Aretas IV.
Aretas IV. Philopatris (Harithath; eigentl. Äneas) war König der Nabatäer etwa von 9 v. Chr. bis 40 n. Chr. Er gilt als einer der wichtigsten bekannten Könige der Nabatäer und wird deshalb auch ?Aretas der Große? bezeichnet. Unter seiner Regierung erlebte das nabatäische Reich seinen Höhepunkt.Um 9 v. Chr. wurde Äneas nach dem Tod seines (vermutlichen) Bruders Obodas III. als Aretas König der Nabatäer. Sein verwandtschaftliches Verhältnis zum Königshof konnte nie gänzlich geklärt werden. Der Namenszusatz ?IV.? ist lediglich eine moderne Durchnummerierung der bekannten nabatäischen Könige. Auf nabatäischen Inschriften nennt man ihn meist: Aretas, König von Nabatu, der sein Volk liebt. Daher auch der Zusatz Philopatris, ?der sein Vaterland liebt?. Aretas IV. hatte zwei Frauen: Huldu (Chuldu, 1?16) und Shaqilath (Shuqeilat, seine Schwester, ab 23).
Seine Tochter Phasaelis heiratete Herodes Antipas. Als sich Herodes um 36 von ihr scheiden ließ, um die Frau seines Bruders Herodias, der Mutter von Salome, zu heiraten, floh Phaesalis zurück zu ihrem Vater. Die Beziehungen zwischen Herodes und Aretas waren schon zuvor wegen Grenzstreitigkeiten gespannt, und so fiel Aretas im Winter 36/37 in Judäa ein und nahm das Gebiet entlang des Jordans fest, einschließlich den Gebieten um Qumran. Der Geschichtsschreiber Flavius Josephus verband diese Schlacht mit der Enthauptung von Johannes_dem_Täufer, welche sich etwa zur gleichen Zeit ereignete. In der nabatäischen Hauptstadt Petra ließ er ein Theater mit Platz für 85.000 Zuschauern errichten. Das nabatäische Reich erreichte unter Aretas IV. die größte Ausdehnung: im Süden den nördlichen Hedschas (oberhalb von Hegra), im Westen die Sinai-Halbinsel und im Norden der Hauran.
Aretas IV. ließ Paulus von Tarsus als Aufrührer verfolgen.

