wurden in der Pfalz mehrere Schwesternhäuser beschädigt oder zerstört.
Wiederaufbau
Die Arbeit in den Volksschulen wurde aus Nachwuchsmangel nach dem Krieg fast völlig aufgegeben, die Schwestern führten aber weiterhin eigene Schulen. Die Marienschule in Saarbrücken wurde 1950 errichtet, in Landstuhl wurden ein Kindergärtnerinnenseminar, ein Kinderheim und eine Realschule eingerichtet. In Speyer bauten die Schwestern das Nikolaus-von-Weis-Gymnasium auf.
Seit 1957 arbeiten die Schwestern auch in der Mission in Ghana.
Die Mitgliederzahl ist seit den 1960er Jahren stark gesunken, heute leben noch etwa 300 Schwestern in der Ordensgemeinschaft.
Weblinks
• Website der Gemeinschaft

