Argentinien
Argentinien (spanisch ) ist eine Republik im Süden Südamerikas. Der Name kommt vom lateinischen Wort für Silber - argentum - und liefert einen Hinweis darauf, welche Schätze die Eroberer auf seinem Territorium zu finden glaubten. Heute wird Argentinien auch mit dem Ursprung des Tango assoziiert. Bis zu seiner Unabhängigkeit 1816 war es Teil des spanischen Kolonialreiches. Buenos Aires ist Hauptstadt und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Argentiniens, daneben sind weite Teile des Landes, insbesondere der trockene Süden mit Patagonien, nur sehr dünn besiedelt. Wirtschaftlich wird es traditionell von der Landwirtschaft bestimmt und zählt international zu den sogenannten Schwellenländern. Das Land hat in Südamerika das höchste Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (Kaufkraftparität), weist jedoch auch die größten Unterschiede zwischen reichen und armen Bevölkerungsteilen auf. Politisch ist Argentinien eine präsidiale Bundesrepublik, in der die einzelnen Gliedstaaten, Provinzen genannt, weitreichende Kompetenzen haben.
Es ist der achtgrößte Staat der Erde und der zweitgrößte des Subkontinents; im Hinblick auf die Einwohnerzahl nimmt es dort den dritten Rang ein. Wegen seiner großen Nord-Süd-Ausdehnung hat das Land Anteil an zahlreichen Klima- und Vegetationszonen.
Naturraum
Hauptartikel: Geographie ArgentiniensArgentinien hat eine Fläche von etwa 2,8 Millionen Quadratkilometern und ist damit der zweitgrößte Staat Südamerikas. Die Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 3694 km, die von Westen nach Osten an der breitesten Stelle circa 1.423 km. Es grenzt im Osten an den Atlantischen_Ozean, im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, und im Nordosten an Brasilien und Uruguay.
Das gesamte westliche Grenzgebiet wird von den Ojos del Salado (6.880 m) und der Monte Pissis (6.795 m).
Der zentrale Norden Argentiniens wird vom Gran Chaco, einer heißen Trockensavanne eingenommen. Östlich davon schließt sich entlang des Río Paraná das Hügelland der Provinz Misiones an.
Dort befinden sich am Dreiländereck Argentinien?Paraguay?Brasilien die Wasserfälle von Iguazú, die zu den größten der Erde zählen.
Südlich davon, zwischen den großen Strömen Río_Paraná und Río Uruguay, liegt das feuchte und sumpfige Mesopotamia. Am Río de la Plata, dem gemeinsamem Mündungstrichter dieser beiden Ströme, befindet sich die Stadt Buenos Aires und die gleichnamige Provinz Buenos_Aires, das wirtschaftliche Herz Argentiniens. Hier konzentriert sich auch etwa ein Drittel der Einwohner des Landes.
Westlich und südlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, eine grasbewachsene Ebene, wo der größte Teil der Agrarprodukte des Landes erzeugt wird. In dieser Region befinden sich große Weizenfelder und Weideflächen für Rinder, deren Fleisch immer noch zu den Hauptexportgütern Argentiniens gehört.
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Zwischen den Pampas und den Anden liegen im zentralen Argentinien die Gebirgszüge der Sierras Pampeanas. Diese Mittelgebirge erreichen Höhen von 2.800 m in den Sierras de Córdoba und bis zu 6540 m in der Sierra de Famatina in La_Rioja.
Das im Süden Argentiniens gelegene Patagonien ist von starken Westwinden geprägt und hat ein sehr raues Klima. Dieses Gebiet, das etwa ein Viertel der Fläche des Landes ausmacht, ist sehr dünn besiedelt. Der tiefste Punkt des Landes und Gesamtamerikas ist die Laguna del Carbón mit 105 m unter dem Meeresspiegel. Sie befindet sich zwischen Puerto San Julián und Comandante Luis Piedra Buena in der Provinz Santa_Cruz.
Von Argentinien wird ein Sektor des antarktischen Kontinents beansprucht, siehe hierzu: Argentinisches Antarktisterritorium.
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Gebirge und bedeutende Berge
In den argentinischen Anden gibt es eine Vielzahl sehr hoher Berge über 6.000 m Höhe. Hierunter befinden sich auch der höchste Berg des amerikanischen_Kontinents, der Aconcagua mit 6.962 m Höhe und die beiden höchsten Vulkane der Erde, der Ojos del Salado mit 6.880 m und der Monte Pissis mit 6.795 m. In den Südanden sind die Höhen der Berge geringer, aber dennoch sind viele wegen des feuchtkalten Klimas mit Schnee bedeckt.
Auch in den Sierras Pampeanas werden teilweise sehr hohe Höhen gemessen: Die Sierra de Famatina in der Provinz La_Rioja erreicht ebenfalls über 6.000 m. Die Höhen dieses Gebirgskomplexes fallen jedoch nach Osten hin ab, in den Sierras de Córdoba werden nur noch maximal 2.800 Meter erreicht.
Die nördlichen Patagoniden (Mesetas Patagoniens) weisen im Südosten von Mendoza immerhin noch 4.700 m Höhe auf, ihre Höhe wird nach Südosten hin immer geringer. In den anderen Gebieten Argentiniens erreichen die Berge nur in Ausnahmefällen über 1.000 m Höhe. Darunter fallen die Sierras Australes Bonaerenses (Sierra de la Ventana und Sierra_de_Tandil) an der Atlantikküste und das Hügel- und Bergland von Misiones.
Flüsse und Seen
mit dem Großraum_Buenos_Aires rechts unten]]
Argentiniens Hydrologie wird von den Zuflüssen des Río de la Plata dominiert. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 5.200.000 km². Etwa ein Drittel hiervon liegt in Argentinien, der Rest in Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Zuflüsse des Río de la Plata sind der Río_Paraná und der Río_Uruguay. Im Norden an der Grenze zu Brasilien befindet sich der Iguazú-Nationalpark. Darin der Fluss Iguazú mit den Iguazú-Wasserfällen, welche dreimal so groß wie die Niagarafälle sind.
Das zweitwichtigste Einzugsgebiet hat der Río_Colorado in Nordpatagonien, dessen wichtigster Zufluss, der Río Salado del Oeste, einen Großteil Westargentiniens entwässert, wobei jedoch ein Großteil seines Wasservolumens wegen des trockenen Klimas bereits auf dem Weg verdunstet oder in Sumpfgebieten versickert.
und Perito-Moreno-Gletscher]]
Argentinien weist zwei größere Seengebiete auf. Das umfangreichste liegt am Fuß der Südanden, wo sich eine lange Kette von Schmelzwasserseen von der Provinz Neuquén bis nach Feuerland erstreckt. Daneben finden sich in der westlichen zentralen Pampa und im südlichen Chaco zahlreiche Flachlandseen, die teilweise nur wenige Meter tief und oft salzhaltig sind.
Besonders bedeutend ist der Flachlandsee Laguna Mar Chiquita mit 5770 km² in der Provinz_Córdoba sowie die Andenseen Lago Argentino (1415 km²) und Lago Viedma (1088 km²), beide im Nationalpark Los Glaciares gelegen, der zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Dort befindet sich auch der Gletscher Perito_Moreno.
Inseln
Argentinien hat trotz seiner lang gestreckten Küstenlinie nur wenige Inseln. Die größte Insel der Inselgruppe Feuerland ist die Insel Feuerland mit 47.000 km², die sich Argentinien (Provinz_Tierra_del_Fuego, 21.571 km²) und Chile (25.429 km²) teilen. Weiterhin bedeutend ist der Archipel der Malwinen (Falklandinseln), die zwar von Argentinien beansprucht werden, aber unter britischer Verwaltung stehen. Die Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falkland-Krieg aus, der bis zum 14. Juni 1982 dauerte und mit einer Niederlage für Argentinien endete. Die größten Inseln der Malwinen sind Soledad (Ostfalkland) mit 6.683 km² und Gran Malvina (Westfalkland) mit 5.278 km². Unter demselben Status befindet sich Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln.
Das einzige weitere Inselgebiet von Bedeutung ist der Süden der Provinz Buenos Aires, wo sich in den Buchten Bahía Blanca und Bahía Anegada zwei ausgedehnte Wattenmeere befinden. Die Inseln dort sind flach und mit Ausnahme der Isla Jabalí, auf der der Badeort San Blas liegt, unbewohnt. Größte Insel ist Trinidad mit 207 km². Des Weiteren gibt es vor der patagonischen Küste einige kleinere Felseninseln.
Klima
Bruttoinlandsprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 376,2 Milliarden Arg$, dies entsprach etwa 103 Milliarden Euro. Davon entfielen etwa 43 % auf die Produktion von Waren und etwa 51 % auf die Erbringung von Dienstleistungen. Den größten Anteil am BIP hatten dabei die produzierende Industrie mit 22 %, die Landwirtschaft mit 10 %, der Groß- und Einzelhandel mit 11 % sowie die Vermietung von Gebäuden und Grundstücken mit ebenfalls 11 %.Quelle: [http://www.indec.gov.ar] INDEC
Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung
Zwischen 1993 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
* das Gesundheitswesen bei 2 %
* das Bildungswesen bei 6 %
* das Militär bei 4 %
Staatsverschuldung
Während der 1990er Jahre galt Argentinien als ein positives Beispiel für finanzielle Stabilität und erfolgreiche Marktreformen, doch stieg unter der Regierung Menem die Staatsverschuldung kontinuierlich an. Dies war eine der Ursachen für die Argentinien-Krise und den Default (Staatsbankrott) im Jahr 2001. Im Jahre 2004 betrug die Staatsverschuldung Argentiniens 157,7 Mrd. US-Dollar Quelle: CIA Factbook 2005: [https://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ar.html] .
Seit 1985 gehört Argentinien ununterbrochen zu den Top-5-Kreditnehmern des Internationalen_Währungsfonds Quelle: [http://www.imf.org/external/np/tre/risk/2004/020304.pdf IWF], S. 5
Inflationsrate
Argentinien war in den 1980er Jahren bekannt als ein Land mit einer sehr hohen Inflationsrate. Diese verstärkte sich ab Beginn der Redemokratisierung 1983 zunehmend zu einer Hyperinflation, deren Höhepunkt 1989 erreicht wurde. Im gleichen Jahr wurde unter der Regierung von Carlos Menem und seinem Wirtschaftsminister Domingo Cavallo die 1:1-Bindung des argentinischen_Peso an den US-Dollar beschlossen. Diese Maßnahme konnte die Inflationsrate in der Folge relativ rasch auf ?normale? Werte drücken. Im Zeitraum zwischen 1994 und 1998 gab es keine nennenswerte Inflationsrate. Ab 1999 drehte die beginnende Wirtschaftskrise die Inflationsrate sogar in den deflationären Bereich. Mit der Argentinien-Krise, die um den Jahreswechsel 2001/2002 ihren Höhepunkt erreichte und mit der Erklärung des Default und einer Abwertung gegenüber dem Dollar verbunden war, stieg die Inflationsrate zunächst stark an, sank aber zwischenzeitlich wieder auf erträgliche Werte. Das Hauptproblem ist jedoch, dass das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt zu konstanten Preisen zwischen 1998 bis 2002 stetig sank und 2004 erst wieder das Niveau von 1992 erreichte. Weitere Probleme sind u. a. die hohe Arbeitslosigkeit und die stark gesunkene Kaufkraft.
Außenhandel
Der Außenhandel war in den vergangenen Jahren stark von der Argentinien-Krise geprägt. Die Importe gingen seit 1999 zurück. Im Jahresvergleich 2001/2002 hatten sie einen unglaublichen Rückgang von 56 % und konnte sich erst 2003 wieder erholen. Die Exporte blieben von der Argentinien-Krise nahezu unberührt.
Die Exporte sind von landwirtschaftlichen Produkten dominiert. 31 % aller Exporte sind weiterverarbeitete, landwirtschaftliche Produkte, 25 % sind Rohstoffe (wobei hierzu auch landwirtschaftliche Produkte zählen), 25 % sind industrielle Produkte und 18 % sind Mineralöle und andere Energieträger.
Wichtigste Handelspartner sind an erster Stelle die lateinamerikanischen Länder, speziell die Mercosur-Staaten, dann die Europäische Union und gefolgt von den USA.
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Kultur
Ein scherzhafter Ausspruch von Milonga und Vals) bekannt geworden. Bekannteste Interpreten sind Carlos Gardel, Astor Piazzolla und Osvaldo Pugliese. Tango kann jedoch nicht auf die musikalische Dimension beschränkt werden, vielmehr ist Tango ein gesamtkulturelles Phänomen mit den zusätzlichen Aspekten Textdichtung und tänzerischer Interpretation. Als solches begründet der Tango eine kulturelle Identität die sehr viel zum Selbstverständnis der Argentinier, genauer genommen der ?Porteños? aus Buenos Aires, beiträgt.
Nach wie vor wichtig für die Musikszene Argentiniens sind in der traditionellen Musik verwurzelte Folkore-Interpreten. Zu den auch international beachteten Musikern zählen der als Atahualpa Yupanqui weltweit bekannt gewordene Héctor Roberto Chavero und die aus der Provinz_Tucumán stammende Mercedes Sosa (geboren 1935), die 1982 nach vier Jahren Exil in Madrid und Paris nach Argentinien zurückkehrte.
Neuerdings sind in Argentinien einige traditionelle Musikstile von der Popmusik her wiederbelebt worden. Zu nennen sind hier der fröhlich-leichte Tanz des Cuarteto, die urbane Musik der Stadt Córdoba, sowie einige Stile der von den Spaniern übernommenen nationalen Folklore, die durch Mischung mit anderen Stilen eine völlig neue Gestalt erlangt haben. Auch Musikstile aus anderen Teilen Südamerikas, allen voran die kolumbianische Cumbia, wurden von argentinischen Interpreten weiterentwickelt. So entstand als aktueller Beitrag Argentiniens zur Popmusik in Buenos Aires die Cumbia Villera (Slum-Cumbia).
Siehe auch: Argentinische_Folklore, Argentinische Rock- und Popmusik
Literatur
Hauptartikel: Argentinische Literatur
Im 19. Jahrhundert löst sich mit der Unabhängigkeit des Landes die argentinische Literatur von der spanischen ? ohne dieses Erbe zu verleugnen. Durch die Thematisierung des Lebens der Gauchos in der Pampa gewinnt die Literatur eine deutliche nationale Komponente. Beispiele dafür sind Fausto (1866) von Estanislao del Campo, das in Gedichtform die Geschichte eines Gauchos erzählende und oft als argentinisches Nationalepos bezeichnete El gaucho Martín Fierro (1872) von José Hernández sowie das bereits 1845 entstandene Facundo von Domingo Faustino Sarmiento. In ähnlicher Traditionslinie steht auch die 1926 veröffentlichte Erzählung Don Segundo Sombra von Ricardo Güiraldes (deutsch bereits 1934: Das Buch vom Gaucho Sombra).
Bekannte moderne Autoren sind Eduardo Mallea, Ernesto Sabato, Humberto Costantini, Julio Cortázar, Manuel Puig und besonders Jorge Luis Borges.
Der bekannteste Cartoon Argentiniens dürfte Mafalda des Zeichners Quino sein, der unter anderem Preisträger des Max-und-Moritz-Preises ist.
Theater
In vielen Städten gibt es eine lebhafte Theaterszene. Man könnte pro Woche leicht über 100 verschiedene Theaterstücke von professionellen und Laiengruppen ansehen. Besonders bekannt ist Rosario für seine Theatergruppen. Aktuell feiert die Akrobatik-Theatergruppe De la Guarda Erfolge in der ganzen Welt. Das bekannteste Theatergebäude Argentiniens ist das Opernhaus Teatro Colón in Buenos Aires.
Film
Argentinien war eines der Pionierländer auf dem Gebiet des Stummfilms. Schon 1896 wurde der erste Film gedreht, der die argentinische Fahne zum Thema hatte. 1933 begann der Aufstieg der argentinischen Filmindustrie mit dem Aufkommen des Tonfilms. Damit begann die beste Zeit des argentinischen Kinos, die Filme dieses Landes wurden in der ganzen Welt gezeigt. Besonders bekannt wurden die Tangofilme aus Buenos Aires, unter anderem mit dem Superstar Carlos Gardel, Eva Duarte.Ab der Mitte der 1940er Jahre griff allerdings der Staat mittels Zensur und Einmischung in die Kinoszene ein. Besonders dramatisch wurde dies in den Militärregierungen (1966?1973 und 1976?1983). In den demokratischen Zwischenzeiten wurden jedoch künstlerisch sehr hochwertige Filme produziert.
1968 kam La hora de los hornos (deutsch: Die Stunde der Hochöfen) von Pino Solanas heraus, ein Film, der als einer der Höhepunkte des politischen lateinamerikanischen Kinos gilt. Ein anderer wichtiger politischer Filmemacher aus dieser Zeit ist Raymundo Gleyzer. Nach der Militärdiktatur begann das Kino, die Terrorherrschaft aufzuarbeiten. Es entstanden Filme wie La Historia Oficial (Luis Puenzo), La Noche de los Lápices (Héctor Olivera) und später Garage Olimpo (Marco Bechis), die teils fiktive, teils wahre Fälle von so genannten ?Verschwundenen? auf die Leinwand brachten.
1997 leitete Pizza, Birra, Faso (Adrián Caetano) die Epoche des ?Nuevo Cine Argentino? ein, in dem vor allem Geschichten aus dem Milieu der einfachen Leute und Slumbewohner verfilmt wurden.
Heute ist die argentinische Filmszene vor allem in Buenos Aires und in geringerem Maße auch in Rosario und Santa_Fe sehr aktiv. International am bekanntesten unter den Regisseuren ist derzeit wohl der Berlinale-Gewinner Pino Solanas mit seinen sozialkritischen Filmen wie Sur, El Viaje, Tangos ? el exilio de Gardel sowie den aktuellen Dokumentationen Memoria_del_Saqueo und La Dignidad de los Nadies, die den Zustand von Politik und Gesellschaft des heutigen Argentiniens beschreiben.
Medien
= Fernsehen
=Argentinien hat einen staatlichen Fernsehsender, Canal 7 [http://www.canal7argentina.com.ar/]. Daneben gibt es eine Vielzahl von lokalen und nationalen, privaten Fernsehsendern, die über Antenne und Kabel zu empfangen sind. Des Weiteren eine große Anzahl von Sendern, die nur über Kabel und Satellit verbreitet werden.
Die bekanntesten Sender sind Telefé, Canal 9 [http://www.infobae.com/canal9/] und Canal 13 [http://www.canal13.com.ar/], die in vielen Regionen auch lokale Programme ausstrahlen.
Einige argentinische Fernsehserien (darunter viele Telenovelas, Familienserien, aber auch wöchentliche Produktionen wie etwa Los simuladores) sind wegen ihrer niedrigen Produktionskosten und der hohen Qualität zu einem Exportschlager vor allem nach Osteuropa geworden.
Mit dem Ziel einer stärkeren Integration Lateinamerikas ist Argentinien zusammen mit Uruguay, Venezuela und Kuba an dem Satellitensender teleSUR beteiligt, der im Juli 2005 seinen Sendebetrieb aufgenommen hat.
= Radio
=Radio ist ein sehr beliebtes Medium in Argentinien. Es gibt eine Fülle von staatlichen und privaten Radiosendern. Von den privaten Radiosendern sind viele in Cadenas, Radio-Ketten zusammengeschlossen und so kann man viele Sender aus Buenos Aires im ganzen Land empfangen. Für die deutschstämmige Gemeinde in Argentinien wird sonntags ein vierstündiges Radioprogramm Treffpunkt Deutschland ([http://www.cibersoft.com.ar/radio/de_index.php]) ausgestrahlt. Für Argentinier, die im Ausland leben, ist besonders das morgendliche Radioprogramm Radio Lagos ([http://www.radiolagos.com.ar]) von Julio Lagos interessant. Dieser Radiomoderator versucht durch die Verknüpfung von herkömmlichen Radio, Internetradio, Chat und Webpräsenz die im Ausland lebenden Argentinier der Heimat näher zu bringen und umgekehrt.
Eine umfassende Zusammenstellung von argentinischen Radio- und Fernsehsendern findet man auf der Webpräsenz Argentina Radios ([http://www.argentinaradios.com.ar/]).
= Printmedien
=Es werden in Argentinien über 200 Tageszeitungen publiziert. Die bedeutendsten Hauptstadtblätter sind Clarín, La Nación, Diario Popular sowie die Boulevardzeitung Crónica. Eine linksalternative Zeitung aus Buenos Aires ist Página 12 mit detailliertem Kulturteil, die von der Clarín-Gruppe herausgegeben wird. Wichtige Zeitungen aus anderen Städten sind La_Capital (Rosario), La Voz del Interior (Córdoba) und La Gaceta (Tucumán), erwähnenswert ist weiterhin El Tribuno, die in drei verschiedenen Ausgaben in den Provinzen Salta, Tucumán und Jujuy herausgegeben wird.
In jüngerer Zeit haben eine Reihe von Zeitungen in den Großstädten Bedeutung erlangt, die kostenlos, vor allem in Bussen und Bahnen verteilt werden (zum Beispiel La Razón und El Diario del Bolsillo).
In Argentinien gibt es zudem eine große Anzahl von Zeitschriften und Wochenblättern. Die bekanntesten Nachrichtenmagazine sind Noticias und Veintitres, auflagenstarke Magazine des Boulevardjournalismus sind Gente und Paparazzi. Desweiteren erscheinen zahlreiche lokale Ausgaben internationaler Zeitschriften.
Siehe auch: Liste argentinischer Zeitungen
= Deutschsprachige Medien
=Es gibt auch eine deutschsprachige Wochenzeitung, das Argentinische Tageblatt.
Der unabhängige, deutschsprachige Nachrichtendienst argentinienaktuell.com veröffentlicht wochentäglich aktuelle Meldungen mit dem Schwerpunkt Wirtschaft auf seiner Internetseite.
Seit Januar 2006 gibt es auch eine deutschsprachige Website mit alternativen Infos aus Argentinien: [http://www.argentinien-nachrichten.de ]
Außerdem gibt es eine Radiosendung mit dem Namen ?Treffpunkt Deutschland?, die sonntags von 10 bis 14 Uhr über Radio Popular, in Buenos Aires über Mittelwelle 660 kHz sowie via Internet übertragen wird.
Sport
Die Argentinier sind eines der argentinischen_Nationalmannschaft wurde 1902 gegen Uruguay ausgetragen. Seither hat die Nationalmannschaft 14 Mal die südamerikanische Fußballmeisterschaft, die Copa América, und zweimal die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. Die beiden bekanntesten Fußballclubs sind River Plate und Boca Juniors, beide aus Buenos Aires. Bei letzteren hat früher der bekannteste argentinische Fußballspieler, Diego Maradona, gespielt, der oft als einer der besten oder sogar als bester Fußballspieler des 20. Jahrhunderts überhaupt bezeichnet wird. Die Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften werden Superclásicos genannt und das öffentliche Leben steht dabei praktisch still.
Ein weiterer beliebter Sport in Argentinien ist Rugby, professionell meist Rugby Union. Die argentinische_Rugby-Nationalmannschaft, die ?Pumas?, spielt auf oberstem internationalen Niveau, kann aber nicht an die großen Mannschaften, wie zum Beispiel die neuseeländischen All_Blacks, heranreichen. Auch Basketball (bei Männern) und Hockey (bei Frauen) sind weit verbreitet, bei beiden Sportarten gehören die Nationalmannschaften mit zur Weltspitze.
Neben Fußball und anderen Ballsportarten genießt der Pferdesport, insbesondere das Polo, ein großes Interesse in Argentinien. Die argentinische Polomannschaft, deren Mitglieder alle der Familie Heguy angehören, ist die Beste der Welt. Seit 1949 ist Argentinien ohne Unterbrechung Weltmeister. Im Gegensatz zu Polo, das eher von Mitgliedern der argentinischen Oberschicht gespielt wird, ist Pato, das als argentinischer Nationalsport gilt, ein Spiel der normalen Landbevölkerung. Es handelt sich um eine Art Basketball auf Pferden.
Im Gegensatz zu den Mannschaftssportarten sind die argentinischen Erfolge in Individualsportarten geringer. Ausnahme ist Tennis, bei dem mehrere Spieler bisher zur Weltspitze gehörten, bekannt sind vor allem David Nalbandian und früher bei den Damen Gabriela Sabatini. Von weiten Teilen der Bevölkerung werden auch Squash und Paddle gespielt. Auch im Schwimmsport gab es einige Vertreter in der Weltspitze, in der Leichtathletik dagegen wurden von wenigen Ausnahmen abgesehen nur auf südamerikanischer Ebene Erfolge erzielt. Im Kampfsport ist die beliebteste Disziplin Boxen, das trotz der relativ geringen internationalen Bekanntheit argentinischer Boxer im Land selbst ein reges Medieninteresse, auch bei den Frauen, hervorruft.
Im Motorsport ist wegen der landschaftlichen Bedingungen besonders die Rallye beliebt, der bekannteste Vertreter ist jedoch der Formel-1-Fahrer Juan Manuel Fangio, vor Michael Schumacher lange Zeit Rekordweltmeister dieser Disziplin.
Siehe auch: Copa América, Argentinische_Teilnehmer_an_den_Olympischen_Sommerspielen_2004_in_Athen, Fußball in Argentinien
Feiertage
1. Januar: Neujahr (Año Nuevo)
24. März: Gedenktag an den Militärputsch_1976
Gründonnerstag, Karfreitag (Viernes Santo) und Ostern (Pascuas)
2. April: Tag der Islas Malvinas (Día del Veterano y de los Caídos en la Guerra de Malvinas)
1. Mai: Tag der Arbeit (Día del Trabajador)
25. Mai: Erklärung der Unabhängigkeit von Spanien am 25. Mai 1810 (Primer Gobierno Patrio)
20. Juni: Tag der Nationalflagge (Día de la Bandera, offiziell: Paso a la Inmortalidad del General Manuel Belgrano)
9. Juli: Anerkennung der Unabhängigkeit durch Spanien am 9. Juli 1816 (Día de la Independencia)
17. August: Gedenktag zu Ehren des Generals José de San Martín (Paso a la Inmortalidad del General José de San Martín)
12. Oktober: Tag der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (Día de la Raza) (siehe auch: Columbus-Tag)
8. Dezember: Maria Empfängnis (Inmaculada Concepción de María)
25. Dezember: Weihnachten (Navidad), teilweise ist auch der Heilige_Abend arbeitsfrei
* (31. Dezember: Silvester ist teilweise arbeitsfrei)
Sollte ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fallen, so ist der darauf folgende Montag meist arbeitsfrei. Diese Regelung gilt nicht für Neujahr, Ostern und Weihnachten, der Tag der Arbeit sowie den 24. März, 25. Mai und den 9. Juli.
Zusätzliche Feiertage, die für Angehörige der jüdischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem jüdischen_Kalender):
* zwei Tage zwischen dem 6. September und dem 5. Oktober: jüdisches Neujahrsfest (Rosch ha-Schanah; Año Nuevo)
* ein Tag zwischen dem 15. September und dem 14. Oktober: Versöhnungstag (Jom Kippur; Gran Día del Perdón)
Zusätzliche Feiertage, die für die Angehörigen der muslimischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem islamischen_Kalender):
* Opferfest (Id ul-Adha; Fiesta del Sacrificio)
* Islamisches Neujahrsfest (Hidschra ?; Año Nuevo Islámico)
Fastenbrechen am Ende des Ramadan ('?d al-fitr; Culminación del Ayuno)
Reiseinformationen
Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger brauchen für die Einreise nach Argentinien einen noch mindestens drei Monate gültigen Reisepass und können sich dann 90 Tage visafrei in Argentinien aufhalten [http://www.argentinische-botschaft.de/ Botschaft der Republik Argentinien] . Eine Verlängerung dieser 90-Tage-Frist ist gegen eine Zahlung von 100 AR$ beim argentinischen Ausländeramt (Dirección Nacional de Migraciones) erhältlich, eine andere Möglichkeit ist es, das Land zu verlassen und wieder einzureisen, um eine neue Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Eine Aufenthaltserlaubnis bekommt man auch, wenn man einen Arbeitsvertrag hat, im Land studiert oder eine andere anerkannte Bildungseinrichtung besucht.[http://www.argentina.gov.ar/argentina/portal/paginas.dhtml?pagina=356 Offizielle Homepage: Argentina.gov.ar]
Siehe auch
Allgemeine Informationen über Argentinien
Referenzen
Literatur
* Benson, Phillip; Möginger, Robert [Bearb.]: Polyglott Apa Guide, Argentinien, Verlag: Langenscheidt, München: 2000, ISBN 3-8268-2468-7
* Bodemer, Klaus / Pagni, Andrea / Waldmann, Peter (Hrsg.): Argentinien heute. Politik. Wirtschaft. Kultur., Frankfurt a. M. 2003, ISBN 3893545883
* Jost, Christoph: Argentinien: Umfang und Ursachen der Staatsverschuldung und Probleme der Umschuldung in: Auslandsinformationen 11/2003, Konrad-Adenauer-Stiftung: Sankt Augustin, (zum Herunterladen: [http://www.kas.de/db_files/dokumente/auslandsinformationen/7_dokument_dok_pdf_3573_1.pdf])
* Llanos, Mariana / Nolte, Detlef: Menem wirft das Handtuch. Ein politischer Neuanfang in Argentinien unter Néstor Kirchner? in: Brennpunkt Lateinamerika 10/2003, Institut für Iberoamerika-Kunde: Hamburg, (zum Herunterladen: [http://www.rrz.uni-hamburg.de/IIK/brennpkt/jg2003/bpk0310.pdf])
* o. A.: A survey of Argentina in: The Economist vom 15. Juni 2004, Economist Group: London,
* Galeano, Eduardo: Die offenen Adern Lateinamerikas'', Wuppertal: Peter Hammer Verlag 1973, ISBN 3-87294-162-3az:Argentina
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