Aristide Maillol
]]Aristide Maillol (8. Dezember 1861 in Banyuls-sur-Mer, Pyrénées-Orientales; ? 27. September 1944 in Banyuls-sur-Mer) war ein französischer Bildhauer, Maler und Grafiker.
Von 1882 bis 1886 studiert Maillol an der Ecole des Beaux Arts in Paris und an der Akademie bei dem bekannten Lehrer Alexandre Cabanel, Jean Léon Gérôme (und Antoine Bourdelle?). Seine Malerei wurde besonders durch seine Zeitgenossen Pierre_Puvis_de_Chavannes und Paul Gauguin beeinflusst. 1893 trat er der Künstlergruppe Nabis bei und schuf bis 1900 Wandteppiche im Jugendstil. Dazu richtete er 1897 in seinem Heimatdorf Banyuls ein kleines Tapisserie-Atelier ein und beschäftigte einheimische Frauen mit Webarbeiten.
Maillol wird oft als ?Cézanne der Bildhauerei? bezeichnet, weil er der Plastik ? so wie Cézanne der Grafik ? den Weg zur Abstraktion ebnete.
Erst 1895 begann Maillol sich der Bildhauerei zuzuwenden.
Zunächst fertigte er Kleinplastiken aus Holz und Terrakotta, aus denen er dann seine monumentalen Stein- und Bronzefiguren entwickelte.1902 trat er mit einer großen Ausstellung in der Galerie Ambroise Vollard mit seinen bildhauerischen Werken erstmals in die Öffentlichkeit.
1905 stellte er sein erstes monumentales Hauptwerk "La Méditerranée" (?Das Mittelmeer?) im ?Salon d? Automne? aus.
Seine erste Ausstellung im Ausland fand im Jahre 1913 im Rotterdamer Kunstring (Niederlande) statt.
Das Hauptthema seines bildhauerischen Schaffens war der weibliche Akt.
Auf einer im Jahre 1908 gemeinsam mit Harry Graf Kessler unternommenen Griechenlandreise fand Maillol in den antiken Skulpturen wohl die Quelle aus der er seine ?Idee der reinen Plastik? mit vereinfachten, statuarischen, monumentalen rundplastischen Formen entwickelte.
Mit seinen voluminösen, sinnlich weiblichen Figuren, in vollendetem Ebenmaß, die an die Aktbilder von Renoir erinnern, schuf Maillol eine plastische ?Liebespoesie? (Harry Graf Kessler).
Sie waren von immensem Einfluss auf die europäische, insbesondere die deutsche Bildhauerei. Beispiel hierfür sind u.a. die Werke des deutschen Bildhauers Wilhelm Lehmbruck.
Maillol verzichtete weitgehend auf Details und individuelle Züge, dafür strahlen seine Akte in ihrem geschlossenen Volumen unendliche Ruhe, harmonische Ausgewogenheit aus. Zu den berühmtesten Plastiken Maillols zählt der Bronzeguss "La Méditerranée" Mittelmeer von 1901.
Sein bedeutendster Mäzen war Harry Graf Kessler, der ihm Aufträge verschaffte, Reisen ermöglichte (u.a. Griechenlandreise im Jahre 1908 - gemeinsam mit Kessler und Hugo von Hofmannsthal -, 1928 und 1930 nach Deutschland, 1936 nach Italien).
War schon ?La Mediteranée? auf Wunsch seines Förderers entstanden, so entstand 1908 die männliche Bronzeplastik ?Le Cycliste? ("Der Radfahrer") und ?Le Desir?.
Zum graphischen Werk Maillols gehören neben Zeichnungen, Radierungen und Lithographien insbesondere Holzschnitte.
Beispiel hierfür ist etwa der Gedichtband ?Chansons pour elle. 25 Gedichte von Paul Verlaine?/Paris 1939, der mit 28 Holzschnitten Maillols illustriert wurde.
Er wurde zu einem der bedeutendsten Illustratoren antiker Literatur; besonders bekannt sind seine Bildfolgen zu Vergils Eclogae et Georgica sowie Ovids Ars amandi.
Die Russin Dina Vierny wurde - mit gerade mal 15 Jahren - 1934 Maillols Hauptmodell und gewann auch seine persönliche Zuneigung. Der 76-Jährige sagte über sie: ?Ich brauche sie wie Luft zum Atmen.? Auf eine Skizze schrieb er: "Ich kenne drei göttliche Blumen, die Nelke, die Rose und Dina". Zehn Jahre lang - bis zum Tode Maillols im Jahre 1944 - saß oder stand Dina Vierny dem greisen Künstler in seinem Atelier Modell und er schuf nach ihr seine schönsten Werke: "Rivière" ("Der Fluss"), "l'Air" ("Die Luft") und die unvollendet gebliebene Figur "Harmonie".
Im Gegensatz zu Maillol vermied Dina Vierny jeden Kontakt zu den deutschen Besatzern, nahm Kontakt zum französischen Widerstand auf und führte Flüchtlinge über die französisch-spanische Grenze. Im Frühjahr 1943 wurde sie gefasst und landete im berüchtigten Gefängnis von Fresnes bei Paris. Wieder freigekommen sein soll sie auf Veranlassung von Arno Breker - dem Freund von Maillol mit Verbindung zu höchsten NS-Chargen. Breker soll sich auf Bitten Maillols für Dina Vierny eingesetzt haben.
1944 starb Maillol an den Folgen eines Autounfalls auf einer Dorfstraße.
Seine guten Kontakte zu den deutschen Besatzern diskreditierten Maillol nach dem Krieg.
Einige seiner Werke wurden postum auf der documenta 1 (1955) und der documenta III im Jahr 1964 in Kassel gezeigt.
Werke
* Flora (München, Neue Pinakothek, Inv. Nr. B 154), um 1910/12, Bronze, 163,5 x 49,5 x 39 cm
Weblinks
*
• Maillol-Museum in Paris

