Argali
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Das Argali (Ovis ammon) ist eine Paarhuferart aus der Gattung der Schafe (Ovis). Es ist der größte in freier Wildbahn lebende Vertreter seiner Gattung.
Verbreitung
Sein Verbreitungsgebiet umfasst etliche Gebirgsketten Zentralasiens und reicht vom Altai-Gebirge und Südsibirien über die Mongolei, Tibet und das Tienschan-Gebiet bis nach Nepal und ins Pamirgebirge. Es steigt bis in 7000 Meter Höhe auf.
Durch Trophäenjagd und Konkurrenz mit Haustierherden sind die Argalis heute fast überall selten geworden oder ganz verschwunden. In Nordostchina, Teilen der Mongolei, den größten Teilen Südsibiriens, Kasachstans und Usbekistans wurden die Tiere bereits ausgerottet. Im Himalaya, der Inneren Mongolei und in den meisten Teilen Tibets und Sinkiangs sind sie heute selten geworden. In Russland leben nur noch wenige im Altaigebirge.
Alle Unterarten nehmen im Bestand ab und die Gesamtzahl der Argalis dürfte sich auf weniger als 80000 Tiere in ganz Asien belaufen. Am ehesten halten sie sich heute noch in Tadschikistan, Kirgisistan und Teilen der Mongolei.
Beschreibung
Die Böcke der nordöstlichen Formen erreichen eine Schulterhöhe von 120 cm und ein Gewicht von bis zu 200 kg. Die südwestlichen Vertreter sind in der Regel etwas kleiner.
Die Fellfarbe der Argalis ist hellbraun bis grauweiß, wobei die Bauchseite stets heller ist. Bei den meisten Rassen besitzen die Böcke einen weißen Hals, aber keine Mähne wie bei den Urials.
Das bekannte Marco-Polo-Schaf ist eine Rasse des Argali aus dem Pamirgebirge. Es wurde nach seinem ersten westlichen Entdecker, dem berühmten Weltreisenden Marco Polo benannt. Die Hörner dieser Unterart erreichen bei alten Böcken eine Länge von bis zu 190 cm. Aber auch die Böcke der anderen Unterarten tragen einen gewaltigen, kühn geschwungenen Kopfschmuck. Die Hörner der weiblichen Tiere sind dagegen viel kürzer und wenig gebogen.
Lebensweise
Argalis sind Herdentiere und gleichen in der Lebensweise anderen Wildschafen. Böcke und Geißen bilden außerhalb der Brunft meist separate Gruppen von etwa 5- 10 Tieren. Die Brunft findet im Winter statt, damit die Jungtiere im Frühling geboren werden.
Sie ernähren sich von Gräsern, Kräutern und Laub.
Die langbeinigen und schlanken Argalis sind im Vergleich zu anderen Wildschafen eher schlechte Kletterer und vermeiden in der Regel eine Flucht in sehr steile Klippen.
Unterarten
Man unterscheidet folgende Argali-Unterarten:
* Altai-Wildschaf (Ovis ammon ammon): Südsibirien und Westmongolei im Altai- und Sajangebirge, sehr groß, schweres Gehörn, Hals und Rumpf graubraun, bedroht.
* Tienschan-Wildschaf (Ovis ammon karelini): Tienschan-Gebirge nördlich des Naryn-Flusses, Alataugebirge, Tarbagatai-Gebirge.
* Marco-Polo-Schaf (Ovis ammon polii): Pamirgebirge, mittelgroß, riesige Hörner, die sich zum vollen Kreis winden und an den Spitzen weit nach außen ragen, bedroht.
* Tibet-Argali oder Großes Tibetschaf (Ovis ammon hodgsoni): Tibetisches Hochland, Himalaya; groß, die Hörner bilden keinen vollen Kreis, bedroht.
* Karaganda-Argali (Ovis ammon collium): Isoliert von den anderen Unterarten in Nordost-Kasachstan, bedroht.
* Kara-Tau-Wildschaf (Ovis ammon nigrimonatna): Süd-Zentral-Kasachstan, Karatau-Gebiet, weitgehend ausgerottet.
* Gobi-Argali (Ovis ammon darwini): Gobi-Gebiet in der Mongolei und China, gefährdet.
* Nordchinesisches Argali (Ovis ammon jubata): Innere Mongolei, stark gefährdet.
* Altunshan-Wildschaf oder Gansu-Argali (Ovis ammon dalailamae): Altun-Gebirge, Nordtibet, bedroht.
* Nura-Tau-Wildschaf (Ovis ammon severtzovi): Nordost-Usbekistan.Das Nura-Tau-Wildschaf (Ovis ammon severtzovi) wurde lange als Übergangsform zwischen Argalis und Urials angesehen. Neuere Untersuchungen des Chromosomensatzes zeigten jedoch, dass man es den Argalis zurechnen müsste. Unter anderem besitzt es 56 Chromosomen wie alle bisher untersuchten Argalis.
Ovis ammon dalailamae wird oft als isoliertes Vorkommen des Tibet-Argalis (Ovis ammon hodgsoni) betrachtet und dieser Unterart zugerechnet.
Literatur
* Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9
* Lingen, H.: Großes Lexikon der Tiere. Lingen Verlag, Köln.
* Prater, S. H.: The Book of Indian Animals, Oxford University Press, 1971.
* Menon, V.: A Field Guide to Indian Mammals, Dorling Kindersley, India, 2003
* CITES Instruktion für den grenztierärztlichen Dienst
* J. Hered: Chromosome number of Severtzov's sheep (Ovis ammon severtzovi): G-banded karyotype comparisons within ovis., 1998.
Weblinks
• Zwei Argalis im Lauf, Mongolei
• Argali-Bilder, leider nur erlegte Exemplare
• Kurzfilm eines Altai-Argali
• Die Rassen der Asiatischen Wildschafe

